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Die Schweizer greifen nach Wimbledon

Das Glück sei ihm hold: Roger Federer letztes Jahr, als er zum 3. Mal hintereinander Wimbledon gewann.

(Keystone)

Fünf Schweizer – zwei Männer und drei Frauen – gesellen sich zu den 256 Tennis-Spielern, die sich ab Montag auf Wimbledons Rasen miteinander messen.

Der Dreifach-Champion Roger Federer hat grosse Chancen, seinen Titel auch ein viertes Mal zu halten. Patty Schnyder jedoch, Nr. 8 in der Wimbledon-Liste, könnte zur Überraschung werden.

In Wimbledon gehört es bereits zur Tradition, dass – ausser schlechtem Spielgrund, überteuerten Erdbeeren und gelegentlichem Sonnenschein – genau um 13 Uhr Lokalzeit des ersten Wettkampf-Tages Roger Federer den Centre Court betritt und seinen Titel zu verteidigen beginnt.

Dieses Jahr wird der 24-jährige Baselländer versuchen, den Rekord von 41 aufeinander folgenden Siegen auf Grasboden, den er mit der schwedischen Legende Björn Borg teilt, zu brechen.

Zuerst gegen Gasquet

Dazu muss er am Montag erst einmal den 20-jährigen Franzosen Richard Gasquet schlagen, einen früheren Weltchampion der Junioren. Federer, der die Weltrangliste seit Februar 2004 anführt, schlug Gasquet letzte Woche knapp in der zweiten Runde in Halle, Deutschland. Dort gewann er auch ebenfalls im vierten Jahr in Folge.

"Es ist sehr schwierig, das Turnier in Wimbledon zu eröffnen", sagte Federer, "einerseits kommt es einer Ehre und einem Privileg gleich, andererseits heisst das auch, dass man als erster aus dem Wettkampf ausscheiden kann. Der Druck ist somit hoch."

Der einzige andere Schweizer, der auf den Sieger-Cheque der Herren von knapp 1,5 Mio. Franken spekulieren mag, ist der 21-jährige Stanislas Wawrinka. Der Lausanner rangiert zur Zeit weltrangmässig auf Position 65.

Preisgeld für Frauen liegt tiefer

Bei den Damen ist die Konkurrenz-Folge weniger klar einzuschätzen – und deshalb weniger lukrativ. Die Siegerin bei den Damen wird 1,4 Mio. Franken erhalten.

Damit zeichnet sich Wimbledon als einziger der vier Grand Slams (neben Australien, Frankreich und dem US Open) aus, an dem es für Frauen und Männer unterschiedlich hohe Preisgelder zu gewinnen gibt.

Nicht dass dieses Geld für Martina Hingis den Ausschlag gäbe. Die Nr. 12 gewann Wimbledon 1997, als Sechzehnjährige. Wegen Fuss- und Knöchel-Problemen trat sie später zurück, um seit diesem Januar wieder mitzuspielen. Ihr Match gegen Olga Savchuk wird seit 2001 ihr erster in Wimbledon sein.

Weitere Hoffnung: Patty Schnyder

Die andere realistische Hoffnung der Schweiz heisst Patty Schnyder. Die Nr. 8, eine 27-jährige Linkshänderin aus Basel, hofft, diesmal in Wimbledon besser abzuschneiden als vor einem Jahr, als sie bereits nach der ersten Runde ausschied.

Dasselbe Schicksal war auch der fünften Vertreterin der Schweiz in diesem Jahr, Emmanuelle Gagliardi, beschieden. Die 20-Jährige Genferin lebt in Monte Carlo und rangiert weltweit als Nr. 119.

Englands Hauptsport: Wetten über Wetten

Viele Tennis-Spieler werden sich in Wimbledon bemühen, die Wett-Kalküle der Buchmacher zu durchkreuzen. Roger Federer wird zugetraut, seinen Titel zu verteidigen – auf ihn zu setzen, ist deshalb sicher, aber wenig lukrativ.

Sandboden-Spezialist Rafael Nadal, der auf Platz 2 rangiert, wäre demnach weltranglistenmässig für Federer die grösste Gefahr. Doch in Wirklichkeit sieht es eher danach aus, dass Andy Roddick, Nr. 3 und Aufsteiger der vergangenen zwei Jahre, oder Lleyton Hewitt die grössere Bedrohung für Federer darstellen.

Nadal hat Federer dieses Jahr vier Mal geschlagen – doch die beiden haben sich noch nie auf Grasboden wie in Wimbledon gemessen, der Nadal nicht gerade zusagt.

Bei den Damen gilt die 2004er-Champion Maria Scharapova als Favoritin der Buchmacher, nach Justine Henin-Hardenne, Kim Clijsters und Titelverteidigerin Venus Williams.

Was die Gewinnchancen für eine Engländerin betrifft, so hat das Wettbüro William Hill die Wahrscheinlichkeiten ziemlich deutlich auf den Punkt gebracht: Hill habe mehr Wetten auf die Behauptung abgeschlossen, dass Elvis Presley immer noch lebe, als dass eine Britin dieses Jahr Wimbledon gewinne.

swissinfo, Thomas Stephens
(Übertragung aus dem Englischen: Alexander Künzle)

In Kürze

5 Schweizer spielen dieses Jahr in Wimbledon: Roger Federer, Stanislas Wawrinka, Patty Schnyder, Martina Hingis und Emmanuelle Gagliardi.

2006er Wimbledoner Liste (Weltrang in Klammern):
Herren:
1. Roger Federer, Schweiz (1).
2. Rafael Nadal, Spanien (2).
3. Andy Roddick, USA (5).
4. David Nalbandian, Argentinien (3).
5. Ivan Ljubicic, Kroatien (4).

Damen:
1. Amelie Mauresmo, Frankreich (1).
2. Kim Clijsters, Belgien (2).
3. Justine Henin-Hardenne, Belgien (3).
4. Maria Sharapova, Russland (4).
5. Svetlana Kuznetsova, Russland (7).

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Fakten

"The Championships" wurden zuerst unter der Aufsicht des All England Lawn Tennis und Croquet Club in 1877 abgehalten.
Seit 1922 finden die Spiele in Wimbledon am heutigen Ort statt.
Dieses Jahr beginnt Wimbledon am 26. Juni. Der Frauen-Final ist für den 8. Juli angesagt, jener der Männer für den 9. Juli – derselbe Tag wie der Final der Fussball-Weltmeisterschaft.
Die Gewinner-Preise 2006: 1,5 Mio. Franken für Herren, 1,4 Mio. für Frauen.
Björn Borg (1976-80) gewann den Preis fünf Mal in Folge, Martina Navratilova (1982-87) sechs Mal in Folge.

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