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1. August-Reden: Toleranz und Unabhängigkeit im Zentrum

Moritz Leuenberger in seiner Radio- und Fernsehansprache.

(Keystone)

Bundespräsident Moritz Leuenberger hat in seiner offiziellen Radio- und Fernsehansprache am Dienstag das Volk zu solidarischem Engagement aufgerufen.

Auch die Regierungsmitglieder Samuel Schmid, Micheline Calmy-Rey, Christoph Blocher und Hans-Rudolf Merz sprachen zum Nationalfeiertag.

Bundespräsident Moritz Leuenberger plädierte für einen fröhlichen Patriotismus und einen unverkrampften Umgang mit dem Schweizerkreuz. Besonders hob er die enorme Freiwilligenarbeit im Land hervor.

Er erinnerte aber auch an das Schicksal der Opfer von Verfolgung, Krieg und Armut. Wenn alle ihr Land und die Welt mitgestalteten, könnten sie zufrieden und vielleicht sogar glücklich sein, so die Hoffnung des Bundespräsidenten.

Position beziehen

Dinge müssten wieder beim Namen genannt und Verantwortung übernommen werden, forderte Bundesrat Samuel Schmid in Lenzburg. "Wir müssen aufstehen und Nein sagen" zu latentem Antisemitismus, zu Neonazis, zu gewaltbereiten Linksextremisten und zu Exzessen, die den sozialen Frieden bedrohten. "Wir dürfen nicht wegschauen, wir müssen hinschauen und die Zeichen an der Wand sehen", sagte er.

Er attestierte der Schweiz aber auch ein gestiegenes Selbstwertgefühl, und zwar wegen den Leistungen der Fussball-Nationalmannschaft an der WM. "Man zeigt wieder Flagge", freute sich Schmid.

Polizei gegen Rechtsradikale

Vor Schmids Auftritt versuchte eine Gruppe von 150 bis 200 Rechtsradikalen, das Festgelände auf dem Schloss Lenzburg zu stürmen, indem sie auf der Zufahrt in Richtung Schloss marschierten.

Unter Androhung von Zwangsmitteln verwehrte die Kantonspolizei ihnen den Zutritt. Es gab keine Verhaftungen.

Klare Worte zur Neutralität

In Zürich hat Aussenministerin Micheline Calmy-Rey deutliche Worte zur Haltung der Schweiz im Nahostkonflikt gefunden. Sie beklagte die zivilen Opfer der israelischen Angriffe im Libanon ebenso wie sie die von der Hisbollah abgefeuerten Raketen auf israelische Städte verurteilte.

"Wer schweigt, wenn unschuldige Zivilisten das Ziel unterschiedsloser Militäraktionen werden, oder wer sich nicht gegen den Terror erhebt, ist nicht neutral. Er ist damit einverstanden", sagte die Aussenministerin.

Calmy-Rey wies darauf hin, dass das Völkerrecht neben dem Verteidigungsrecht der Staaten auch den Schutz von Unbeteiligten vorsehe.

Die Bundesrätin forderte deshalb, dass sich die Schweiz auch als neutrales Land zur Einhaltung des Völkerrechts äussere. Als Depositärstaat der Genfer Konventionen setze sie ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel, wenn sie etwa zur Bombardierung des südlibanesischen Dorfes Kana vom Sonntag einfach schweigen würde.

Gegen EU-Beitritt

Freiheit, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung sind im Urteil von Justizminister Christoph Blocher die Säulen, welche die Schweiz stark und wohlhabend gemacht haben.

Der Bundesrat der bürgerlichen Schweizerischen Volkspartei warnte auf seinem Redemarathon durch die Schweiz vor dem Internationalismus und der Teilnahme an überstaatlichen Organisationen. "Weltoffen Ja. Einbindung und Einschränkung der Handlungsfreiheit Nein", sagte Blocher.

Fünf Qualitäten als Garanten für den Erfolg des Landes machte der freisinnige Finanzminister Hans-Rudolf Merz aus. Es sind dies Wohlstand, Sicherheit, Vielfalt, Fortschritt und Solidarität. Sie müssten auch künftig gegen Bequemlichkeit und Schlendrian verteidigt werden, schrieb Merz.

Dispositiv auf dem Rütli

Am Nachmittag findet auf dem Rütli am Vierwaldstättersee die traditionelle Bundesfeier statt. Hauptredner ist der frühere Verwaltungsrats-Präsident der Swisscom, Markus Rauh.

Er kämpft in einem bürgerlichen Komitee gegen die Verschärfung des Asylgesetzes. Maximal 2000 Personen werden der Feier beiwohnen; auf so viele Tickets hat die Rütlikommission als Organisatorin den Zugang zur Festwiese erstmals beschränkt. Damit soll ein störender Auftritt von Neonazis, wie in den letzten Jahren geschehen, verhindert werden.

Die Kantonspolizei Schwyz hatte schon am Vortag des 1. August in Brunnen alle Hände voll zu tun: Einem Dutzend Personen aus der links- und rechtsextreme Szene wurde der Zutritt ins Dorf verwehrt. Ein 18-jähriger Jugendlicher wurde verhaftet, weil er ein Springmesser auf sich trug.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Der Rütlischwur von Uri, Schwyz und Unterwalden von 1291 zum "Ewigen Bund" gilt als Geburtsstunde der Schweiz.

Seit 1891 ist der 1. August der Nationalfeiertag.

Offizieller Feiertag ist der 1. August erst seit 1994.

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