Die UBS-Ökonomen und die Euro 08

Für Österreich sieht es laut UBS nicht gut aus. gepa/Hans Oberländer

Die ökonomischen Prognosemodelle der Schweizer Grossbank UBS prophezeien bei der Fussball-EM einen Final Tschechien gegen Italien – und ein Desaster für Österreich.

Dieser Inhalt wurde am 21. Mai 2008 - 17:04 publiziert

Tschechien und Italien – diese beiden Mannschaften treffen bei der Euro 2008 im Endspiel in Wien aufeinander, wobei die Chancen der Tschechen, den Fussball-Europameistertitel einzuheimsen, minimal höher sind als jene der Italiener. Und Österreich scheidet bei der Heim-EM sang- und klanglos als Letzter der Gruppe B in der ersten Runde aus.

Was diese Prophezeiung im Wirtschaftsteil der "Presse" zu suchen hat? Nun, die Ökonomen des "Wealth Management" der Schweizer Grossbank UBS haben statistische Daten vergangener Europa- und Weltmeisterschaften, Marktwerte von Spielern und Mannschaften, Ratings- und Standardabweichungen durch ihre ökonomischen Research-Modelle gejagt – und obiges Ergebnis dann ganz ernsthaft im "UBS investor's guide" veröffentlicht.

Top-Trefferquote bei der WM

Man sollte darüber nicht zu sehr schmunzeln: Offenbar haben ökonomische Prognosemodelle auch im Spitzensport ihre Meriten.

Beim letzten Mal waren die Ergebnisse jedenfalls erstaunlich akkurat: Bei der Weltmeisterschaft 2006 haben die UBS-Experten nicht nur den Weltmeister (Italien) richtig "errechnet", sondern auch zwei von vier Halbfinalisten, sechs von acht Viertelfinalisten und 13 der 16 Mannschaften aus der Runde der letzten 16 richtig vorhergesagt. Letzteres entspricht immerhin einer Trefferquote von 81 Prozent.

Damit waren die UBS-Experten, wenn man zynisch sein möchte und die jüngsten Ergebnisse der Grossbank anschaut, mit ihren Rechenmodellen im Sporttoto eindeutig besser als im Investment-Banking.

Diesmal wird die Trefferquote nicht so hoch sein, weil "Europa komplizierter ist als die Welt": Die Mannschaften bei der EM sind wesentlich ausgeglichener als bei einer WM, Ergebnisse also schwerer vorherzusagen.

Geld regiert auch den Sport

Was für die Experten auf jeden Fall feststeht: Geld regiert nicht nur die Welt, sondern auch den Sport. Die Rechenmodelle zeigen jedenfalls einen ziemlich klaren Zusammenhang zwischen dem Marktwert einer Mannschaft und deren Abschneiden. In der Qualifikation zur EM konnten sich in fünf der sieben Qualifikationsgruppen jeweils die beiden teuersten Teams durchsetzen.

Kein Wunder, dass die Österreicher da wenig Chancen haben: Die "Armenhäusler" des Turniers bringen mit 22 Mio. Euro nicht einmal einen Elftel der stolzen spanischen "Selección" zusammen, die 251 Mio. Euro Marktwert aufs Feld laufen lässt.

23 Millionen Siegesprämie

Dass nicht die beiden teuersten Teams (Italien und Spanien mit zusammen 484 Mio. Euro Marktwert) einander im Finale gegenüberstehen, dafür sorgt der Spielmodus: Die beiden treffen spätestens im Halbfinale aufeinander.

Wie im wirklichen Leben dürften auch hier die Reichen noch reicher werden: Der Europameister kassiert 23 Mio. Euro (von insgesamt 183 Mio., die an die Teilnehmer ausgeschüttet werden). Der zweite kann immer noch 20 Millionen nach Hause tragen. Also fast so viel, wie die gesamte österreichische Mannschaft "wert" ist.

Josef Urschitz, "Die Presse", 16.05.2008

UBS sieht Schweiz im Halbfinal

Das prognostizieren zumindest die Analysten des "UBS Wealth Management". Zwar gewinnt die Schweiz die Gruppe A souverän vor Tschechien. Beim Wiedersehen im Halbfinal schwingen die Tschechen aber obenaus.

Wenigstens darf sich die Schweizer Equipe rühmen, dem späteren Europameister unterlegen zu sein. Allerdings holen sich die Tschechen den Turniersieg denkbar knapp im Penaltyschiessen. Die UBS-Statistiker haben berechnet, dass die tschechischen Kicker den amtierenden Weltmeister Italien mit einer Wahrscheinlichkeit von nur gerade 51% bezwingen werden.

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