Navigation

Skiplink navigation

Auch Marc Rosset verzichtet auf Sydney

Mar Rosset (Archivbild) mit seiner Goldmedaille von Barcelona. Keystone

Die Serie von prominenten Schweizer Olympia-Absagen im Tennis hält an. Nach Martina Hingis und Patty Schnyder gab einen Tag vor dem geplanten Abflug auch Marc Rosset seinen Verzicht bekannt.

Dieser Inhalt wurde am 12. September 2000 - 13:53 publiziert

Der Olympiasieger von Barcelona begründet die Absage mit "extremer physischer und mentaler Erschöpftheit".

Kein Schweizer Doppel

Mit dem Fehlen des langen Genfers sind die ohnehin kleinen Schweizer Medaillenchancen noch geringer geworden. Entsprechendes Auslosungsglück vorausgesetzt, hätte der unberechenbare Rosset sowohl im Einzel als auch im Doppel mit seinem Freund Roger Federer einen Exploit schaffen können.

Federer bleibt nun das einzige Eisen im Feuer, die Hoffnungen beschränken sich aber auf das Einzel. Ein Schweizer Doppel wird es nicht geben, da Lorenzo Manta nicht für das Doppel nachnominiert werden darf. Dies, weil ihn Swiss Tennis auf der massgebenden "Entry List" nicht als möglichen Teilnehmer nannte.

Rossets Leistungen der letzten Monate gaben zwar keinen Anlass zu riesigen Hoffnungen, der 29-Jährige hatte sich aber in der Vergangenheit wiederholt als Mann für die wichtigen Stunden profiliert.

Vor acht Jahren setzte er in Barcelona mit seiner Goldmedaille nicht nur tennisspezifisch ein Highlight, sondern war aus Schweizer Sicht quasi der Retter der gesamten Spiele. Er holte in Katalonien unter anderem nach Erfolgen gegen Jim Courier, Goran Ivanisevic und Emilio Sanchez sowie mit dem heroischen Fünfsatz-Finalerfolg gegen Jordi Arrese die einzige Schweizer Medaille der Spiele.

Rosset wollte nicht als Mitläufer anreisen

Im Communiqué von Manager Claudio Hermenjat betonte Rosset, dass er aus professioneller Sicht diesmal auf Olympia verzichten müsse, da die Batterien leer seien. "Wenn ich nach Sydney gefahren wäre, dann, um für mich und mein Land eine Medaille zu gewinnen und nicht, um als Teilnehmer in den Annalen aufgeführt zu werden", sagte Rosset.

Er hatte einen Olympia-Verzicht nach der enttäuschenden Hartplatzsaison bereits vor den US Open erwogen, Fitnesstests bei Pierre Paganini veranlassten ihn dann zum Forfait.

"Marc ist psychisch und physisch weit von seiner optimalen Form entfernt. Er ist aber sehr enttäuscht, denn er hätte zu gerne die Scharte von Atlanta ausgewetzt", meinte Hermenjat. Damals hatte Titelverteidiger Rosset in den Achtelfinals nach klarem Rückstand gegen Renzo Furlan (It) aufgegeben.

Rückkehr in die Top 20 als Ziel

Rossets Entscheid lässt sich auch damit erklären, dass er heuer unbedingt in die Top 20 zurückkehren will und bis Ende Jahr ein dementsprechend chargiertes Programm vor sich hat.

Im Vorjahr spielte der derzeitige Weltranglisten-33. für seine Verhältnisse eine bescheidene Hallensaison und erreichte nur in Toulouse (Halbfinal), Moskau (Viertelfinal) und Paris (Achtelfinal) ansprechende Resultate.

swissinfo und Agenturen

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen