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Baselworld hofft auf Wachstumsschub

Asiatische Uhren- und Schmuckhändler beim Verlassen des Messegebäudes vor einem Jahr.

(Keystone)

Der Luxusgüterbranche erhofft sich von der jährlichen Uhren- und Schmuckmesse in Basel, die am Mittwoch ihre Tore geöffnet hat, einen Wachstumsschub.

Als weltgrösste Branchen-Messe möchte "Baselworld" zahlreiche Probleme entschärfen, um das Vertrauen der Konsumenten wiederherzustellen.

Das Vertrauen der Konsumenten ist eine Schlüsselgrösse für die Luxusbranche, denn das wirtschaftliche Klima, der Krieg im Irak und die Gefahr des globalen Terrorismus setzten 2003 auch der Luxusgüterbranche weltweit zu. Die diesjährige Uhren- und Schmuckmesse in Basel soll das richten. Und zudem auch den eigenen, letztes Jahr beschädigten Ruf der Ausstellung wieder in ein besseres Licht rücken.

Im April 2003 hatten die Schweizer Behörden Aussteller aus Hongkong, Singapur, China und Vietnam kurzfristig von der Teilnahme an der Messe ausgeschlossen, weil sie in der möglichen Übertragung des tödlichen SARS-Virus eine zu grosse Gefahr sahen.

Rund 300 Unternehmen hatten damals ihren Auftritt an der Messe bereits bezahlt gehabt, um dann in letzter Minute vom Ausstellen abgehalten zu werden.

"Dieser Zwischenfall vor einem Jahr ist sehr bedauerlich. Er war völlig unnötig. Aber heute ist das Gefühl, wieder dabei zu sein, wirklich toll", sagt Frederic Lam, Direktor des Hong Kong Trade Development Council (TDC), gegenüber swissinfo.

Wieder willkommen

Dass die Hongkonger Aussteller wieder dabei sind, wurde im vergangenen September zwischen "Messe Schweiz" (Swiss Exhibition) und Hong Kong TDC vereinbart. Messe Schweiz repräsentiert die wichtigsten Schweizer Messe- und Kongress-Aussteller.

Frederic Lam sagt, diese Vereinbarung habe aus der schwierigen Situation vom vergangenen Jahr eine Partnerschaft gemacht, die beiden Parteien Vorteile bringe.

"Nun sind wir wieder hier und sollten eigentlich vergessen, was letztes Jahr ablief. Ich glaube, 2004 wird ein gutes Jahr für Basel und auch für Hongkong."

Über die finanziellen Details der Vereinbarung allerdings wollten weder die Schweizer noch die Hongkonger Partner etwas sagen.

Vorsichtig optimistisch

Die Messeveranstalter geben sich vorsichtig optimistisch. Die Schlagzeilen für 2004 sollten sicher besser sein als jene im vergangenen Jahr. "Mit dem ausgebrochenen Irakkrieg, der Verbreitung von SARS und einer Konjunktur, die nicht richtig anziehen wollte, war 2003 für die Luxusbranche ein extrem schwieriges Jahr", sagt René Kamm, CEO von Messe Schweiz.

"Die Frühindikatoren für 2004 zeigen jedoch nach oben. Die Aussteller in Basel sind überzeugt, dass Baselworld 2004 neue Trends in Richtung von vermehrtem Kaufvolumen setzt."

Etwas gemässigter drückt sich der Präsident des Aussteller-Kommittees, Jacques Duchêne, aus: "Das laufende Jahr hat nicht gerade besonders zufriedenstellend begonnen. Doch ist ein Umkehrtrend klar erkennbar."

Die momentanen Aussichten seien deshalb optimistisch, obwohl eine gewisse Vorsicht angebracht bleibe: Wirtschaftszyklen können sich in Richtungen entwickeln, die nicht einschätzbar seien.

Der Flop von Zürich

Eines der grossen Ereignisse im laufenden Jahr ist die Rückkehr der nationalen Pavillions nach Basel. Letztes Jahr waren die Aussteller gezwungen worden, erstmals nach Zürich auszuweichen.

Das Zürcher Abenteuer erwies sich als Flop, da die Anbieter aus Hongkong und anderen asiatischen Ländern dann ohnehin ausblieben.

Die Messe-Organisatoren haben nun 42 Mio. Franken dafür investiert, 27 nationale Pavillions in einer "Hall of Universe" zu vereinen. Dort werden Uhren, Juwelen, Edelsteine und Perlen ohne Label oder Marken ausgestellt.

Für die kommenden sechs Jahre wird die Halle ausschliesslich für die Baselworld benutzt. Dennoch sind sich die Organisatoren sicher, dass die Halle trotz Kosten von einer Million pro Tag rentiert.

Marken-Flaggschiffe und hohe Geschäftsvolumen

Auch dieses Jahr werden die grössten Marken-Flaggschiffe in Sachen Luxusuhren und Schmuck vereint in Basel auftreten.

"Es gibt wenige Branchen in der Welt, die eine derartig dominierende Messe in ihrem Bereich kennen wie die Uhren- und Luxusindustrie", sagt René Kamm, "was sich natürlich positiv auf das globale Prestige des gesamten Sektors auswirkt".

Es wird grob davon ausgegangen, dass rund die Hälfte aller im Grosshandel getätigten Volumen auf Geschäfte zurück geht, die in den acht Tagen der Messe geschlossen werden.

Nur bedingt fürs grosse Publikum

Das ist auch einer der Gründe, weshalb die 2186 Aussteller aus 44 Ländern weder Mühe noch Aufwand scheuen, Gäste in ihren aufwändig dekorierten Pavillions fürstlich zu empfangen.

Obschon die Messe auch für das grosse Publikum geöffnet ist, mag manch ein Aussenstehender enttäuscht von der Ausstellung sein. Denn all die Uhren und Schmuckstücke sind ohne Preisangaben ausgestellt. Und kaufen kann man sie an der Messe selbst auch nicht.

swissinfo, Robert Brooks
(Aus dem Englischen von Alexander Künzle)

In Kürze

Schweizer Aussteller sehen folgende Trends:
Der Luxusbereich im Uhrensektor ist der erste, der sich erholt, wenn sich das Wirtschaftsklima verbessert.
Alle anderen Bereich folgen diesem Trend recht schnell, besonders der Edelstahl-Bereich.
Das Gütesiegel "Swiss Made" kann seinen internationalen Ruf halten.
Aufstrebende Länder ("emerging countries") werden vermehrt zu Zielmärkten, denn die verfügbaren Einkommen in diesen Ländern steigen.

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Fakten

"Baselworld" dauert vom 15. bis zum 22. April.

Schätzungsweise die Hälfte aller Grosshandels-Verkaufsvolumen innerhalb des Sektors gehen auf Messe-Geschäfte in Basel zurück.

2186 Aussteller aus 44 Nationen zeigen ihre neuesten Modelle und Kollektionen.

Die Messe findet dieses Jahr ausschliesslich in Basel statt.

Die Messe-Organisatoren erwarten wieder rund 80'000 Besucher, nachdem 2003 die Zahlen um 22% eingebrochen waren.

Die Brutto-Ausstellungsfläche der Messe nahm auf 160'000 Quadratmeter zu.

Es ist die grösste Messe, die je in Basel durchgeführt wurde.

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