Das WM-Tor ist offen

Euphorische Sonntagspresse nach dem Schweizer Sieg gegen die Türkei. swissinfo.ch

Ein Riesenschritt der Schweizer Fussballer Richtung WM 2006 in Deutschland: Das ist der Tenor in allen Sonntagszeitungen.

Dieser Inhalt wurde am 13. November 2005 - 12:01 publiziert

Der 2:0-Sieg im ersten Barrage-Spiel gegen die Türkei im Berner Stade de Suisse wird als Sprungbrett für das Rückspiel vom Mittwoch am Bosporus gesehen.

"Ein 2:0 zum Träumen", titelt die "Sonntags-Zeitung" und bezeichnet den 2:0 Sieg der Schweizer Fussballnati als "Riesenschritt Richtung WM".

Im "SonntagsBlick" steht gross: "Das WM-Tor ist offen - Die WM 2006 verdient dieses Schweizer Team." Und in euphorischem, leicht nationalistischem Ton schreibt das Blatt weiter: "Deutschland, wir kommen! Liebe Nachbarn, ihr habt die Schweiz verdient. Denn wir sind eine Bereicherung für eure Weltmeisterschaft im nächsten Jahr – im Gegensatz zu den Türken."

Die "NZZ am Sonntag" spricht von einem "Sieg als Sprungbrett". Das Schweizer Nationalteam fahre mit dem Wunschresultat zum Barrage-Rückspiel vom Mittwoch an den Bosporus.

"Suisse: un billet à composter" – zu Deutsch etwa: Das Billet muss nur noch entwertet werden -, titelt "Le Matin dimanche". Mit dem 2:0-Sieg gegen die Türkei habe die Schweiz ein ideales Resultat erzielt, mit dem sie sich Deutschland nähere.

Warnung vor der Euphorie

"Es ist noch nicht vorbei", warnt die "SonntagsZeitung" mit den Worten von Nationalteam-Coach Köbi Kuhn. Dieser sei zwar fürs erste zufrieden, "doch er warnt vor Euphorie". Aber immerhin: Die Schweiz sei für Kuhn stark genug, um eine Niederlage in der Türkei zu verhindern, schreibt "Le Matin dimanche" Fazit: "Allemagne, nous voilà bientôt!"

Die "SonntagsZeitung" erinnert an die Worte Köbi Kuhns an der Pressekonferenz nach dem Spiel: Das Rückspiel vom Mittwoch "wird ein schweres Stück Arbeit für uns gegen eine türkische Mannschaft, die sich unbedingt rehabilitieren will". Und dann sei Magnin gesperrt.

Bundesrätliches Lob

Hocherfreut über die starke Leistung der Schweizer Fussballer habe sich Bundespräsident Samuel Schmid geäussert, der das Spiel an der WM-Party von Töffstar Tom Lüthi in Linden (BE) am Rand mitverfolgte. "Ich möchte unserer Nationalmannschaft und Coach Köbi Kuhn herzlich gratulieren", zitiert die "SonntagsZeitung" Schmid.

Für die "NZZ am Sonntag" spielt sich die Schweizer Fussball-Nationalmannschaft mit diesem Sieg "noch tiefer in die Herzen einer breiten Sportöffentlichkeit". Zehntausende von begeisterten Zuschauern hätten dem Nationalteam eine rauschende Ovation bereitet. "Die ohnehin stark gewachsene Welle des Enthusiasmus wird in den nächsten Tagen noch stärker über das Land schwappen", prophezeit das Blatt.

Lob für die "jungen Wilden"

"Und es waren die jungen Wilden, die es in Bern gerissen haben", schreibt der "SonntagsBlick". Der 20-jährige Senderos mit seinem herrlichen Kopfball zum 1:0, und der gleichaltrige Valon Behrami, der drei Minuten nach seiner Einwechslung im zweiten Länderspiel seinen ersten Treffer erzielte: "Glücks-Griff – 2:0."

"Senderos (20): Hinten Eisenkopf – vorne Goldkopf", titelt der "SonntagsBlick". Er habe die Schweiz mit seinem Kopftor auf die Siegesstrasse gebracht. "Auch bis zur WM in Deutschland?", fragt sich das Blatt.

Die "NZZ am Sonntag" spricht im Zusammenhang mit den beiden Torschützen von "Schützenhilfe der Stellvertreter – Senderos und Behrami übernehmen für die Stürmer das Toreschiessen."

Glück braucht es auch

"Das Glück ist zurück", ist der Titel des Kommentars in der "NZZ am Sonntag". Darin heisst es, das Fazit könne in der gegenwärtigen Aufregung nicht genug wiederholt werden, weil es immer Gültigkeit habe: "Will sich die kleine Fussball-Schweiz für eine Endrunde qualifizieren, braucht sie 'gute Jahrgänge' und 'günstige Konstellationen', wie Hansruedi Hasler, der Technische Direktor des Verbands, betont."

Und sie benötige "Schwächen der Konkurrenz – und Wettkampfglück", schreibt das Blatt. "Letzteres fehlte ihr am 12. Oktober in Irland, als der Stürmer Alex Frei zwei Matchbälle vergab. Letzteres holte sie sich jetzt gegen die Türkei zurück."

swissinfo, Jean-Michel Berthoud

Fakten

Die Schweiz besiegte im ersten von zwei Barrage-Spielen für die Fussball-WM 2006 in Deutschland die Türkei mit 2:0.

Das Spiel fand vor 31'130 Zuschauern im ausverkauften Stade de Suisse in Bern statt.

Die Tore schossen Philippe Senderos (41.) und Valon Behrami (86.)

Das Rückspiel findet am Mittwoch, 16. November, in Istanbul statt. Ludovic Magnin ist gesperrt.

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