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Das Warten auf Lohngleichheit geht weiter

Obwohl das Gesetz über Lohngleichheit seit zehn Jahren in Kraft ist, verdienen Frauen in der Schweiz immer noch im Schnitt 20% weniger als ihre männlichen Kollegen.

Die Gewerkschaften machten mit einem Aktionstag auf die Lohndifferenzen aufmerksam. Aktionen fanden in der ganzen Schweiz statt.

Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) hat am Mittwoch zum nationalen Aktionstag für Lohngleichheit aufgerufen. Unter dem Motto "Wir präsentieren die Rechnung" machten Frauen am Aktionstag Lohngleichheit landauf und landab auf die nach wie vor bestehende Lohndiskriminierung aufmerksam.

Sie verteilten Flugblätter in Form einer in eine 39-er-Note umgewandelten 50-er Note mit der Aufschrift "Ganzer Lohn für ganze Arbeit!". Diese soll darauf hinweisen, dass eine Frau nur gerade 39 Franken pro Stunde verdient, wenn ein Mann für vergleichbare Arbeit 50 erhält.

Dicke Rechnungen für Kantone

In Zürich präsentierte die Gewerkschaft Schweizerischer Verband des Personals öffentlicher Dienste (vpod) der Kantonsregierung Rechnungen von über drei Mrd. Franken. Diese Summe schuldeten Kanton und Stadt Zürich ihrem weiblichen Personal, schreibt die Gewerkschaft.

Trotz des seit 10 Jahren geltenden Gleichstellungsgesetzes betrage der Lohnunterschied beim Bund 10% zu Ungunsten der Frauen, bei den Kantonen fast 20%.

Pflege und Kinderbetreuung

Auch im Kanton Bern stellte der vpod Forderungen an den Regierungsrat. Beschäftigte im Gesundheitswesen sollen eine Lohnerhöhung von 500 Franken pro Monate erhalten, Kindergarten-Lehrpersonen eine solche von 300.

Im Kanton Basel-Landschaft schliesslich machten vpod-Vertreter am Mittwoch Nachforderungen von 46 Mio. Franken geltend. Auch dieser Betrag resultiert aus aufgelaufenen Lohndifferenzen zwischen den Geschlechtern.

Die Gewerkschaft Unia nahm mit verschiedenen Aktionen in Basel, Biel, Chur, Freiburg, Neuenburg, Winterthur und Zürich vor allem den Detailhandel ins Visier. Gerade die Grossverteiler seien aufgefordert, ihre Verantwortung wahrzunehmen und das Gleichstellungsgesetz einzuhalten.

Bis in 10 Jahren auf null

Auf dem Bundesplatz in Bern, in Zürich, Winterthur, Zug, Freiburg, Lausanne, im Tessin und an anderen Orten standen am späteren Nachmittag und am Abend Festanlässe, Diskussionsrunden oder Ausstellungseröffnungen auf dem Programm.

Mit dem Aktionstag protestieren die Gewerkschaften gegen den "nach wie vor beharrlich bestehenden Lohnunterschied von 20% und die reine Lohndiskriminierung von 12%". Im Rahmen ihrer Lohnkampagne "Löhne rauf und Lohngleichheit jetzt" fordert der SGB, diese Diskriminierung bis in zehn Jahren auf Null abzubauen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Die Schweiz führte das Frauenstimmrecht 1971 ein, als eines der letzten Länder.
1991 führten die Frauen einen nationalen Streiktag durch, um der Forderung nach gleichen Löhnen Nachdruck zu verleihen.
1996 trat das Gesetz über die Lohngleichheit in Kraft.
2006 verdienen Frauen immer noch 20% weniger als Männer, auf Kaderstufe sogar 30% weniger.

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In Kürze

Obwohl die Frauen in der Schweiz 54% aller Stimmenden ausmachen, beträgt ihr Anteil im Parlament (beide Kammern zusammen) nur 25%.

In Schweden, Dänemark, Finnland, Niederlande, Belgien, Deutschland und Österreich beträgt der Anteil der Parlamentarierinnen über 30%.

In vier Ländern sind es zwischen 15 und 30% (Spanien, Portugal, Grossbritannien, Luxemburg).

In Irland, Frankreich, Italien und Griechenland sitzen zwischen 9 und 13% Frauen im Parlament, während es in den 10 neuen Ländern der Europäischen Union weniger als 15% sind.

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