Austausch über Grenzen hinweg

Auch das Abwaschen gehört zum Lager-Leben des eurolife.01. swissinfo.ch

Freundschaft schliessen mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern, einen Teil zu einer besseren Welt leisten, die Natur erleben und Spass haben. Das und vieles mehr wollen die 1'600 Pfadfinderinnen und Pfadfinder, die aus der ganzen Welt nach Interlaken ans eurolife.01 gereist sind.

Dieser Inhalt wurde am 26. Juli 2001 - 17:53 publiziert

Die letzten sind in der Nacht vor der Eröffnung am Donnerstag (26.7.) eingetroffen. Entlang den Flüssen sind sie nach Interlaken gereist, entlang der Rhone, des Rheins, der Donau und des Pos. Aus über 20 Nationen sind die Pfadfinderinnen und Pfadfinder ins Berner Oberland gekommen, 1'600 sind es insgesamt. Sie stammen hauptsächlich aus europäischen Ländern. Aber auch aus Mexiko und Singapur sind die Scouts angereist.

Ausgelassener Auftakt

"Ich erwarte, dass die Leute hier sich austauschen, über ihre Ideen und ihre Lebensweise", sagt Katharina Weber. "Ich erhoffe mir, dass eine friedliche Atmosphäre herrscht und man versucht, sich zu verstehen." Die 18jährige Schweizerin kommt direkt von der Einweihungsfeier, wo die 1'600 Pfadfinderinnen und Pfadfinder ihr eurolife 01. in ausgelassener Stimmung eingeläutet haben.

Laut singend und klatschend sind die Gruppen der verschiedenen Länder zu dieser Feier in der Arena der Tellspiele in Interlaken einmarschiert, haben sich unter einem Dach zusammengefunden. Und dem Alphornbläser applaudiert, der in einem kleinen Theaterstück die traditionelle Schweiz symbolisierte und nach einigen Anfangs-Schwierigkeiten mit der englischen Hipp-Hoperin Freundschaft schloss. Ganz nach dem Motto des Anlasses, der ermuntern will, wie Weltbürgerinnen und Weltbürger zu leben.

Verschiedene Aktivitäten

"Lasst das internationale Verständnis wachsen", rief die Lagerleitung die jungen Leute im Alter von 14 bis 18 Jahren zum Auftakt des Lagers, das noch bis am 4. August dauert. "Wir wollen die Welt nach eigenen Vorstellungen mitgestalten".

Dazu wurden die jungen Leute auch von Alt-Bundesrat Adolf Ogi aufgerufen, der das Lager am Freitag (27.07) besuchte. Das Programm "Building World Citizenship", in dessen Rahmen das Lager durchgeführt wird, verfolge dieselben Ziele, die auch die UNO anstrebe, sagt Ogi.

Gelebt werden sollen diese Ideen besonders in der Zeltstadt auf dem ehemaligen Flughafen Interlaken. Kleine Zelte reihen sich dort aneinander, dazwischen finden sich Tippis und offene Aufenthaltszelte mit Kochstellen. Das Lager ist die Basis für diverse Aktivitäten. In halbtägigen Workshops beschäftigen sich die Pfadis mit "Aspekten des Weltbürgertums", wie Bendedikt Trefzer sagt, Verantwortlicher für die Animation. Da werden Themen wie Frieden diskutiert, oder Gesundheit oder Umwelt. Daneben sind viele andere Aktivitäten möglich: Zum Beispiel Konzerte, Biwaktouren, Flossfahren. Dabei sei es etwas von wichtigsten, Spass zu haben, betont Benedict Trefzger.

Zwei Jahre Vorbereitung

Eurolife.01 ist das erste europäische Pfadilager, das in diesem Rahmen organisiert wird, gemäss dem Motto des "Building World Citizenship"- Programms des Organisators "World Assosiation of Girls and Scouts" (WAGGGS). Das Schweizer Organisations-Team hat zwei intensive Jahre der Vorbereitung hinter sich und logistische Strukturen ausgeklügelt. Die Lebensmittel der Lagerküchen werden vom Verteiler geliefert. "Gekocht wird multikulturell und für alle dasselbe, sagt Bettina Horber, Kommunikations-Verantwortliche. "Wir berücksichtigen aber, wenn jemand koscher isst, ohne Schweinefleisch oder vegetarisch."

Finanziert wird das Lager einerseits mit den Teilnehmer-Beiträgen, welche für den einzelnen berechnet wurden nach dem Pro-Kopf-Einkommen seines Herkunft-Landes. Weitere Mittel kommen durch Sponsoring und Spenden zustande. Vorgesehen ist ein Budget von 1,5 Mio. Franken.

Hoffnung auf Aufwind

Katharina Kalscics, Bundesleiterin der Pfadibewegung Schweiz, hofft, dass eurolife.01 das Interesse an der Pfadi in der Schweiz etwas ankurbeln wird. Denn hierzulande wie auch in anderen westeuropäischen Ländern ist ein Rückgang zu verzeichnen. Sie ist überzeugt, dass Pfadi etwas sehr Aktuelles ist. "Das Leben in der Gruppe, die Erfahrung, was es heisst, Verantwortung zu übernehmen, das sind heute ganz wichtige Dinge."

Freundschaften schliessen

"Para conocer gente", um Leute kennenzulernen, darum sei sie gekommen, sagt Blanca aus "Catalun". Wen man auch fragt, alle freuen sie sich am meisten darauf, Bekanntschaften zu machen. So sagt denn auch die Schweizerin Andrea: "Es ist eine super Stimmung, es hat so viele Leute und alle aus verschiedenen Länder, einfach lässig".

Kathrin Boss Brawand

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