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Europa und die Schweiz leiden unter der Hitze

Um der Hitze zu entrinnen, gibt es nichts besseres als Wasser.

(Keystone)

Die Schweiz erlebte am Mittwoch den heissesten Tag dieses Sommers mit Temperaturen um 35 Grad. Die Hitzewelle ist aber weniger stark als jene von 2003.

In Europa hat die Hitze schon rund 15 Todesopfer gefordert. In der Schweiz leiden Landwirtschaft und Wasserläufe unter dem Regenmangel. Die Kantone prüfen Massnahmen gegen die hohen Ozonwerte.

Die Schweiz ächzt unter der grossen Hitze. Am heissesten war es am Mittwoch im aargauischen Buchs-Suhr mit 34,9 Grad. In Genf wurden 34,8 Grad, in Basel 34,1 und in Chur 34,0 Grad gemessen.

Im Tessin war es mit Höchsttemperaturen von rund 31 Grad etwas weniger heiss als im Norden. Trotzdem wurde dort angesichts der auch in den kommenden Tagen drohenden Bruthitze, kombiniert mit der hohen Luftfeuchtigkeit, Hitzealarm ausgelöst.

Die Aktionsgruppe Gesundheit und Umwelt nahm Kontakt auf mit den Tessiner Altersheimen, Spitex-Diensten und Gemeinden, um Vorkehrungen gegen die Hitze zu treffen. Ausserdem wurde zum Schutz der im Freien arbeitenden Bauarbeiter empfohlen, schwere Bauarbeiten am Morgen zu verrichten, die Arbeitszeiten vorzuziehen und die Arbeit um 14.00 Uhr zu beenden.

Ozon-Schutzmassnahmen

Für die Schulen und Truppen der Armee gelten seit vergangenem Freitag Sofortmassnahmen zum Schutz vor der Hitze und erhöhten Ozonwerten. Grössere körperliche Anstrengungen wie Märsche sollten auf Anordnung des Oberfeldarztes auf die Abend- und Nachtstunden angesetzt werden. Zudem muss genügend Trinkflüssigkeit zur Verfügung stehen.

Halten Hitze und Trockenheit an, will das Bundesamt für Umwelt (BAFU) ein Feuerwerkverbot für den 1. August, den Nationalfeiertag, prüfen. Zurzeit bestehe aber kein Handlungsbedarf, hiess es.

Tiefe Pegelstände...

Trotz der Trockenheit sind die Wasserpegel der Gewässer nach Angaben des BAFU noch nicht alarmierend. Allerdings führen die Flüsse im Mittelland, Jura und Tessin nur noch 20 bis 50% des Wassers im Vergleich zum langjährigen Julimittel.

Die Pegelstände des Bodensees und des Walensees sowie des Langensees bewegen sich auf aussergewöhnlich tiefem Niveau. Die Stauseen sind dagegen dank der Schneeschmelze immer noch gut gefüllt.

Überdurchschnittlich viel Wasser führen auch Flüsse und Bäche im Wallis und in Teilen des Berner Oberlandes, in die Gletscherwasser fliesst.

...und hohe Ozonbelastung

Einmal mehr lag die Ozonbelastung in weiten Teilen der Schweiz über dem Grenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter. 13 der 16 Messstellen wiesen am frühen Mittwochabend zum Teil massive Grenzwertüberschreitungen auf.

Ferienreisende müssen am kommenden Wochenende in der Südschweiz wohl nicht das Tempo drosseln. Der Kanton Tessin verzichtet trotz hohen Ozonwerten vorerst auf die Einführung von Tempo 80 auf der Autobahn.

Vorgesehen ist die Anwendung dieser Notmassnahme erst dann, wenn die Ozonwerte an mehr als drei Stunden pro Tag über 240 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft liegen.

Bis jetzt hat sich noch kein Kanton für die temporäre Einführung von Tempo 80 auf Autobahnen ausgesprochen.

Hitze hält weite Teile Europas im Griff

Die anhaltende Hitzewelle lässt auch das übrige Europa auf Temperaturrekorde zusteuern. Die Stromnetze waren vielerorts bis an die Kapazitätsgrenzen ausgelastet.

In Grossbritannien erwarteten Meteorologen mit mehr als 37 Grad Celsius den höchsten Wert für Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Wetten auf einen neuen Rekord standen so hoch im Kurs, dass Wettbüros keine Gebote mehr annahmen.

Die Regierung in London gab einen Notfallplan zur Betreuung für ältere und schwache Menschen bekannt. Vor drei Jahren kamen während einer Hitzewelle 2000 Menschen ums Leben.

In Frankreich waren damals 15'000 Menschen gestorben. Auch dort wächst die Sorge um Senioren und Kranke. Seit Wochenbeginn sind wahrscheinlich neun Menschen in Folge der Hitze ums Leben gekommen.

Auch in Irland, eigentlich nicht bekannt für hohe Temperaturen, wurden am Dienstagabend das erste Mal seit einem Jahrzehnt mehr als 30 Grad gemessen.

swissinfo und Agenturen

Fakten

In Basel herrscht schon seit 10 Tagen Hitze (Temperaturen über 30 Grad), in Bern sind es 7 und in Zürich 6. Die längste Hitzeperiode wird im Kanton Tessin, im Mendrisiotto, registriert: 22 Tage.


Die höchste Temperatur dieses Sommers wurde im aargauischen Buchs-Suhr mit 34,9 Grad gemessen.

Der absolute Schweizer Temperatur-Rekord seit Beginn der Messungen wurde am 11. August 2003 im bündnerischen Grono mit 41,5 Grad verzeichnet.

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Ozon

Ozon ist nicht nur ein Schadstoff. In der Stratosphäre (12-50 km Höhe) schützt es uns vor der gefährlichen Ultraviolettstrahlung der Sonne.

In Erdnähe bildet sich der Sekundärschadstoff Ozon aus einer Reaktion zwischen Stickstoffdioxid NO2 sowie flüchtigen organischen Substanzen und Sauerstoff O2 unter dem Einfluss von Sonnenlicht.

Die Stickoxide entstehen vor allem beim motorisierten Verkehr, bei Industrie und Gewerbe sowie den Haushalten. Die flüchtigen organischen Verbindungen entstehen durch die Verdunstung von Treibstoffen. Sie werden zudem als Lösungsmittel in Farben und Lacken sowie als Treibgase in Sprühdosen verwendet.

Bei hohen Ozonwerten können Augenbrennen, Kratzen im Hals, Druck auf der Brust sowie Schmerzen beim tief Einatmen auftreten.

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