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Davos: "Bevor es zu spät ist"

Viel heisse Luft im kalten Davos, findet die Schweizer Presse.

(swissinfo.ch)

Die Schweizer Presse geht mehrheitlich skeptisch ins Gericht mit den Versprechen der Weltelite zur Besserung im Klimaschutz.

Nur wenige Kommentatoren billigen dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos auch positive Aspekte zu.

Laut dem Tages Anzeiger hat der Klimawandel auch zu einem Wandel der Ansichten am hochdotierten Treffen in den Schweizer Alpen geführt.

"Bevor es zu spät ist", bringt es der Titel des Kommentars auf den Punkt. Nun gelte es, beim Klimaschutz vorwärts zu machen.

"Die grosse Mehrheit verweist den Klimawandel nicht mehr einfach in den Bereich von Spekulationen", schreibt das Blatt.

Auch die Luzerner Zeitung geht nicht von einer nachhaltigen Wirkung des Treffens aus und titelt: "Mit beschränkter Wirksamkeit." Am Ende des Forums sei ein zwiespältiger Eindruck zurückgeblieben.

"Statt neue und vielleicht sogar revolutionäre Ansätze zu erarbeiten, hat die Davoser Prominenz bloss bekannte Rezepte herumgereicht."

Das Problem sei die schwindende Glaubwürdigkeit der hochrangigen Besucher im Bündner Kurort, analysiert Der Bund. Manager und Politiker mögen sich dort zwar gegen den Klimawandel ins Zeug legen.

"Doch ausserhalb der Davoser Mauern wird den Bezügern von Millionensalären unterstellt, mit dieser Initiative nur ihre eigenen Interessen und nicht jene der Gesellschaft zu verfolgen - und schon gar nicht jene der Ärmsten dieser Welt."

Ohne Überrschaschungen

"Keine Knaller am WEF in Davos", titelt die Basler Zeitung. Die Weltkonjunktur habe zwar für eine positive Stimmung gesorgt, "politische oder wirtschaftspolitische Überraschungen blieben aber aus".

"Chance verpasst", schreibt der Kommentator der Berner Zeitung. Das Hauptthema Klimawandel sei von den Veranstaltern mit zu wenig Engagement thematisiert worden.

Einzig die Südostschweiz mag dem Treffen positive Seiten abgewinnen. "Unternehmer übernehmen Verantwortung", titelt das Blatt, das auch den Kanton Graubünden publizistisch abdeckt.

Auffallend sei, wie die Manager inzwischen bereit seien, auch ausserhalb ihrer Unternehmen Verantwortung wahrzunehmen und sich in die Politik einzumischen. "Wenn sich die am WEF vertretenen Unternehmen entschliessen, aktiv etwas gegen den Klimawandel zu tun, muss man das begrüssen."

Mittelstand vernachlässigt

Unter dem Titel "Elite und Mittelstand" erinnert die Neue Zürcher Zeitung daran, dass Davos als Symptom einer allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklung gesehen werden kann, nämlich der Vernachlässigung des Mittelstandes.

"Die Reichen engagieren sich dort zwar in Wort und Tat für die Ärmsten dieser Welt. Auf der Strecke bleiben aber ein wenig die buchstäblich 'Nächsten' der Führungskräfte aus der Wirtschaft, also der Mittelstand in den eignen Herkunftsländern."

Augenwischerei

Fast poetisch wird die Westschweizer Zeitung Le Temps: "Davos, Optimismus als Augenwischerei", so der Titel des Kommentars.

"Die Welt, gesehen durch das Kaleidoskop von Davos, veranlasst zu Vorsicht", heisst es zwar. Doch trotz viel "heisser Luft" sei Davos jener Ort, wo man spüren könne, was sich in der Welt bewege.

swissinfo, Christian Raaflaub

Fakten

Das World Economic Forum wurde 1971 von Klaus Schwab unter dem Namen Management Symposium in Davos gegründet.
Das Jahrestreffen hat immer in Davos stattgefunden, mit Ausnahme 2002. Vier Monate nach den Anschlägen auf die Twin Towers trafen sich damals die "Global Leaders" in New York.
Am diesjährigen WEF nahmen 2400 Teilnehmer aus 90 Ländern teil. Es stand unter dem Motto "Verschiebung des Machtgleichgewichts".

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