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Das IKRK bleibt in Irak

Das IKRK bleibt nach dem Anschlag auf seine Bagdader Zentrale weiterhin in Irak.

(Keystone)

Das internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) will die irakische Bevölkerung in ihrer schwierigen Lage weiterhin unterstützen. Deshalb hält es seine Präsenz in Irak aufrecht.

Die Zahl der ausländischen Mitarbeiter wird jedoch verringert.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz bleibt nach dem Anschlag vom Montag auf seinen Sitz in Bagdad in Irak. Dies sagte der Direktor für operationelle Einsätze, Pierre Krähenbühl, am Mittwoch in Genf.

In Irak handle es sich um eine Besatzung, für welche die Genfer Konventionen zuständig seien, die auch das Mandat des IKRK definierten.

Weniger Mitarbeiter

Weiter erklärte Krähenbühl, für das IKRK sei es wesentlich, sein Mandat, die Bevölkerung zu schützen, auch unter schwierigen Umständen zu erfüllen. Die humanitäre Organisation müsse ihre Arbeit jedoch der unsicheren Situation in Irak anpassen.

Aus diesem Grund werde die Zahl der internationalen Mitarbeiter verringert. "Jeder ausländische IKRK-Mitarbeiter kann das Land verlassen, wenn er dies will", sagte Krähenbühl gegenüber swissinfo. "Das ist seine eigene Entscheidung."

Wie viele internationale IKRK-Mitarbeiter in Irak bleiben würden und wo im Land, werde jetzt in Genf und in Irak diskutiert, sagte er. Es würden auch zusätzliche Sicherheits-Massnahmen ergriffen.

Verzicht auf bewaffneten Schutz

Krähenbühl betonte, dass das IKRK keine Hilfe von den Besatzungsmächten anfordere und auf einen bewaffneten Begleitschutz verzichte.

Bei dem Selbstmordanschlag auf die IKRK-Zentrale waren am Montag zwei irakische Mitarbeiter und zehn Passanten getötet worden. Bislang arbeiteten 30 ausländische Delegierte, rund ein Dutzend von ihnen in Bagdad, und 600 lokale Angestellte in Irak für die humanitäre Organisation.

Auch andere Hilfsorganisationen bleiben

Auch andere Hilfsorganisationen wollen nach eigenen Angaben trotz des Anschlags auf das Bagdader IKRK-Gebäude im Land bleiben. So der sogenannte Notdienst aus Italien, die deutsche Organisation Help oder die polnische Humanitäre Aktion.

Médecins Sans Frontière baut wie das IKRK die Zahl der internationalen Mitarbeiter ab. Ein Sprecher der Organisation sagte, für neutrale, unabhängige Hilfsorganisationen werde es immer schwieriger, sich von den Besatzungstruppen abzugrenzen.

Das IKRK ist seit 1980 ununterbrochen in Irak tätig.

Zusicherungen von Colin Powell

Der amerikanische Aussenminister Colin Powell hatte nach der jüngsten Anschlagsserie am Dienstag internationale Hilfsorganisationen aufgefordert, trotz der Gewalt in Irak zu bleiben.

Nach Angaben seines Sprechers sicherte er dem IKRK-Chef Jakob Kellenberger zu, die USA bemühten sich in Irak um die grösstmögliche Sicherheit. Gemäss den Genfer Konventionen sind Besatzungsmächte verpflichtet, für Sicherheit zu sorgen.

Krähenbühl erinnerte daran, dass bereits am 22. Juli ein Delegierter aus Sri Lanka in Bagdad bei einem Anschlag getötet wurde. Gezielte Angriffe auf Zivilpersonen seien eine Verletzung des humanitären Völkerrechts. Diese Verletzung müsse aufhören, betonte der IKRK-Direktor für operationelle Einsätze.

swissinfo und Agenturen

Fakten

IKRK seit 1980 in Irak

Bislang 30 ausländische Delegierte (rund ein Dutzend davon in Bagdad) sowie 600 lokale IKRK-Angestellte in Irak

19. März bis 30. April: Rund 13'000 Iraker getötet, unter ihnen 4300 Zivilisten

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In Kürze

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz wird die Zahl seiner internationalen Mitarbeiter in Irak verringern. Trotz des jüngsten Anschlags auf seine Zentrale will das IKRK aber in dem Land präsent bleiben.

Das IKRK bleibe der Hilfe für das irakische Volk verpflichtet, erklärte der zuständige IKRK-Direktor Pierre Krähenbühl am Mittwoch in Genf. Die Genfer Konventionen erforderten dies.

Während der Hauptkampfhandlungen im Irak-Krieg sind laut einer US-Studie fast hundert Mal mehr Iraker als US-Soldaten getötet worden. Zwischen dem 19. März und dem 30. April wurden rund 13'000 Iraker getötet, unter ihnen 4300 Zivilisten.

Während der Invasion zur Entmachtung des irakischen Staatschefs Saddam Hussein starben nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums 138 US-Soldaten.

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