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Die Schweizer Forstwirtschaft wird neu definiert

Die Waldwirtschaft soll künftig effizienter werden, dafür aber mehr Flexibilität erhalten.

(Keystone)

Das neue Waldprogramm des Bundes sieht künftig mehr Flexibilität in der Waldwirtschaft und Subventions-Kürzungen vor. Die Umweltorganisationen wehren sich.

Die Kosten, die vom Bund, den Kantonen, Gemeinden sowie Dritten getragen werden, belaufen sich bis 2015 auf 2,7 Mrd. Franken.

Der Wald ist wichtig, für den Umweltschutz, die Artenvielfalt, für sauberes Wasser. Aber auch als Erholungsgebiet für den Menschen. Zudem liefert der Wald den Rohstoff Holz.

Gleichzeitig aber befindet sich die Holzwirtschaft in der Krise: Daher sei eine neue Waldpolitik nötig, sagte Philippe Roch, Direktor des Bundesamtes für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) bei der Präsentation des neuen Waldprogramms. "Holz ist früher ein Reichtum der Schweiz gewesen. Heute lässt sich der Wald nicht mehr gewinnbringend nutzen."

Das BUWAL schlägt vor, dass der Bund künftig nur noch Leistungen in den Bereichen Schutzwald und Biodiversität subventionieren will.

Abgeltungen für die Holzproduktion im Wald will der Bund keine mehr ausrichten. Dafür erhält die Privatwirtschaft mehr Flexibilität. Das heisst, dass künftig der Schlag von 2 bis 4 Hektaren Wald zugelassen werden soll. Gleichzeitig soll die Holzproduktion gesteigert werden.

Zweites Waldkonzept

Das von Bundesrat Moritz Leuenberger in Auftrag gegebene Konzept für die nächsten zehn Jahre soll soweit möglich sofort umgesetzt werden.

Massnahmen, welche Gesetzesänderungen verlangen, sollen in den kommenden Monaten im Umweltdepartement (UVEK) geprüft werden.

Bereits 1975 wurde eine Gesamtkonzeption für eine schweizerische Wald- und Holzwirtschafts-Politik erarbeitet. In der Praxis wurde sie nur teilweise umgesetzt.

Schutzwald und ökologische Vielfalt

Das Waldprogramm Schweiz (WAP-CH) hat fünf prioritäre Ziele, so die langfristige Wirkung des Schutzwaldes, welcher den Lebens- und Wirtschaftsraum von mehr als einer Million Menschen in der Schweiz sichert.

Dann die Erhaltung und Förderung der Biodiversität, welche stark von der Qualität der Wälder abhängt.

Ein wichtiges Ziel ist auch die Erhaltung der Boden- und Trinkwasserqualität: Rund 40% des Trinkwassers kommen aus dem Wald.

Zu guter Letzt die Förderung der Wertschöpfungskette Holz sowie die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit von Forstbetrieben.

Die Waldwirtschaft Schweiz, die Dachorganisation der Waldbesitzer, begrüsst das neue Waldprogramm der Schweiz, insbesondere auch, weil dieses gewisse Restriktionen aufheben will.

Umweltorganisationen warnen

Bei Umweltorganisationen stösst das Waldprogramm des Bundes auf Besorgnis. Sie anerkennen zwar die Notwendigkeit einer Neuorientierung. Diese sei aber innerhalb des bestehenden Waldgesetzes und im Einklang mit der Natur möglich.

So warnen der WWF, Pro Natura, der Schweizer Vogelschutz und die Stiftung für Landschaftsschutz (SL) vor einer kurzsichtigen Abkehr vom naturnahen Waldbau in der Schweiz.



Der vom BUWAL veröffentlichte Schlussbericht des Waldprogramms schildere ein Experiment mit ungewissem Ausgang: Die vorgeschlagene Wirtschaftlichkeit erfolge auf Kosten der Natur, so die Umweltorganisationen in einer Mitteilung.

"Der Wald ist heute der Inbegriff für Natur und Erholung. Diese Aspekte dürfen nicht einem einseitigen Wirtschaftsprimat geopfert werden", fordert SL-Geschäftsleiter Rodewald.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Kosten für neues Waldprogramm bis 2015: 2,7 Mrd. Franken.
Davon entfallen 95 Mio. Franken auf das BUWAL.
Aktuelles Budget BUWAL: 716 Mio. Franken.

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In Kürze

Der Wald erfüllt in unserer Gesellschaft eine wichtige Funktion, und der Schutz des Waldes hat Tradition.

Die Schweiz hat Ende 19. Jahrhunderts als erstes Land ein Waldgesetz erlassen.

72% der Schweizer Wälder sind im Besitz der öffentlichen Hand.

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