Die Schweizer schätzen ihre Lehrer immer noch

Lehrerinnen und Lehrer haben ein hohes Ansehen - ihr Job ist aber härter geworden. Keystone

Lehrkräfte haben in der Öffentlichkeit weiterhin hohes Ansehen. Bezüglich Image, Sozialstatus und Attraktivität aber stehen Ärzte an der Spitze der Skala.

Dieser Inhalt wurde am 09. Februar 2005 - 18:54 publiziert

Das zeigt eine Studie, die sechs Lehrberufe mit vergleichbaren, nichthandwerklichen Berufen verglich.

"Jeder kennt Lehrer oder hat Lehrer gekannt. Es ist ein Beruf im öffentlichen Raum – der Lehrer befindet sich praktisch auf dem Präsentierteller, und jeder fühlt sich berufen, seine Meinung kund zu tun", umreisst das gfs-Forschungsinstitut die Ausgangslage ihrer Univox-Studie, die am Mittwoch publiziert wurde.

Die Forscher wollten Aufschluss darüber erhalten, welches Image, welchen gesellschaftlichen Status und welche Attraktivität die Lehrberufe in der öffentlichen Meinung in der Schweiz haben. Verglichen wurden die Umfrage-Resultate aus dem vergangenen Jahr mit Resultaten aus dem Jahr 1994.

Härter geworden

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 720 Personen in der Deutschschweiz und der Romandie befragt: Die meisten Befragten finden die Schule wichtig, betrachten sie wohlwollend und sogar mit grosser Sympathie. Gleichzeitig besteht Einigkeit darüber, dass die Aufgabe der Lehrerinnen und Lehrer schwieriger geworden ist.

Gemäss der Umfrage werden die Lehrberufe als eher gut bezahlt betrachtet, und man schreibt ihnen Prestige und einen sicheren Arbeitsplatz zu. Die Bevölkerung erwartet von den Lehrern folgende Eigenschaften: Sie sollten den Unterrichtsstoff beherrschen, die Schüler mögen und als eigenständige Personen behandeln, davon überzeugt sein, dass jeder Schüler lernen kann, Lerninhalte wirkungsvoll vermitteln können, über Gerechtigkeitssinn verfügen sowie Autorität haben.

Ärzte schwingen obenaus

Im Vergleich zu anderen Berufen ist das gesellschaftliche Ansehen von Lehrerinnen und Lehrern grundsätzlich im mittleren und oberen Drittel anzusiedeln.

Die Lehrberufe wurden mit zehn anderen vergleichbaren, nichthandwerklichen Berufen verglichen: Das grösste Ansehen geniessen Ärzte. Auf einer Skala von 1 bis 10 erhält der Arztberuf am meisten Punkte, nämlich 8,2.

Es folgen Rechtsanwälte mit 8 Punkten, Architekten mit 7,4 Punkten, Psychologen mit 7,2 Punkten und Journalisten mit 6,5 Punkten. Danach kommen Gymnasiallehrer mit 6,4 und Sekundarlehrer mit 6,3 Punkten.

Hinter den Bankangestellten mit 6,2 folgen die Grundschullehrer mit 6 Punkten. Noch 5,7 Punkte erhalten die Kindergärtner sowie die Werk- und Handarbeitslehrer. Auf 5,6 Punkte kommen Hauswirtschaftslehrer.

Weniger attraktiv

Die Studie brachte auch Unterschiede zwischen der Deutschschweiz und der Romandie ans Licht: In der französischsprachigen Schweiz werden die Lehrberufe durchwegs höher bewertet als in der Deutschschweiz.

Die subjektive Attraktivität diesen Beruf zu ergreifen, hat denn auch nur in der deutschen Schweiz abgenommen. Gründe dafür sind in den erwähnten höheren Anforderungen zu suchen. Insbesondere seien, so die Studie, die kulturellen Unterschiede zwischen den Schülern gross, diese oft undiszipliniert und wenig motiviert und die Eltern hätten widersprüchliche Erwartungen.

swissinfo

Fakten

Ansehen von Berufen auf einer Skala von 1 bis 10:

Ärztin (8,2)
Rechtsanwalt (8,0)
Architektin (7,4)
Psychologe (7,2)
Journalistin (6,5)
Gymnasiallehrer (6,4)
Sekundarlehrerin (6,3)
Bankangestellter (6,2)
Grundschullehrerin (6,0)
Kindergärtner, Werk- und Handarbeitslehrerin (5,7)
Hauswirtschaftslehrer (5,6)

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In Kürze

Während das Forschungsinstitut gfs-Bern politische Studien verfasst, kümmert sich gfs-Zürich um soziale Belange.

Regelmässig veröffentlicht es Umfragen die zeigen, wie sich die Schweiz selber sieht.

Am Mittwoch wurden Resultate eine Studie veröffentlicht, die das Image der Lehrberufe mit ähnlichen Berufen vergleicht.

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