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BERUFSBILDUNGS-WETTBEWERB Schweizerinnen und Schweizer stellen ihre beruflichen Fähigkeiten auf die Probe

2 Swissskills team members

Die SwissSkills-Teammitglieder Sonja Durrer (links), Backen, und Rahel Weber, Patisserie und Konditorei, fühlen sich startbereit. 

( SwissSkills/Efeu_c_)

Wie bereitet man sich auf einen internationalen Berufswettbewerb vor? swissinfo.ch traf Mitglieder des Schweizer Teams, um herauszufinden, wie sie sich auf die Austragung der WorldSkills in Russland vorbereiteten.

Es ist ein warmer Samstag Ende Juli und die Mitglieder des Schweizer Teams treffen sich auf dem Gelände der Rüstungsfirma Ruag in Emmen bei Luzern, um das für den Wettbewerb benötigte Material zu verladen. 

Es ist das letzte Treffen vor den WorldSkillsexterner Link, die alle zwei Jahre an einem anderen Ort stattfinden. Ziel der Veranstaltung ist es, den besten jungen Menschen in Berufen aus verschiedensten Branchen zu erkoren – von der Elektronik- über die Friseur- bis zur holzverarbeitenden Branche. Der diesjährige Wettbewerb, der vom 22. bis 27. August läuft, findet in Kasan in Westrussland statt. Über 1500 Teilnehmende aus 60 Nationen werden dabei sein.

Das Schweizer Team besteht aus 41 jungen Menschen, alle unter 22 Jahren, die an 40 Wettbewerben teilnehmen. Die Herausforderung ist gross: Bei den letzten WorldSkills 2017 in Abu Dhabi gelang dem Schweizer Team die beste Leistung aller Zeiten. Es erzielte den zweiten Platz hinter China. 

WorldSkills in Abu Dhabi Schweizer Berufsleute räumen ab

Vom 15. bis 18. Oktober fanden in Abu Dhabi die Berufsweltmeisterschaften statt. Auch mit Schweizer Beteiligung.

Die Jugendlichen werden in der Ruag-Kantine begrüsst (die Firma gehört zu den Sponsoren). Ein Plakat an der Wand zeugt vom Erfolg einiger Teilnehmenden: vier Medaillen am letztjährigen SwissSkills-Wettbewerb in Bern, dem Wettbewerb um die Elite der Schweizer Lehrlinge. Viele SwissSkills-Gewinner gehören zur Nationalmannschaft (auch SwissSkills genannt).

Die Roten und die Schwarzen

Jeder in der Kantine trägt ein Team-T-Shirt: Rot für die Jugendlichen und Schwarz für 43 Experten und Expertinnen, die ihre Schützlinge in der jeweiligen Disziplin trainiert haben und auch nach Kasan reisen werden.

Laut Ueli Müller, Generalsekretär der Stiftung SwissSkillsexterner Link, der die Schweizer Beteiligung organisiert – und auch ein schwarzes T-Shirt trägt -, geht es heute darum, das Material und die Ausrüstung zu verladen. 

swissinfo.ch begleitet die erste Gruppe zur Verladestelle, wo Kisten für die rund 3500 km lange Reise per LKW nach Kasan vorbereitet werden. Das Material wird voraussichtlich während einer Woche unterwegs sein.  

Möbelschreiner

Die Schweizer Möbelschreiner und Möbelschreinerinnenexterner Link werden von der 19-jährigen Samanta Kämpf externer Linkaus dem Thurgau vertreten. Sie steht im letzten Jahr ihrer Ausbildung bei Herzogexterner Link, einem Küchenbau-Unternehmen.

Samanta Kämpf with her box, in her company lorry

Samanta Kämpfs Wettbewerbs-Material reist im LKW nach Kasan.

(swissinfo.ch)

In Kasan wird Samanta 22 Stunden Zeit haben, um ein Möbelstück während des Wettbewerbs zu planen und herzustellen. "Es wird eine einzigartige Erfahrung sein, die ich nie vergessen werde", sagt sie gegenüber swissinfo.ch.

Seit März trainiert sie mit Unterstützung ihrer Expertin exklusiv für den Wettbewerb. "Ich hoffe, dass ich die Leistung, die ich im Training erbracht habe, in Kasan wiederholen und einen guten Platz im Wettbewerb erreichen werde", sagt sie.

Die Möbelschreinerin ist eine von zwölf Frauen im Schweizer Team und hat sich in einer überwiegend männlichen Domäne durchgesetzt. Kämpf hofft, dass ihre Geschichte andere junge Frauen ermutigen wird, diesen Beruf auszuüben.

Teuerste Ausrüstung

Die teuerste Ausrüstung, die nach Kasan geht, begleitet den 21-jährigen Markus Hintermannexterner Link, der in der Kategorie CNC-Fräsenexterner Link startet. Hier werden Werkstücke aus Metall und anderen festen Materialien in hoher Präzision mit computergesteuerten Maschinen hergestellt. Diese können beispielsweise für die Herstellung von Teilen für Autos oder Smartphones verwendet werden.

Markus Hintermann

Markus Hintermann und Experte Jürg Marti neben der Boxe, in der die CNC-Maschine verpackt ist.

(swissinfo.ch)

Es ist nicht immer einfach, diese Disziplin zu erklären, sagt der gebürtige Bündner mit einem Lächeln, als er darauf wartet, dass seine Kiste eingeladen wird. Im Wettbewerb wird er gemäss einem Entwurf programmieren und das Material danach mit der CNC-Maschine fräsen. "Man muss wirklich sehr präzise arbeiten", sagt Hintermann.

Der Gewinner der Goldmedaille an den nationalen Meisterschaften, den SwissSkills, der beim Unternehmen Hamilton Bonduzexterner Link in Chur arbeitet, hofft, dass er in Kasan sein Bestes geben kann. Auch er hat intensiv trainiert. "Ich fühle mich bereit", sagt er.

Ziele und Botschafter

Die Verladung wird von SwissSkills Generalsekretär Müllerexterner Link überwacht. "Wir haben fast zehn Tonnen Material in 35 Kartons verpackt im Gesamtwert von 725'000 Franken", sagte Müller gegenüber swissinfo.ch, nachdem er die erste Gruppe überprüft hat.

Ueli Müller, secretary general of the SwissSkills foundation and participant

Ueli Müller, (links), Generalsekretär der SwissSkills-Stiftung, und Teilnehmer Jérôme Hug (Maurerei)

(SwissSkills/ Efeu_c_)

Er hofft auf ein gutes Ergebnis in Kasan. "In den letzten Jahren waren wir im internationalen Vergleich immer unter den ersten drei und das möchten wir gerne wiederholen. Selbstverständlich hoffen wir, dass jedes Teammitglied sein Bestes gibt."

Das Team hat in den letzten etwa sechs Monaten intensiv trainiert. "Es ist wie bei Elitesportlern: Wir machen Fertigkeits-Training, aber auch mentales und Medientraining, Teambuilding und Sport. Die Teilnehmenden müssen in guter körperlicher Verfassung sein, um den Wettkampf zu prästieren, wie im Elitesport. Es ist wichtig, dass sie gut vorbereitet sind", sagt Müller.

Die Berufsbildung ist natürlich eine Schweizer Visitenkarte. 

+ Lesen Sie hier, weshalb das Schweizer System als Vorbild für andere Staaten angesehen wird

Im dualen System verbringen die Auszubildenden 1-2 Tage in der Berufsschule und die übrige Ausbildung in einem Betrieb. Zwei Drittel der Schulabgänger wählen diesen Berufsbildungsweg.

"Wir sagen unseren Teammitgliedern, dass sie Botschafterinnen und Botschafter unseres Berufsbildungssystems seien", sagt Müller. "Und wir sind sehr stolz darauf."

WorldSkills

Seit der Einführung der ersten Profi-Weltmeisterschaft 1953 in Spanien im Jahr 1953 nehmen die Schweizer an WorldSkills teil.  

Die Teilnehmenden müssen jünger als 22 Jahre alt sein und einen nationalen oder regionalen Wettbewerb gewonnen haben. Das Schweizer Team wird von der SwissSkills-Stiftung betreut, welche die Schweizer Meisterschaften in verschiedenen Disziplinen durchführt und die Teilnahme an WorldSkills organisiert.

WorldSkills in Kazan findet vom 22. bis 27. August statt. swissinfo.ch wird nach Beendigung des Wettbewerbs über die Ergebnisse berichten.

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(Übertragung aus dem Englischen: Peter Siegenthaler)

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