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Asien setzt Clariant unter Druck

Ein Chemiker bei Clariant in Muttenz.

(Keystone)

Die Rosskur beim Spezialchemie-Unternehmen Clariant trifft zuerst die Schweiz: Der angekündigte Abbau von weltweit 4000 Stellen beginnt im Kanton Baselland.

In Muttenz und Reinach verlieren 250 bis 280 Mitarbeiter ihren Job. Es kommt zu rund 100 Entlassungen.

Damit möglichst wenig Leute danach auf der Strasse stehen, werden interne Jobbörsen eingerichtet und die Betroffenen bei der Suche nach einem Arbeitsplatz ausserhalb des Unternehmens unterstützt.

Dies gab Clariant am Mittwoch in einem Communiqué bekannt. Mit den Gewerkschaften sei ein Sozialplan vereinbart worden.

Clariant hatte im letzten Februar beim Konzernumbau zum Vorschlaghammer gegriffen, um die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern.

Der Abbau von 4000 der weltweit 28'000 Arbeitsplätze ist laut Konzernchef Roland Lösser nötig, um die Zukunft von Clariant zu sichern.

Davon betroffen seien alle Teile des Unternehmens, von der Verwaltung bis zur Produktion. Der Aderlass soll bis Ende 2005 abgeschlossen sein.

Verfehlte Akquisitions-Politik

Der Chemiekonzern leidet laut der Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) unter den Folgen einer "verfehlten Akquisitions-Politik", die für happige Verluste gesorgt hatte.

Zudem macht die Globalisierung dem Unternehmen zu schaffen. Umsatz und Erträge schrumpften in den letzten Jahren deutlich.

"Der wesentliche Grund für diese Entwicklung ist der weltweite Trend besonders der Textilindustrie, den Kunden zu folgen und die Produktion nach Asien zu verlagern. Diesem Trend kann sich auch Clariant - und gerade das stark von der Textilfarbstoff-Produktion abhängige Werk Muttenz - nicht entziehen", schreibt Clariant.

Produktion schrumpft

Von den 250 bis 280 zu streichenden Stellen seien "nicht ganz die Hälfte" in der Produktion angesiedelt, der Rest in der Verwaltung und in der Entwicklung.

Damit dürfte die Produktion in Muttenz um rund einen Fünftel schrumpfen, sagte Clariant-Sprecher Walter Vaterlaus.

Es sei aber noch nicht genau bestimmt, wie viele Arbeitsplätze in Reinach und wie viele in Muttenz verloren gingen. Die Betroffenen würden in den nächsten Wochen informiert.

In dem neu erbauten Technologie-Zentrum in Reinach arbeiten rund 200 Personen, in Muttenz über 1000, davon die Hälfte in der Produktion.

Neben dem Abbau von Stellen will Clariant Betriebe zusammenlegen sowie Strukturen und Abläufe wie beispielsweise die Lagerhaltung optimieren.

Festhalten am Werkplatz Schweiz

"Wir sind überzeugt, mit diesen Massnahmen die Produktion in Muttenz langfristig sichern zu können", sagte Vaterlaus. Denn man glaube die Mittel zu haben, um die Kosten zu senken und konkurrenzfähig zu sein. Clariant wolle den "Werkplatz Schweiz auch in Zukunft erhalten".

Dennoch hält sich der Aderlass unter dem Strich in Muttenz in Grenzen. Denn Clariant will Konzern-Funktionen aus dem Ausland in den Hauptsitz verlagern.

Die genaue Zahl sei noch nicht bestimmt, aber es dürfte sich um 200 Arbeitsplätze handeln, sagte Clariant-Sprecher Rainer Weihofen.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Clariant streicht weltweit 4000 Stellen.
Davon 280 in der Schweiz.
Weltweit beschäftigt Clariant 28'000 Mitarbeiter.
Das Unternehmen macht Verkaufs-Einbrüche und zunehmender Wettbewerb für den Abbau verantwortlich.

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