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Andorras Aussenminister zu Besuch in Bern

Der andorranische Aussenminister Santolària hat am Montag (23.10.) in Bern mit Bundesrat Deiss die Situation internationaler Finanzplätze erörtert. Der Kleinstaat Andorra wurde jüngst von der OECD beschuldigt, Zielland für Fluchtgelder zu sein.

Dieser Inhalt wurde am 23. Oktober 2000 - 16:39 publiziert

Der Kleinstaat in den Pyrenäen, der etwa so gross ist wie der Schweizer Halbkanton Obwalden, ist wie die Schweiz nicht Mitglied der Europäischen Union (EU).

Die beiden Länder hätten viele Gemeinsamkeiten, namentlich im internationalen Bereich, erklärte der Aussenminister des zwischen Frankreich und Spanien gelegenen Landes. Die Schweiz unterhält seit 1995 diplomatische Beziehungen zu Andorra. Das Fürstentum ist erst seit 1993 ein von Frankreich und Spanien vollständig unabhängiger Staat.

OECD-Kritik

In jüngster Zeit war der Finanzplatz Andorras internationaler Kritik ausgesetzt. Der Name des Kleinstaats firmiert mit Liechtenstein, Monaco und den britischen Kanalinseln auf einer im Juni veröffentlichten Liste der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD).

Die insgesamt 35 Steuerparadiese werden beschuldigt, Zielländer für Fluchtgelder zu sein. Wenn sie ihre Steuergesetze nicht ändern, müssen sie mit Sanktionen rechnen. Von der Schweiz fordert die OECD eine Lockerung
des Bankgeheimnisses.

Andorra wie auch die Schweiz hätten den Willen, einen sauberen Finanzplatz zu erhalten, sagte Deiss. Er verwies dabei auf die "strenge Linie", welche die Schweiz im Kampf gegen die Geldwäscherei verfolge. Ein gemeinsames Vorgehen mit Andorra gebe es nicht. Bei der Zinsbesteuerung seien beide jedoch der Ansicht, dass ein Quellensteuersystem angebracht sei.

Private Gemeinsamkeit

Deiss erwähnte am Rande auch eine private Gemeinsamkeit mit Santolària. Die zwei heutigen Aussenminister begannen in den 60er Jahren fast zur gleichen Zeit an der Universität Freiburg ihre Studien, beide an der Wirtschaftsfakultät.

swissinfo und Agenturen

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