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Bei vielen Firmen noch ungenügende Transparenz

Die Schweizer Börse von innen: Nicht alle Firmen genügen ihren Richtlinien.

(Keystone)

Die Anlagestiftung Ethos sieht bei den Unternehmen in der Schweiz Nachholbedarf in Sachen Corporate Governance.

38 von 100 börsenkotierten Gesellschaften genügen einer Untersuchung zufolge den Richtlinien der Schweizer Börse nicht.

Obwohl die Schweiz im Vergleich mit anderen europäischen Ländern nicht schlecht abschneide, sei dieses Resultat ungenügend, erklärte der Direktor der in Genf ansässigen Ethos-Stiftung, Dominique Biedermann, an einer Medienkonferenz am Dienstag in Zürich.

Verbesserung noch möglich

Unter Corporate Governance - gute Unternehmensführung - werden Regeln verstanden, die in einem Unternehmen die Rolle und die Machtverhältnisse zwischen der Geschäftsleitung, dem Verwaltungsrat, dem Kontrollorgan, den Aktionären und allen anderen Anspruchsgruppen bestimmen.

Das Ranking sei ein wichtiges Instrument für Aktionäre, die Informationen über Corporate Governance wollten, sagte Ethos-Vizepräsident Kaspar Müller gegenüber swissinfo. "Schweizer Unternehmen haben in den letzten Jahren in dem Bereich zwar Fortschritte gemacht, doch kann noch viel verbessert werden."

Zuviel Überlappung

Ein Sorgenkind ist für Müller die Struktur und die Zusammensetzung vieler Führungsgremien. In mindestens 17 Top-Unternehmen in der Schweiz gebe es immer noch Leute, die sowohl den Verwaltungsrat wie auch die Geschäftsleitung präsidierten.

Ziel einer ausgewogenen Corporate Governance ist die nachhaltige Wertsteigerung eines Unternehmens für alle Anspruchsgruppen. In der Schweiz erliess die Schweizer Börse im letzten Jahr die so genannte SWX-Richtlinie betreffend Informationen zur Corporate Governance.

Der Wirtschafts-Dachverband economiesuisse publizierte zudem im Juli 2002 den "Swiss Code of Best Practice".

Finanzdienstleister an der Spitze

Die Ethos-Stiftung untersuchte nun, wie stark sich die Schweizer Unternehmen an diese Richtlinien halten und erstellte ein Rating. An der Spitze finden sich die Finanzdienstleister UBS, Credit Suisse Group, Zurich Financial Services, der Rückversicherer Swiss Re und der Technologiekonzern Unaxis.

Schlusslichter mit besonders mangelhafter Transparenz und Corporate Governance sind gemäss Ethos-Stiftung die Unternehmen Zehnder, Conzzeta, Belimo, Ems Chemie und Edipresse.

Die Unternehmen des Blue-Chip-Indexes SMI schneiden insgesamt besser ab als der Durchschnitt. Von den 26 Unternehmen (seit 1.10.2003 sind es nur noch 25) können sechs als nicht konform gemäss SWX-Richtlinie bezeichnet werden, darunter Roche, Swatch Group oder die Société Générale de Surveillance.

Die Schweizer Börse SWX gab eine Untersuchung beim Institut für Rechnungswesen und Controlling der Universität Zürich in Auftrag. Diese soll am 1. Dezember veröffentlicht werden.

ZKB: Nicht auf Status quo verharren

Am Dienstag veröffentlichte zudem die Zürcher Kantonalbank (ZKB) eine Studie unter dem Titel "Corporate Governance in der Schweiz", in welcher die SMI-Unternehmen bewertet werden. Auch hier stehen Finanzdienstleister an der Spitze, neben Novartis (Rang 2) und Holcim (Rang 5). Schlusslichter sind Swatch, Kudelski, Richemont, Serono und Julius Bär.

Die ZKB schreibt, dass im letzten Jahr mit den Richtlinien ein wichtiges Zeichen gesetzt worden sei. "Man sollte aber nicht auf diesem Status quo ruhen bleiben, sondern auf diesem Fundament aufbauen", heisst es in der Studie.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Nach den Funktions-Störungen und Fehlentwicklungen, die in den vergangenen Jahren bei verschiedenen börsenkotierten Gesellschaften beobachtet werden konnten, schenken die Aktionäre der Einhaltung der Corporate-Governance-Regeln immer mehr Beachtung.

Um die Anleger zu schützen und ihr Vertrauen wiederzugewinnen, erliess die Schweizer Börse 2002 die SWX-Richtlinie betreffend Informationen zur Corporate Governance". Diese legt fest, welche Angaben bezüglich Corporate Governance die börsenkotierten Gesellschaften in ihren Geschäftsberichten offenlegen müssen.

Als langfristig orientierte institutionelle Anlegerin legt die Anlagestiftung Ethos grossen Wert auf die Einhaltung der neuen SWX-Richtlinie und die Beachtung der Best-Practice im Bereich der Corporate Governance. Deshalb führte die Stiftung eine detaillierte Studie über den Stand der Corporate Governance bei den 100 grössten an der Schweizer Börse kotierten Gesellschaften durch.

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