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Die Einheit "Rinderwahn" des Bundes wird aufgelöst

Wieder gesunde Rinder auf den Schweizer Weiden.

(Keystone)

Bovine spongiforme Enzephalopathie (BSE) ist in der Schweiz praktisch ausgerottet. Ende Jahr wird die 2001 gegründete BSE-Einheit des Bundes in ihrer heutigen Form aufgelöst.

Eine verkleinertes Team wird sich in Zukunft auf die Kontrolle der gesamten Produktionskette von Lebensmitteln konzentrieren.

Bereits Ende 2005 war der Rinderwahnsinn in der Schweiz praktisch ausgerottet. "Wir sind überzeugt, am Anfang vom Ende von BSE zu sein", sagte damals Marcel Falk, Pressesprecher des Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET), gegenüber swissinfo.

Der seit Jahren beobachtete Rückgang an BSE-Fällen in der Schweiz hat sich in den vergangenen zwei Jahren beschleunigt: Während es 1995 noch 70 und 2003 noch 21 Fälle gab, sind diese 2004 und 2005 auf je drei zurückgegangen. Im laufenden Jahr wurden bisher zwei BSE-Fälle registriert.

Bei den Futtermittelkontrollen wurden im Jahr 2004 erstmals keine Spuren von verbotenem tierischem Material gefunden. Im Jahr 2003 wiesen noch 0,3 Prozent der Proben solche Spuren auf.

Selbst bei dieser erfreulichen Entwicklung müsse jedoch in den kommenden Jahren weiterhin vereinzelt mit BSE-Fällen gerechnet werden, hiess es.

Kontrollinstanz mit neuer Ausrichtung

Infolge dieser Entwicklung wird die BSE-Einheit des Bundes in ihrer heutigen Form auf Ende 2006 aufgelöst. Die Arbeit der im Jahr 2001 aufgestellten 20-köpfigen Kontrollinstanz für Rinderwahnsinn wird aber mit neuem Fokus fortgesetzt.

Die ursprünglich mit 20 Mitarbeitern dotierte und mit einem Gesamtbudget von 3,5 Mio. Franken ausgestattete Einheit wird bis Ende des Jahres auf 12 Stellen reduziert mit einem Gesamtbudget von 2 Mio. Franken, wie BVET-Sprecherin Cathy Maret sagte.

Der Fokus werde neu erweitert auf die gesamte Produktionskette, Tiergesundheit und -schutz, zum Beispiel schonende Produktion, sowie Lebensmittelsicherheit und Hygiene.

Schweizer Forscher an vorderster Front

Schweizer Experten waren von Anfang an zuvorderst in der Bekämpfung der Krankheit dabei. Die Schweiz musste sich schon früh mit BSE auseinandersetzen, war sie doch bereits Mitte der 1990er-Jahre stark davon betroffen.

So wurde in der Schweiz ein Handbuch geschaffen, das den Verantwortlichen helfen sollte, die geeigneten Massnahmen zu treffen.

Schliesslich entwickelte die Schweizer Firma Prionics einen Schnelltest für BSE, der zum Exportschlager wurde. Und der weltweit führende BSE-Forscher Adriano Aguzzi erhielt für seine Arbeiten über die Erkrankungen des Nervensystems den Benoist-Preis 2004, den "Schweizer Nobelpreis".

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Sofort nach Ausbruch des ersten BSE-Falles in der Schweiz ergriffen die Bundesbehörden eine Serie von Massnahmen, mit denen die Ausbreitung der Krankheit verhindert werden sollte.

So wurde insbesondere der Gebrauch von riskanten Teilen wie Gehirn oder Rückenmark in der Nahrungskette verboten, ebenso die Verfütterung von Tiermehl an Wiederkäuer.

In den folgenden Jahren wurden zahlreiche weitere Vorkehrungen getroffen, wie zum Beispiel die Ausweitung des Tiermehlverbots auf alle Tiere und die Bildung der BSE-Einheit.

Eine neue Variante der Creutzfeld-Jakob-Krankheit (vCJD) beim Menschen wurde 1996 entdeckt. Es wird vermutet, dass sie durch den Konsum von kontaminiertem Fleisch verursacht wird.

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Fakten

Der erste BSE-Fall in der Schweiz wurde im November 1990 festgestellt.
1995 gab es mit 68 die höchste Anzahl von Fällen.
2005 waren es nur noch 3, im laufenden Jahr bis jetzt 2 Erkrankungen.
In anderen Ländern ist die Krankheit noch immer stark verbreitet: 2005 wurden in Grossbritannien 203 Fälle festgestellt, in Spanien 98 und in Irland 69.

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