Ernährung ist für Drittel der Krebsfälle mitverantwortlich

Die Ernährung ist laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) für ungefähr einen Drittel aller Krebsfälle mitverantwortlich. Das BAG empfiehlt Zurückhaltung bei tierischen Fetten, rotem Fleisch, Kochsalz sowie den Verzicht aufs Rauchen und Alkohol.

Dieser Inhalt wurde am 03. Juli 2000 - 13:34 publiziert

Krebs entsteht über mehrere Phasen, und die Entwicklung kann Jahrzehnte dauern, wie das BAG im seinem am Montag (03.07.) veröffentlichten Bulletin erinnert. Zu den Umweltfaktoren, welche die Krebsentstehung beinflussen, gehöre auch die Ernährung.

Zusammenhänge noch unklar

Sie sei für etwa 35 Prozent der Krebsfälle verantwortlich beziehungsweise mitverantwortlich. Angesichts der eingeschränkten Aussagekraft der verschiedenen Studien weist das BAG aber darauf hin, dass Zusammenhänge häufig nicht "bewiesen" seien. Es müsse deshalb von unterschiedlicher Wahrscheinlichkeit gesprochen worden.

Gesund leben

Laut BAG gibt es aber trotz der bestehenden Lückenhaftigkeit klare Empfehlungen für ein gesünderes Leben, das möglicherweise ein geringeres Krebsrisiko beinhalte. So sollen bei der Ernährung pflanzliche Lebensmittel wie Früchte, Gemüse, Salate und Getreideprodukte bevorzugt genossen werden.

Übergewicht sei zu vermeiden. Einzuschränken sei der Konsum von Fetten, vor allem tierischen, aber auch von rotem Fleisch und von Kochsalz. Auf alkoholische Getränke und das Rauchen sollte verzichtet werden. Körperliche Aktivität ist laut BAG dagegen wichtig.

Brust- und Prostatakrebs hormonell bedingt

Beim Brustkrebs als häufigstem Krebs der Schweizer Frau scheine die lebenslange Östrogenexposition eine Rolle zu spielen, schreibt das BAG. Hoher Alkoholkonsum, Übergewicht und Gewichtszunahme (für Brustkrebs der Postmenopause) seien wahrscheinliche ernährungsbedingte Risikofaktoren.

Für (tierisches) Fett und Fleisch im negativen wie auch für Früchte und Gemüse im positiven Sinn seien die Zusammenhänge schwächer.

Ein hormonelles Ungleichgewicht scheine auch beim Prostatakrebs eine Rolle zu spielen, der an der Spitze der Krebsneuerkrankungen des Schweizer Mannes stehe, hält das BAG weiter fest.

Von den untersuchten Ernährungsfaktoren erreiche keiner eine überzeugende Beweislage, wobei eine fett- und fleischreiche Ernährung das Prostatakrebsrisiko möglicherweise erhöhe, während Gemüse es möglicherweise senke. Selen und Vitamin E hätten sich in Interventionstudien als schützend erwiesen.

An der Spitze der Krebssterblichkeit steht beim Schweizer Mann der Lungenkrebs. Bei der Frau steht Lungenkrebs nach Brust- und Darmkrebs erst an dritter Stelle. In den letzten Jahren hat aber die Sterblichkeit durch Lungenkrebs bei den Männern ab- und bei den Frauen zugenommen.

swissinfo und Agenturen

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