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Blatter will Beweise - subito

Sepp Blatter muss heftige Vorwürfe parieren.

(Keystone)

FIFA-Hauskrach kurz vor den nächsten Präsidentenwahlen: Generalsekretär Zen-Ruffinen erhebt schwere Vorwürfe, Präsident Blatter will schriftliche Beweise.

"Ich bin traurig, dass eine Person in der Öffentlichkeit auf mich einschlägt, die ich innerhalb der FIFA 14 Jahre lang wie einen Sohn hochgezogen habe", äusserte sich Blatter über die Anschuldigungen von Zen-Ruffinen und meinte, "eigentlich würden wir fünf Wochen vor dem WM-Kickoff besser über Fussball, Teams, Stadien und Asien reden, das sich riesig auf die erste WM auf seinem Kontinent freut."

Zen-Ruffinen nahm am Dienstag fristgerecht und auf Antrag von FIFA-Präsident Blatter schriftlich Stellung zu seinen Aussagen und Vorwürfen.

Er hält darin fest, dass er nicht bereit sei, die Vorwürfe zurückzuziehen. Zen-Ruffinen bestätigte seine früheren Ankündigungen, er werde anlässlich der nächsten Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees am 3. Mai in Zürich sämtliche Fakten und vorhandenen Beweismittel vorlegen.

Wahlbetrug, Begünstigung und Oneman-Show

Im Wesentlichen geht es bei der Beweiserbringung um die persönlichen Vorwürfe gegen Blatter, welche in einem Interview am 18. April in der Genfer Zeitung "Le Temps" veröffentlicht wurden. Es geht um unkorrekte Abläufe bei den FIFA-Finanzen, um das Verschwinden wichtiger Akten aus dem FIFA-Archiv und um die Gründe, die zur Aussetzung des Finanz-Untersuchungskomitees geführt haben sollen.

Der Generalsekretär der FIFA hatte Blatter am Wochenende auch Betrug bei den Präsidentschafts-Wahlen von 1998 vorgeworfen. Blatter war damals gewählt worden. Auch dafür will Blatter Beweise. Laut Zen-Ruffinen war damals der Verbandspräsident von Haiti durch den Sportminister seines Landes an der Reise zur Wahl in Frankreich gehindert worden.

In Paris wurde aber dennoch eine Stimme für Haiti abgegeben. Und zwar durch einen engen Vertrauten von Jack Warner, dem gestern wiedergewählten Präsidenten des Verbandes Nord-/Mittelamerika und Karibik (CONCACAF). Jack Warner ist seinerseits ein guter Freund von Sepp Blatter.

"Laut Reglement hätte dieser Vertraute nicht für Haiti stimmen dürfen, weil er Bürger von Trinidad und nicht von Haiti ist", macht Zen-Ruffinen geltend. "Damit ist es ein ganz klarer Wahlbetrug."

Blatter: Wahlbetrug nicht möglich

Zum vorgeworfenen Wahlbetrug in Paris nahm Blatter indes gleich selber Stellung: "Das Wahlprozedere in Paris war nicht durch mich geleitet worden. Ich war ja zuvor elegant meines Amtes als Generalsekretär enthoben worden, damit ich überhaupt gewählt werden konnte. Ich war weder bei der Stimmenabgabe noch bei der Registrierung der Stimmberechtigten im Saal anwesend. Gemäss schweizerischem Recht hätten alle Mitglieder nach der Wahl 30 Tage Zeit gehabt, gegen einen Wahlbetrug zu klagen. Das war nicht der Fall und das Wahlprotokoll wurde später von allen Verbänden anlässlich des nächsten Kongresses genehmigt. Es gibt also keine rechtliche Möglichkeit mehr, dagegen vorzugehen."

Erst am 3. Mai soll demnach das nächste Kapitel dieser unrühmlichen Geschichte aufgeschlagen werden. Bis dahin hat Blatter vom gesamten FIFA-Personal verlangt, dass wieder Ruhe ins FIFA-Haus auf dem Zürcher Sonnenberg einkehrt.

Johansson bläst zum Angriff

Neue Unruhe kommt jedoch von ausserhalb. UEFA-Präsident Lennart Johansson, vor vier Jahren unterlegener Konkurrent bei der Wahl um das FIFA-Präsidium, hat zum nächsten Angriff auf Blatter geblasen. Der Schwede, der am Donnerstag in Stockholm für eine weitere Amtsperiode als oberster Boss des europäischen Kontinentalverbandes kandidiert, wirft Blatter in einem auf der UEFA-Homepage öffentlich einsehbaren Brief an die 51 Mitgliedsverbände "anti-europäisches Gebaren", Amtsmissbrauch und Selbstherrlichkeit vor.

Eindringlich fordert er die europäischen Verbände auf, beim FIFA-Kongress am 29. Mai in Seoul für Blatter-Herausforderer Issa Hayatou aus Kamerun zu stimmen.

Blatter reagierte mit einem persönlichen und via FIFA-Homepage zugänglichen Brief an Johansson auf dessen Angriff.

Zusätzlich wandte er sich mit einem ausführlichen Schreiben an alle 51 europäischen Verbände und zog darin Bilanz über seine Tätigkeit in der ersten Amtsperiode ab 1998.

In einer ebenfalls sehr detaillierten Beilage und unter dem Titel "Der FIFA-Präsident und Europa" konterte Blatter zudem die von Johansson erhobenen Anschuldigungen Punkt für Punkt.

swissinfo und Agenturen


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