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Deiss: "Hilfe gebührt allen Opfern"

Die Schweiz will nicht nur dort helfen, wo gerade die Fernsehkameras sind, betonte DEZA-Direktor Walter Fust. Keystone

Joseph Deiss machte sich bei einer DEZA-Tagung für die humanitären Prinzipien stark. Er wünscht sich weiter mehr Profil des jüngsten UNO-Mitglieds.

Dieser Inhalt wurde am 08. März 2002 - 20:46 publiziert

Als UNO-Mitglied könne sich die Schweiz besser dafür stark machen, dass Menschen in Not unabhängig von politischen Erwägungen geholfen werde. Diese Überzeugung äusserte Aussenminister Deiss an der DEZA-Jahrestagung der Humanitären Hilfe und des Schweizerischen Korps für humanitäre Hilfe (SKH) in Montreux.

Die Schweiz habe jetzt Zugang zu den Kernorganen der UNO, sagte Deiss am Freitag in seiner ersten öffentlichen Rede nach dem UNO-Ja vor Mitarbeitern zahlreicher humanitärer Organisationen. Damit könne sie auch auf die Weichenstellungen für Hilfsprogramme und Hilfsorganisationen besser Einfluss nehmen.

Auch den Taliban helfen

Eines der wichtigsten humanitären Prinzipien, für das die Schweiz einstehe, so Deiss, sei die Unterstützung aller notleidenden Menschen- und nicht nur derer, die man aus politischen Gründen für unterstützenswürdig halte. "Schutz und Hilfe gebührt allen Opfern - auch jenen im Irak oder auch den notleidenden Anhängern der Taliban", erklärte der Aussenminister.

Kein CNN-Syndrom

DEZA-Chef Walter Fust sagte in seiner Rede, die DEZA sei bestrebt, "nicht dem CNN-Syndrom zu verfallen" und auch in Regionen zu helfen, auf die sich gerade nicht das Interesse der internationalen Medien fokussiere. So wie die DEZA sich jetzt im vergessenen Bürgerkriegsland Sudan für die Menschen engagiere, werde sie auch in ein paar Jahren noch in Afghanistan präsent sein, sagte Fust.

In den vergangenen Jahren sei auch die Gefahr gewachsen, dass Konfliktparteien internationale Hilfe zu ihrem Vorteil einzusetzen versuchen, betonte Fust. Als weiteres Problem für die Helfer nannte er die zunehmende Privatisierung von Gewalt durch bewaffnete Gruppen wie Drogenbarone oder Schmugglerbanden.

250 Mio. Franken pro Jahr

Um Korruption und Zweckentfremdung internationaler Hilfe wirkungsvoller zu begegnen, sucht ein Büro der DEZA jetzt in Zusammenarbeit mit der UNO nach Möglichkeiten, dem Problem besser entgegenzuwirken.

Pro Jahr gibt die DEZA 250 Mio. Franken für humanitäre Hilfe, früher Katastrophenhilfe genannt, aus. Dazu gehört Soforthilfe nach Erdbeben oder Dürren ebenso wie der Wiederaufbau nach Kriegen oder der Einsatz für die Belange vergessener Flüchtlinge auf dem internationalen Parkett.

swissinfo und Agenturen

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