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Das Tropeninstitut gedenkt seines Gründers

Rudolf Geigy 1945 beim Sammeln von Tsetse-Fliegen in Thysville, Congo.

(STI)

In diesem Jahr würde der Gründer des Schweizerischen Tropeninstituts (STI) in Basel, Professor Rudolf Geigy, 100 Jahre alt.

Das Institut gedenkt seines Gründers und ersten Direktors mit einer Feier.

Geigy wurde am 20. Dezember 1902 in Basel geboren. Er leistete einen bedeutenden Beitrag zu Biologie, Medizin und Entwicklungszusammenarbeit.

Zu seinem Vermächtnis zählen die Pionierarbeit im Bereich Tropenkrankheiten wie Schlafkrankheit und Malaria, aber auch seine Methode, Feldarbeit mit Laborforschung zu kombinieren.

Er regte Generationen von Studierenden dazu an, von Zecken übertragene Krankheiten zu untersuchen, und baute Forschungspartnerschaften zwischen der Schweiz und Entwicklungsländern auf.

Sein Vater war Chef des Familienunternehmens Geigy AG, des Chemie- und Pharmaproduzenten, der später in der Ciba-Geigy aufging.

Da er nicht in die Fussstapfen seines Vaters treten wollte, studierte Geigy junior statt Chemie Zoologie. Bald hatte er sich einen Ruf als Entwicklungsbiologe aufgebaut, 1938 wurde er Professor an der Universität Basel.

Als 1943 das STI gegründet wurde, wurde Geigy zum ersten Direktor ernannt. Diesen Posten hatte er bis 1973 inne.

Vision der Entwicklung

Während der Jahre, als Geigy Direktor war, erforschte das Institut eine Vielzahl von Krankheiten, Parasiten und deren Wirte. Seine Art, Tropenkrankheiten zu untersuchen, war eine Kombination von Feldstudien und Laborarbeit.

"Damit begann er sehr bald nach den ersten Expeditionen in die Sahelregion in den 40er-Jahren", erzählt der heutige Institutsdirektor Marcel Tanner.

"Die Krankheit wird an der betroffenen Bevölkerung studiert. Da treten Fragen auf, die eine genaue Untersuchung im Labor erfordern. Bei der Laborarbeit kann man Lösungen finden, die dann im Feld erprobt werden."

Inspiration

Das Hauptinteresse Geigys galt der Schlafkrankheit. Die Käfige, in denen in der ganzen Welt Laborversuche an Tsetse-Fliegen durchgeführt werden, sind denn auch bekannt als Geigy-Käfige.

"Er war einer der ersten, der untersuchte, welche Wildtiere Reservoirs für die Schlafkrankheit sind, insbesondere für deren ostafrikanische Form", erklärt Tanner gegenüber swissinfo.

"Es war Professor Geigy, der in Ostafrika umfangreiche Untersuchungen durchführte, um die grössten Risikopunkte für die Übertragung herauszufinden. Er untersuchte die Wildtiere, die Menschen, und die Tsetse-Fliege."

Ein weiteres Studienobjekt war ein von Zecken übertragenes, immer wieder aufflammendes Fieber. Dabei ging es insbesondere um die Untersuchung von Zecken als Krankheitsträger.

Von Geigys Studenten wurden einige zu weltweit bekannten Kapazitäten auf ihrem Gebiet, wie Professor Willy Burgdorfer, der heute in den USA lebt, und der in den frühen 80er Jahren die Ursache der Lyme-Krankheit entdeckte.

Erdferkel und Tsetse-Fliegen

In den 50er Jahren begannen Geigy und seine Studenten, die Übertragungsdynamik der Malaria zu untersuchen.

Geigy, der 1995 starb, zögerte nicht, die Ressourcen und den Einfluss seiner Familie zu nutzen, die eines der grössten Pharmaunternehmen Basels besass.

Er charterte Flugzeuge für Expeditionen, brachte Fluggesellschaften dazu, eine Kiste mit Tsetse-Fliegen oder ein Erdferkel zu befördern.

Zudem gründete er Stiftungen zur Förderung junger Wissenschafter und war auch während 30 Jahren Verwaltungsrats-Präsident des Basler Zoos.

Kernaufgabe

Das Schweizerische Tropeninstitut befasst sich nach wie vor mit seinen drei Kernforschungsaufgaben, bietet Dienstleistungen und Schulung an.

Das Institut ist auch heute noch in Tansania, im Tschad, in der Côte d'Ivoire und in Ghana aktiv, wo es sich in grossem Masse an Forschungs-Partnerschaften beteiligt - ein weiteres Vermächtnis Geigys.

"Er kam nicht einfach aus dem Norden, um den Süden zu erforschen, er sah auch schnell, dass ein enormes Bedürfnis bestand, die Forschungskapazität des Südens auszubauen", so Tanner.

"Geigy beharrte wirklich als einer der ersten darauf, dass Forschungs-Partnerschaften für die Entwicklung wichtig sind."

Die Krankheiten der Armen

Der Kampf gegen die Krankheiten der Armen wie HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria dauert an. "Die grösste Herausforderung ist es, die vorhandenen Kontrollinstrumente in den bestehenden Gesundheitssystemen anwenden zu können", betont Tanner.

"Es geht nicht nur darum, einen Impfstoff gegen HIV/Aids oder Malaria zu entwickeln, dieses Instrument muss auch auf die Gemeinschaftsebene gebracht werden, damit es dort effizient eingesetzt werden kann."

In den letzten Jahren hat das Schweizerische Tropeninstitut eine breit angelegte internationale Rolle im Gesundheitswesen übernommen und führt nun auch in Asien und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion Zusammenarbeitsprojekte durch.

swissinfo, Vincent Landon

In Kürze

Rudolf Geigy wurde am 20. Dezember 1902 geboren. Er war der erste Direktor des Schweizerischen Tropeninstituts, von 1943-73.

Mit seiner Arbeit trug Geigy viel zum Verständnis von Tropenkrankheiten bei. Er förderte Forschungspartnerschaften zwischen der Schweiz und Entwicklungsländern.
Geigy starb am 8. März 1995.

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