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Asylstatistik 2000: Tiefste Gesuchszahl seit fünf Jahren

"1999 war das Jahr der Ankünfte, 2000 das Jahr der Abreisen."

(Keystone)

In der Schweiz haben letztes Jahr 17'611 Menschen um Asyl nachgesucht. Das ist die tiefste Zahl seit 1995. Auch der Bestand der Personen im Asylbereich ist seit 1994 erstmals rückläufig. Grund sind die Rückführungen in den Kosovo.

Letztes Jahr sind im Rahmen des Rückkehrhilfe-Programms 16'849 Menschen freiwillig in den Kosovo zurückgekehrt, wie Jean-Daniel Gerber, Direktor des Bundesamtes für Flüchtlinge (BFF), am Dienstag (16.01.) an einer Medienkonferenz in Bern erklärte.

«1999 war das Jahr der Ankünfte, 2000 das Jahr der Abreisen», sagte Gerber, der die Umsetzung des Rückkehrhilfe-Programms für den Kosovo als Erfolg bezeichnete. Ende 2000 lebten insgesamt 98'480 Menschen aus dem Asylbereich in der Schweiz. Das sind 26 Prozent weniger als im Vorjahr.

Schweiz galt als «voll»

Die Zahl der Asylsuchenden hat im Jahr 2000 gegenüber dem Vorjahr um 28'457 - rund 62 Prozent - abgenommen. Gerber führte die Abnahme nebst dem neuen Asylrecht auf die härtere Praxis Italiens gegenüber Schlepperbanden zurück. Zudem habe die Schweiz als «voll» gegolten, worauf die Asylsuchenden andere Ziel-Länder gewählt hätten. Welcher Faktor letztlich bestimmend gewesen sei, wisse man nicht, sagte der BFF-Direktor.

Jeder fünfte, der im Jahr 2000 in der Schweiz um Asyl nachsuchte, stammte aus Jugoslawien. Auf den nächsten Plätzen folgen Bewerber aus der Türkei (8,1 Prozent), Bosnien und Herzegowina (7,4 Prozent) sowie aus dem Irak (5,2) und Sri Lanka (5,1 Prozent).

Anerkennungsquote schwankt

Im vergangenen Jahr erhielten 2'061 Menschen Asyl in der Schweiz. Dabei ergaben sich starke Schwankungen: So betrug die Annerkennungs-Quote bei Asylsuchenden aus Jugoslawien 1,8 Prozent, bei türkischen Staatsangehörigen dagegen 42,5 Prozent.

Vorläufige Aufnahme fanden rund 17'000 Personen. Gut 97 Prozent von ihnen im Rahmen der «Humanitären Aktion 2000». Von der humanitären Aufnahme, die Ende März 2001 abgeschlossen wird, profitierten Staatsangehörige aus Sri Lanka, Jugoslawien, Bosnien und Herzegowina sowie Somalia.

Weitere Rückkehrprogramme

Laut BFF sollen die Rückkehrhilfe-Programme auf weitere Länder ausgedehnt werden. Nebst den bereits angelaufenen Programmen für Äthiopien, Sri Lanka und Nordirak sind solche für die Türkei, Somali und Eritrea in Planung.

Für weitere sieben Länder und Regionen laufen Machbarkeitsstudien: Vietnam, Iran, Angola, Kongo, die Maghreb- Staaten, Serbien und Kaukasus.

swissinfo und Agenturen

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