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Affäre Basson: Südafrika entspricht Rechtshilfegesuch der Schweiz

Wouter Basson während eines Hearings der Wahrheitskommission in Cape Town im Jahre 1998. Keystone

Südafrika hat einem Schweizer Rechtshilfegesuch in den Ermittlungen um den Ex-Geheimdienstmann Wouter Basson entsprochen. Der südafrikanische Staatsanwalt übergab den Schweizer Behörden bei einem Besuch in Bern umfangreiches Aktenmaterial.

Dieser Inhalt wurde am 02. Juli 2000 - 16:29 publiziert

Der Staatsanwalt der Kaprepublik, Anton Ackermann, war vergangenen Dienstag (26.06.) und Mittwoch in Bern mit Vertretern der Bundesanwaltschaft zusammen getroffen. Viktor Schlumpf, Informationschef des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartementes (EJPD), bestätigte einen entsprechenden Bericht in der "SonntagsZeitung".

Spuren in die Schweiz

Das Rechtshilfegesuch sei vor einigen Monaten gestellt worden, sagte Schlumpf unter Berufung auf Bundesanwalt Felix Bänziger weiter. Die Affäre um Wouter Basson, der in Südafrika des 16-fachen Mordes angeklagt ist, hat mehrere Schweizer Spuren.

Im Juli vor einem Jahr leitete die Schweiz ein Ermittlungsverfahren wegen Spionage und Verletzung des Güterkontrollgesetzes ein. Es geht um den Verdacht, dass in der Apartheid-Zeit illegal Waffen und Technologie aus der Schweiz nach Südafrika exportiert wurden.

In beiden Fällen steht Basson im Zentrum. In südafrikanischen Geheimdienstdokumenten taucht nach Presseberichten immer wieder die Basler Firma Medchem auf. Sie soll im Mittelpunkt eines Netzes von Tarnfirmen gestanden und auch Kontakte zum südafrikanischen Geheimdienst unterhalten haben.

Weltweite Kontakte

Als Chef des geheimen Programms für chemische und biologische Waffen spann der Herzspezialist Basson laut Staatsanwalt ein weltweites Netz von Geschäftskontakten, das er zur eigenen Bereicherung nutzte.

So pflegte Basson auch Kontakte mit Helfern in der Schweiz. Laut Medienberichten war er mehrmals in die Schweiz gekommen und soll vom damaligen Chef des militärischen Nachrichtendienstes Peter Regli empfangen worden sein.

Mord und Betrug

In dem nun in Pretoria laufenden Prozess erklärte sich Basson für unschuldig. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm 16-fachen Giftmord, Betrug und Drogenbesitz vor. Er wird auch beschuldigt, sich mit der Entwicklung von Bakterien, mit denen nur Schwarze getötet werden sollten, sowie von Medikamenten befasst zu haben, die schwarze Frauen unfruchtbar machen sollten.

swissinfo und Agenturen

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