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Ein Drittel der Schweizer Bauern hat aufgegeben

In der Schweiz gibt es weniger Milchkühe,

(Keystone Archive)

Die von Bundesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen zeigen, dass zwischen 1990 und 2005 gut 29'000 kleinere Betriebe unter 20 Hektaren verschwunden sind.

Dadurch erhöhte sich die durchschnittliche Betriebsfläche in diesem Zeitraum von 11,5 auf 16,7 Hektaren.

In der Schweiz hat sich das Bauernsterben fortgesetzt. Zwischen 2003 und 2005 sind erneut über 2200 Landwirtschaftsbetriebe eingegangen, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte.

In den letzten 15 Jahren hat damit fast ein Drittel der Bauern aufgegeben. Besonders betroffen sind kleinere Bauernhöfe. Dagegen hat die Zahl der Betriebe mit einer Fläche von über 20 Hektaren zugenommen.

Die Betriebe werden grösser, und der Anteil Biobetriebe steigt. Mit der eidgenössischen Betriebszählung 2005 wurden rund 63'600 Landwirtschaftsbetriebe erfasst, was einer Abnahme um gut 3% oder etwa 2200 Betrieben entspricht.

Die gesamte landwirtschaftliche Nutzfläche betrug in der Schweiz 2005 gut 1 Mio. Hektaren. Ein Landwirtschaftsbetrieb wies durchschnittlich knapp 17 Hektaren Fläche auf, was gegenüber 2003 einer leichten Zunahme entspricht.

Die Betriebe im Mittelland waren zwar auch 2005 am grössten, die Zunahme der
durchschnittlichen Nutzfläche ist aber in der Bergregion am höchsten ausgefallen.

Etwas mehr Biobetriebe

2005 wurden noch rund 46'000 Landwirtschaftsbetriebe als Haupterwerbsbetriebe geführt, gut 2% weniger als 2003. In der Landwirtschaft waren 2005 noch rund 188'000 Menschen beschäftigt, rund 5000 weniger als 2003.

Fast zwei Drittel davon waren Männer. Vor allem die Anzahl der Vollzeitbeschäftigten war rückläufig, was auf die Aufgabe des arbeitsintensiven Zweigs der Milchviehhaltung in vielen Betrieben zurückgeführt wird.

Der Trend zu Biobetrieben und Mutterkuhhaltung hat sich weiter fortgesetzt. Die Anzahl Biobetriebe stieg bis 2005 auf fast 6500. Ihr Anteil an allen Landwirtschaftsbetrieben belief sich damit auf rund 10%, im Berggebiet sogar auf über 20%.

Offene Ackerflächen machten rund ein Viertel der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus und nahmen gar leicht zu. Auf mehr als der Hälfte der offenen Ackerfläche wurde im Jahr 2005 Getreide angebaut.

In der Milchviehhaltung zeichnet sich laut BFS mit der Liberalisierung des Milchpreises und dem angekündigten Ende der Milchkontingentierung ein grosser Umbruch ab.

Der Gesamtbestand der Kühe bleib mit rund 700'000 Tiere zwar stabil, die Zahl der Kühe mit Verkehrsmilch-Produktion (Milch, die weiterverarbeitet wird und nicht der Mast dient) ist jedoch um gut 3% auf etwa 570'000 Tiere zurückgegangen.

Bauernverband kann damit leben

Beim Schweizerische Bauernverband (SBV) kann man mit diesen Zahlen leben. "Solange nicht in kürzereren Zeitabständen mehr Bauern aufgeben müssen, sind wir zufrieden", sagte SBV-Sprecherin Sandra Helfenstein.

Noch sei es möglich, dass ein Bauer bis zur Pensionierung weitermachen könne.

"Ein bisschen Strukturwandel muss sein, das wissen auch die Schweizer Bauern", sagte Helfenstein weiter. Und von jeder Betriebsschliessung würden die noch bestehenden Bauernhöfe profitieren, weil sie wachsen und wettbewerbsfähiger werden könnten.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Schweiz begann 1993 mit der Landwirtschafts-Reform, die sich mehr dem Markt annähern sollte. Bis dahin erhielten die Bauern Produktions- und Abnahmegarantien zu festgelegten Preisen. Die Schweizer Landwirtschaft war damals – zusammen mit Japan – die bestgeschützte der Welt.

Die Subventionen wurden durch Direktzahlungen ersetzt. Der Staat zahlt den Bauern eine leistungsdefinierte Finanzhilfe. Zum Beispiel für die Pflege der Landschaft.

Ausserdem stehen den Landwirten ökologische Direktzahlungen zu, wenn sie biologischen Landbau betreiben.

Neben dem ökologischen Aspekt ist das Hauptziel der Reform, die Schweizer Landwirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen. Dazu gehört eine Verminderung der Markt stützenden Zahlungen, wie beispielsweise die Aufhebung der Exportsubventionen.

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Fakten

2005 arbeiteten in der Landwirtschaft 188'000 Personen.
1990 waren es noch 254'000.
1990 betrugen die Ausgaben des Bundes für die Landwirtschaft rund 2,6 Mrd. Franken.
2005 betrug das Budget mehr als 3,9 Mrd. Franken, das sind 7,5% der Gesamtausgaben des Bundes.

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