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Bilanz der Demonstration gegen das WEF: Zwei verletzte Polizisten und beträchtlicher Schaden

Zwei verletzte Polizisten, zerschlagene Scheiben, beschädigte Autos, Sprayereien: Das ist die Bilanz der verbotenen Strassen-Demonstration mit 1'300 Personen vom Samstagnachmittag (29.01.) in Davos.

Dieser Inhalt wurde am 30. Januar 2000 - 18:01 publiziert

Zwei verletzte Polizisten, zerschlagene Scheiben, beschädigte Autos, Sprayereien: Das ist die Bilanz der verbotenen Strassen-Demonstration mit 1'300 Personen vom Samstagnachmittag (29.01.) in Davos während des Besuchs von US-Präsident Bill Clinton am Weltwirtschaftsforum.

Der Sachschaden beträgt über 100'000 Franken. An Polizeifahrzeugen entstand Schaden von 8'000 Franken, wie die Kantonspolizei Graubünden am Sonntag (30.01.) vermeldete. Die Verletzungen der Polizisten aus den Kantonen Graubünden und St. Gallen waren nicht so schlimm wie befürchtet. Die Beamten konnten das Spital wieder verlassen.

Demonstranten, die teils vermummt auftraten, wurden offenbar nicht verletzt. Die Polizei verhaftete einen Mann und eine Frau, setzte sie aber wieder auf freien Fuss. Über das Wochenende wurden insgesamt 250 Personen kontrolliert.

Zur unbewilligten Strassen-Demonstration gegen das World Economic Forum (WEF) hatte die Schweizer Anti-WTO-Koordination aufgerufen. Bundespräsident Adolf Ogi verurteilte die Ausschreitungen. Die Anwendung von Gewalt sei sowohl dem Form wie dessen Gründer Klaus Schwab gegenüber ungerecht.

Die Demonstranten, darunter der französische Bauernführer und WTO-Gegner José Bové, hatten sich beim Bahnhof Davos Dorf versammelt. Sie rannten Polizeisperren nieder und näherten sich bis auf 700 Meter dem Kongresszentrum, wo das WEF stattfand.

Auf der Davoser Promenade gingen Scheiben des McDonald's- Restaurants in die Brüche, Wände wurden besprayt und Autos beschädigt. Auf Transparenten wurde das WEF als "Mödertreff" bezeichnet. Bereits am Morgen waren Farbbeutel gegen Autos geworfen worden.

Die Polizei setzte vereinzelt Pfefferspray ein. Zwei Mal wurde mit Gummischrot geschossen. Auf dem Rückzug, vor dem Hotel Arabella Sheration Hotel Seehof in Davos Dorf, war die Stimmung zeitweise explosiv. Knallpetarden, Feuerwerkskörper, Stöcke und Schneebälle flogen gegen die Fassaden. Die deutsche, amerikanische und türkische Fahne wurden herunter gerissen. Einige gewaltbereite Demonstranten mussten von den eigenen Leuten zurückgehalten werden.

Die Polizei versuchte, den Protest mit verhältnismässigen Mitteln in Schranken zu halten, um keine Gewalt zu provozieren. Dies sei "am heikelsten Tag der letzten Jahre in Davos" gelungen, es sei zu keinem "zweiten Seattle" gekommen, sagte der Bündner Regierungspräsident Peter Aliesch an einer Medienkonferenz.

Laut Aliesch haben die Demonstranten in Davos ihr "wahres Gesicht" gezeigt. Sie hätten ein "Klima der Gewalt" aufgebaut. Der für die Sicherheit verantwortliche Bündner Polizeikommandant Markus Reinhardt sagte, der Schutz der WEF-Teilnehmer sei immer gewährleistet gewesen.

SRI und Agenturen

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