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Entwicklungshelfer wünschen UNO-Beitritt

Grafik: Beiträge der Schweiz an UNO-Programme.

(swissinfo.ch)

Ein Vollbeitritt der Schweiz zu den Vereinten Nationen (UNO) wäre nach den Worten von DEZA-Chef Walter Fust für die Entwicklungszusammenarbeit sinnvoll. Er würde der Schweiz mehr Einfluss auf entwicklungspolitische Entscheide der UNO geben.

Seit Beginn der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit 1950 arbeitet die Schweiz eng mit der UNO zusammen. Heute gehört sie zu den zwölf wichtigsten Geldgebern der UNO-Entwicklungsaktivitäten inklusive humanitäre Hilfe.

Wie Fust am Montag (23.01.) an der Jahresmedienkonferenz der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit in Bern darlegte, wird die DEZA 2001 rund 100 Mio. Franken für die UNO-Entwicklungszusammenarbeit und 70 Mio. für die humanitäre Hilfe der UNO einsetzen.

Wichtiger Partner für mulilaterale Hilfe

Dazu kommen 126 Mio. an die Weltbank und fast 90 Mio. an andere Entwicklungsbanken und multilaterale Institutionen. Insgesamt setzt die DEZA etwa einen Drittel ihrer Ausgaben von 1,13 Mrd. in der multilateralen Zusammenarbeit ein. Diese fliesst hauptsächlich über durch UNO-Kanäle - genauer: 15 UNO-Organisationen.

Die multilaterale Hilfe stellt laut Fust eine wichtige Ergänzung zur bilateralen Zusammenarbeit dar und wird immer wichtiger, da die meisten Entwicklungsprobleme heute nur noch durch koordinierte Anstrengungen der ganzen Staatengemeinschaft gelöst werden können.

"Die UNO ist das einzige universelle Forum, im dem sich (fast) alle Länder an der Erarbeitung von gemeinsamen Lösungen für globale entwicklungspolitische Herausforderungen beteiligen können", erklärte Fust.

Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit der UNO im Bereich humanitäre Hilfe. 80 Prozent dieser Hilfe der Schweiz werden über Partnerorganisationen wie das UNO-Flüchtlingshochkommissariat oder die UNO-Agentur für humanitäre Angelegenheiten OCHA geleistet, wie der zuständige Leiter Toni Frisch darlegte.

Die Dimension und Komplexität vieler Notlagen zwingen zu grossangelegten multilateralen Operationen. Die Schweiz kann laut Frisch ihre Mittel wirkungsvoller einsetzen, wenn sie bilateral und multilateral interveniert. Ideen und Erfahrungen einbringen

Der Schweizer Beitrag an die UNO beschränkt sich nicht nur auf Zahlungen oder das Entsenden von Experten; die Schweiz liefert der Weltorganisation auch wichtige Ideen und Impulse in der Entwicklungszusammenarbeit.

So habe die Schweiz im Rahmen des Africa-Governance-Forums und im Bereich der Reformen des UNO-Systems Erfahrungen und Ratschläge einbringen können, legte Fust dar.

Entwicklungspolitische Entscheide würden in der UNO aber immer häufiger in den politischen Gremien wie der Generalversammlung oder dem Wirtschafts- und Sozialrat Ecosoc getroffen. Diesen gehört die Schweiz aber nicht an.

Aus entwicklungspolitischer Sicht wäre es laut Fust daher konsequent, wenn die Schweiz - mit einem Vollbeitritt - ihre Erfahrungen auch in die politische UNO tragen könnte. Nur so könnte sie sich vollumfänglich an der Suche nach Lösungen beteiligen und die Verantwortung in den entscheidenden Gremien mittragen.

swissinfo und Agenturen


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