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Aus für Schweiz beim Davis Cup

Roger Federer machte seine Arbeit, wie sie von ihm erwartet wurde.

(Keystone)

Die zwei Siege im Einzel von Roger Federer haben nicht genügt. Das Schweizer Team am prestigeträchtigen Davis Cup hat 2:3 gegen Frankreich verloren.

Trotz Enttäuschung im Schweizer Lager bleibt Federer der gefeierte Sportler.

Es hätte das perfekte Fest für Roger Federer werden können. Der Basler hatte sich wie ein Kind gefreut, im Viertelfinal gegen die französischen Spieler anzutreten. Insbesondere in einem Wettkampf, den er über alles liebt: dem Davis Cup.

Vor allem aber freute er sich, als Nummer 1 der Weltrangliste in seinem Heimatland, vor seinem Publikum zu spielen. Symbolisch markierte sein Auftritt auf der "Patinoire de Malley" in Lausanne aber auch die Rückkehr zum Anfang seiner Karriere: 1996, mit 14 Jahren, hatte er nur wenige Schritte von der Halle entfernt gewohnt, als er in Ecublens das nationale Tennis-Zentrum besuchte.

Federer mit gewohnter Klasse

Und der heute 23-jährige Federer wurde den gestellten Erwartungen gerecht. Am Freitag gewann er gegen den Franzosen Nicolas Escudé 6:2, 6:4, 6:4. Zwei Tage darauf lieferte Federer mit 6:2, 7:5, 6:4 gegen Arnaud Clément einen erneuten Beweis seiner Klasse. Gegen Clement hatte Federers Team-Kollege Ivo Heuberger am Freitag bereits enttäuschend 3:6, 3:6, 2:6 verloren.

Federer aber fand stets das Mittel, um das Laufwunder unter Kontrolle zu halten. Er servierte mit einer Quote von 72 Prozent ausgezeichnet, gab bei eigenem Aufschlag nur 20 Punkte ab und musste gegen einen der besten Returnspieler auf der Tour keinen einzigen Breakball abwehren.

Einen Traum erfüllt

Der Münchensteiner hat damit 14 seiner 15 letzten Einzel im Davis Cup gewonnen und sich in dieser Zeit ein unglaubliches Satzverhältnis von 44:4 erspielt. Er konnte danach von fast 7000 begeisterten Fans die wohl längsten Huldigungen entgegennehmen, die hierzulande je einem einzelnen Sportler zuteil wurden.

"Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Ich kann wirklich stolz sein, vor dieser Kulisse und dazu noch erstmals als Nummer 1 so gut gespielt zu haben", kommentierte der Gefeierte.

Kratochvil als "Krieger" ohne Chance

Im entscheidenden fünften Spiel am Sonntag machte dann Escudé wie vor drei Jahren in Neuenburg - gegen George Bastl - die Schweizer Hoffnungen zunichte. Der Wahl-Genfer setzte sich gegen den gut disponierten Michel Kratochvil durch und verhalf Frankreich mit dem 7:6 (7:3), 6:4, 7:6 (8:6) zu einem Halbfinal-Rendezvous in Spanien.

Einen "Krieger" hatte sich Captain Marc Rosset für das letzte Einzel gewünscht und Kratochvil erfüllte ihm diesen Wunsch, obwohl fehlende Matchpraxis und mangelndes Selbstvertrauen letztlich zu hohe Hürden waren. Der Ostermundiger spielte im Gegensatz zu einzelnen früheren Partien inspiriert, hätte mindestens einen Teilerfolg verdient gehabt und diesen im dritten Satz auch realisieren müssen.

Nachdem er einen scheinbar kompromittierenden 3:5-Rückstand ausgeglichen hatte, führte er im Tiebreak plötzlich 6:3. Die drei Satzbälle konnte er aber nicht nützen, zwei davon bei eigenem Aufschlag. Klar, dass ihn die vergebenen Chancen beschäftigten: "Als ich so aufgeholt hatte und im Tiebreak die Satzbälle hatte, habe ich noch an ein Wunder geglaubt. Aber der Weg zum Sieg wäre auch dann noch weit gewesen."

Enttäuschung bei den Schweizern

Am späten Sonntagnachmittag war die Enttäuschung im Schweizer Lager zwar gross, Trübsal mochte aber niemand blasen. Federer: "Es ist schade. Wir waren nahe daran, sie zu schlagen aber am Schluss waren sie besser. Wir haben uns aber nichts vorzuwerfen."

swissinfo, Agenturen und Mathias Froidevaux


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