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Aids: Frauen immer häufiger betroffen

Überall in der Welt - wie hier in Kuala Lumpur - wird am Welt-Aids-Tag über die üble Krankheit informiert. Keystone

Aids-Hilfe Schweiz weist am Welt-Aids-Tag vom 1. Dezember auf die Tatsache hin, dass das Ansteckungs-Risiko für Frauen steigt.

Dieser Inhalt wurde am 30. November 2004 - 20:27 publiziert

Armut, Unterdrückung und Prostitution sind Gründe, dass sich Frauen heute zahlreicher mit dem HI-Virus infizieren als Männer.

Die Organisatoren haben "Frauen, Mädchen, HIV und Aids" zum Thema des diesjährigen Welt-Aids-Tag gemacht.

"Der Welttag der Immunschwächekrankheit ist ein Tag der Solidarität mit HIV-positiven oder aidskranken Leuten. Auch dient er dazu, die Leute daran zu erinnern, dass HIV immer noch ein grosses Problem darstellt", sagt Beatrice Aebersold, Geschäftsleiterin der Aids-Hilfe Bern gegenüber swissinfo.

Die Gefahren, denen Frauen ausgesetzt sind, wurden kürzlich in einem Bericht der UNO-Organisation UNAids und der Weltgesundheits-Organisation (WHO) der Öffentlichkeit vor Augen geführt.

Dort heisst es, dass heute rund die Hälfte der mit dem HI-Virus angesteckten Personen Frauen sind.

In der Schweiz sind bislang mehr Männer betroffen als Frauen. Aber die Zahl der infizierten Frauen hat in den vergangenen Jahren schneller zugenommen als bei den Männern.

"Von den 750 Personen, die in der Schweiz in der letzten Zeit positiv getestet wurden, waren 42% Frauen", sagt Aebersold.

Aus Schwarzafrika

Roberto Induni, Direktor der Aids-Hilfe-Schweiz sagt gegenüber swissinfo, dass der grösste Anteil von infizierten Frauen aus Schwarzafrika stamme.

"Die grösste Zahl der Frauen, die mit dem HI-Virus oder Aids in der Schweiz leben, sind Frauen oder Mädchen aus diesen Gebieten Afrikas", sagt Induni.

"Sie sind stärker gefährdet, weil diese Länder eine hohe Krankheitsrate aufweisen." Dort, so Induni, seien die soziologischen Gegebenheiten ausschlaggebend: Die Frauen könnten ihren Sexualpartner oft nicht wählen und sie könnten sich kaum schützen.

Induni sagte weiter, dass Aids-Hilfe-Schweiz so genannte "Mediatoren" einsetze, welche die Sprache sprechen würden und die Frauen über Prävention und Behandlungen aufklärten.

"Damit sind wir sehr erfolgreich, denn wir versuchen an die Frauen heranzukommen und überlieferte Gepflogenheiten aufzubrechen. Doch ist es schwierig, mit Leuten über Sexualität zu sprechen, die nicht gelernt haben darüber zu reden."

Ungeschützter Geschlechtsverkehr

Wie in den meisten Industrieländern begann sich der HI-Virus und damit Aids in der Schweiz in den späten 1970er Jahren auszubreiten.

Die erste Risikogruppe waren Homosexuelle und Drogenabhängige. Doch Mitte der 1980er Jahre erreichte das Virus auch die heterosexuelle Bevölkerung. Seit dieser Zeit steigt die Zahl der Frauen, die sich mit dem HI-Virus anstecken, kontinuierlich an.

Adis Hilfe Schweiz gibt zu bedenken, dass heute gut die Hälfte der Ansteckungen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr entstehen.

Junge Frauen seien am meisten gefährdet, sagt Beatrice Aebersold. In der Schweiz sei diese Risikogruppe zwischen 20 und 40 Jahre alt, in Teilen der Welt seien die Mädchen jedoch nur mal 13- oder 14-jährig.

"Arme, schlecht ausgebildete und deshalb oft arbeitlose Frauen – oft Einwanderinnen - landen nicht selten in der Prostitution", sagt Aebersold. "Hier können sie sich schlecht vor den Gefahren einer HIV-Infektion schützen."

swissinfo, Katalin Fekete
(Übertragung aus dem Englischen: Urs Maurer)

Fakten

Weltweit leben 40 Mio. Personen mit HIV oder Aids
Davon sind 18 Mio. Frauen und Mädchen.
In der Schweiz sind es rund 20'000 Personen
Wovon 5–6000 Frauen.

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In Kürze

Der diesjährige Welt-Aids-Tag konzentriert sich auf junge Frauen, eine immer grösser werdende Risikogruppe.

Grund dafür ist das fehlende Recht auf Selbstbestimmung und Armut, die Frauen oft in die Prostitution zwingt.

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