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Carla Del Ponte erhält Friedenspreis

Die Chefanklägerin des UNO-Tribunals, die Schweizerin Carla Del Ponte, wird mit dem Westfälischen Friedenspreis ausgezeichnet.

Dieser Inhalt wurde am 28. Dezember 2001 - 13:26 publiziert

Carla Del Ponte sei "Institution und Symbol gegen menschenverachtende und kriminelle staatliche Willkür", heisst es in der Begründung. Zudem sei Del Ponte eine integre und mutige Persönlichkeit, teilte die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe (WWL), die den Preis vergibt, am Freitag in Münster mit.

"Stimme der Opfer"

Die Schweizerin sei als Preisträgerin gewählt worden, weil sie sich in ihrem Amt auch als "Stimme der Opfer" begreife. Ihre Tätigkeit gegen alle internen und externen Widerstände als Vorsitzende des UNO-Tribunals bewertet die Gesellschaft als "Geschenk und Friedenshoffnung für künftige Generationen".

Der Vorsitzende der Gesellschaft, Horst Annecke, erklärte, die couragierte Arbeit von Del Ponte reiche weit über den Balkan hinaus und sei für den Frieden in ganz Europa und der Welt zukunftsträchtig. Die Titel "Chefanklägerin" und "Friedenspreisträgerin" für die 54-Jährige Schweizerin passten durchaus zusammen.

Milosevic auf Anklagebank gebracht

Del Ponte, 1947 in Lugano geboren, studierte Rechtswissenschaften in Grossbritannien und der Schweiz, war als Anwältin und Notarin tätig und wurde 1985 Staatsanwältin in Lugano. Sie engagierte sich im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität, Drogen- und Waffenhandel. 1993 wurde sie Schweizer Bundesanwältin und damit oberste Strafverfolgerin des Landes.

Im August 1999 wurde sie auf Vorschlag von UNO-Generalsekretär Kofi Annan vom UNO-Sicherheitsrat zur neuen Chefanklägerin des UNO-Tribunals für das frühere Jugoslawien in Den Haag ernannt. Besonderes Aufsehen erregt die Juristin durch die Anklage gegen den früheren serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic.

Westfälischer Friede

Der Westfälische Friedenspreis wurde 1998 aus Anlass des 350. Jahrestags des Westfälischen Friedens ins Leben gerufen. Er wird alle zwei Jahre vergeben.

Ausgezeichnet wird jeweils eine Persönlichkeit, die durch ihren Einsatz für friedliche Integration in Europa zum Vorbild geworden ist. Bisherige Preisträger sind der tschechische Präsident Vaclav Havel und der frühere Bundeskanzler Helmut Kohl.

Über den Preisträger entscheidet jeweils nach einem Vorschlag eines internationalen Preisgerichts das Kuratorium des Westfälischen Friedenspreises. Für Del Ponte habe sich die Jury einhellig entschieden, hiess es.

swissinfo und Agenturen

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