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Börse: Ernüchterung nach Kriegsstart-Euphorie

Realistischere Einschätzung an der Börse nach den ersten Kriegstagen. (keystone) Keystone

Nicht nur in der Schweiz begann die Börse am Dienstag schwach. Auch international dominiert an den Märkten nicht mehr die Zuversicht der ersten Kriegstage.

Dieser Inhalt wurde am 25. März 2003 - 12:14 publiziert

Wie sich besonders auch Gold- und Ölpreise entwickeln, ist zur Zeit nicht voraussehbar.

Letzte Woche noch zeigten viele Börsenwerte auf Beruhigung: Der Dollar stieg gegenüber dem Euro, die Ölpreise gaben nach und an den weltweiten Börsen gab es Kursgewinne wie seit längerem nicht mehr. Die kurzfristige "Kriegsrallye", die man erwartet hatte, traf ein.

Doch bereits nach wenigen Kriegstagen scheint bei den Anlegern die Zuversicht auf ein rasches Ende im Irak-Krieg und die darauf folgende Konjunktur-Erholung gewichen.

Ernüchterung folgt auf Erholung

"Die Leute sehen das Ganze nicht mehr so rosig", sagte ein Händler am Dienstag.

Am Tokioter Aktienmarkt resultierte am Dienstag ein Minus von 3 Prozent. Und wie es weiter geht, ob Konsolidierung oder weitere Baisse, da können auch Händler nur spekulieren.

"Das Risiko, dass sich der Krieg in Irak hinzieht, faule Kredite, Deflation - ich kann nicht viele Gründe für einen Kursanstieg sehen. Im Gegenteil: Es gibt viele Gründe für einen Kursrückgang", sagte Koji Muneoka von HSBC.

Wieder leicht im Plus

Für den SMI in der Schweiz, der 27 Aktien umfasst, zeigt sich die Zürcher Kantonalbank weniger pessimistisch: "Der SMI korrigiert nun wieder einen Teil der jüngsten Rallye", schreiben die Verantwortlichen in ihrer Tagesübersicht. Die Kantonalbank geht kurzfristig von keiner Verschlechterung der Situation aus.

Der Verlauf der Kurse am Dienstag drehte sich gegen Mittag ganz leicht ins Plus gegenüber dem schlechten Montag. Gegenüber Anfang März verlor der SMI über 8%, gegenüber dem Vorjahr rund 40%.

Euro - Schweizer Franken stabil

Der Dollar, der gegenüber dem Schweizer Franken in der letzten Woche wieder Terrain gut gemacht hatte, sackte bereits am Montag wieder kräftig ab. Allerdings scheint der Schweizer Franken nicht die einzige attraktive Währung zu sein: Das Verhältnis Franken - Euro blieb weiterhin recht stabil.

Goldpreis in die Höhe geschnellt

Es bleibt das Gold als "Save Haven": Nachdem die Iraker den alliierten Truppen am Wochenende unerwartet harten Widerstand geleistet hatten, reagierte der Goldhandel am Montag rasch. Der Preis für eine Feinunze Gold schnellte in New York um über 1 Prozent in die Höhe.

Allerdings sind auch hier Prognosen schwierig. Zentral wird die kurzfristige Entwicklung im Irak-Krieg sein, da sind sich Händler einig.

New York: Ölpreise rauf, Aktien runter

Etwas komplizierter zeigt sich die Situation beim Öl: Nicht nur die Enttäuschung über die voraussichtliche längere Irak-Kriegsdauer, sondern auch Lieferausfälle aus Nigeria liessen die Rohölpreise am Montag in New York und London rasant ansteigen.

Die Furcht vor einem längeren Krieg hatte am Montag auch in New York den Wochenauftakt belastet. Der Dow Jones gab wegen der deutlichen Kursverluste nach. Der Standartwerte-Index gab um 3,6% nach, was dem grössten Tagesverlust seit dem 27. September 2002 entspricht.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Schwache Schweizer Börse am Dienstag.
Starkes Nachgeben der Kurse in New York am Montag.
Ölpreise steigen wieder, Gold ebenfalls.
Dollar gibt wieder nach.
Euro-/Franken-Relation bleibt stabil.

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