Der Kampf gegen die Wüstenbildung

Tier-Skelett in der Sahel-Wüste. Keystone

Am Dienstag ist der Internationale Tag des Kampfes gegen die Wüstenbildung. Die Schweiz betreibt seit über 20 Jahren entsprechende Projekte in Entwicklungsländern.

Dieser Inhalt wurde am 17. Juni 2003 - 09:56 publiziert

Die nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen ist ein Eckpfeiler der schweizerischen Entwicklungshilfe.

1996 ratifizierte die Schweiz die "United Nations Convention to Combat Desertification", die UNO-Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung. Diese war 1994 nach dem Umweltgipfel in Rio lanciert worden.

Etwa ein Viertel der Erdoberfläche ist von Trockenheit und Dürre betroffen. Die Folgen sind Hungersnöte, Armut und Umwelt-Flüchtlinge.

Die Schweiz ist seit den 80-er Jahren in diesem Bereich aktiv. Das Motto der modernen Entwicklungshilfe lautet Hilfe zur Selbsthilfe.

Partnerschaften auf allen Ebenen

Basis der Entwicklungshilfe sind Partnerschaften und Kooperationen mit lokalen Behörden, Institutionen, Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) und der einheimischen Bevölkerung.

Andri Bisaz von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ist zuständig für den Kontakt der DEZA mit der Desertifikations-Konvention.

"Für den heutigen Tag sind zwar keine besonderen Aktionen geplant, aber natürlich befassen wir uns mit den laufenden Projekten kontinuierlich mit dem Thema Desertifikation", so Bisaz gegenüber swissinfo.

Zwischen 1997 und 2000 gab die DEZA für die bilaterale Zusammenarbeit knapp 166 Mio. Franken aus. Diese flossen zu 43% nach Afrika, zu 38% nach Asien und zu 19% nach Zentralamerika.

Hilfe zur Selbsthilfe

"Die DEZA hat Projekte im Bereich Bewässerung und Aufforstung in Syrien, Südindien (Decca-Plateau), Niger (Tera-Region, Sahelzone) und Zentralamerika laufen", erklärt Bisaz. Allerdings seien es eher kleine Projekte.

Dabei stützt sich die DEZA so weit wie möglich auf bestehende Traditionen vor Ort ab. So zum Beispiel in Syrien. Der Norden des Landes leidet chronisch unter Trockenheit und Wasserknappheit.

Die DEZA unterstützt ein internationales Projekt, dessen Ziel die Wieder-Herstellung des 3000 Jahre alten traditionellen Bewässerungs-Systems ist.

Durch die Säuberung und Renovation der von Hand ausgehobenen unteriridischen Wasser-Kanäle, der so genannten "Qanats", standen den Einheimischen schliesslich 30% mehr Wasser zur Verfügung.

Auch seco betreibt Entwicklungshilfe

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) ist ebenfalls im Bereich Entwicklungshilfe aktiv.

So finanziert es beispielsweise mit der DEZA ein hydro-meteorologisches Zentrum in Taschkent.

Bernhard Gasser von der seco-Abteilung Entwicklung und Transition: "Wir sind an einem internationalen Projekt am Aralsee beteiligt." Dieser sei vom Austrocknen bedroht, was zu diversen Problemen in den umliegenden Dörfern und Städten führen würde.

Gasser gegenüber swissinfo: "Wir betreiben in diesem Zusammenhang ein Abwasser-Sanierungs-Projekt in der usbekischen Stadt Nusuk." Mit 7,5 Mio. Franken trägt das seco die Hälfte an das internationale Projekt bei. Die andere Hälfte bestreitet die usbekische Regierung.

swissinfo, Elvira Wiegers

In Kürze

Am 17. Juni ist der Internationale Tag der Bekämpfung der Desertifikation.
Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) betreibt seit über 20 Jahren Entwicklungshilfe-Projekte in diesem Bereich.
Schwerpunktländer sind die Sahelzone, Südindien, Syrien und Zentralamerika.
Zwischen 1997 und 2000 gab die DEZA knapp 166 Mio. Franken für diese Projekte aus.
Auch das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) betreibt Entwicklungshilfe-Projekte, beispielsweise in Usbekistan.

End of insertion

Fakten

17. Juni 1994: UNO lanciert "United Nations Convention to Combat Desertification" (UNCCD)
1996: Die Konvention zur Bekämpfung der Desertifikation tritt in Kraft.
1999: Einrichtung eines permanenten Sekretariats in Bonn.

End of insertion

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diesen Artikel teilen