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Familie und Beruf - immer noch schwer zu vereinen

Familien-ergänzende Kinderbetreuung ist für 70 Prozent der befragten Unternehmen ganz einfach kein Thema.

(Keystone)

Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen - der Arbeitgeberverband unterstützt diese Bestrebungen. Doch um eine familienfreundliche Politik zu realisieren, bleibt den Schweizer Arbeitgebern noch viel zu tun. Dies zeigt eine Studie von Pro Familia.

Die Sensibilisierung auf die Familienpolitik sei gelungen, jetzt gehe es an die Umsetzung, sagte der Direktor des Schweizerischen Arbeitgeberverbandes, Peter Hasler. Seine familienfreundlichen Grundsätze hatte der Arbeitgeberverband zusammen mit Pro Familia und Pro Juventute Im vergangenen Januar präsentiert.

Dass es für eine Umsetzung noch viel Willen von Seiten der Arbeitgeber braucht, zeigt nun eine Untersuchung von Pro Familia. In den Schweizer Unternehmen besteht nur geringe Bereitschaft, familiengerechte Lösungen in die Praxis umzusetzen.

Wenig Echo

Pro Familia hatte einen Fragebogen an rund 4'000 Unternehmen geschickt, etwa 400 haben darauf geantwortet. Die meisten der vorgeschlagenen Massnahmen zur Verbesserung der Familien-Freundlichkeit richteten sich an die Frauen, sagte die Nationalrätin und Pro-Familia-Präsidentin Lucrezia Meier-Schatz (CVP/SG).

Die Rolle der Männer werde offenbar noch zu wenig wahrgenommen. So bestehen laut Untersuchungs-Ergebnis bei 71 Prozent der Unternehmen Möglichkeiten für Teilzeitpensen. Diese seien aber für Frauen weit zahlreicher. 34 Prozent der Unternehmen seien dagegen überzeugt, dass sich Karriere und Teilzeit nicht vereinbaren liessen.

Unsicherheit bei Mutterschaftsurlaub

Über 78 Prozent gewähren keinen Vaterschaftsurlaub. Hingegen bieten die allermeisten Unternehmen Mutterschaftsurlaub an. Hier richten sie sich nach dem legalen Minimum (31,6 Prozent), wenden eine Skala an (44,3 Prozent) oder wählen andere Formen wie eine Regelung im Gesamtarbeitsvertrag (21,5 Prozent). Auffällig seien die vielen Korrekturen auf den Fragebögen gewesen, welche eine gewisse Unsicherheit oder gar Unkenntnis über die gesetzlichen Bestimmungen verriete. Die Schweiz hinke im internationalen Vergleich weit hinterher, was den Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub betreffe, betonte Lukrezia Meier-Schatz.

Wiedereinstieg kein Thema

Fast 70 Prozent der Unternehmen beantworteten die Frage nach familien-ergänzender Kinderbetreuung erst gar nicht, rund elf Prozent verneinten diesbezügliche Leistungen. Bei der Frage nach beruflicher Wiedereinstiegshilfe zogen es über 66 Prozent der Arbeitgeber vor, keine Antwort zu geben. Nur 3,5 Prozent gewähren eine finanzielle Hilfe. Fragen zu zusätzlichen Unterstützungs-Massnahmen zeigten jedoch, dass die Unternehmen familien-ergänzende Betreuungs-Strukturen für Kleinkinder, wie Krippen oder Horte begrüssen.

Doch kosten sollte es nichts

Er hoffe auf eine modernere Schweiz in 50 Jahren, sagte Hasler. Familienpolitik dürfe aber nicht zu einem Ausbau des Sozialstaates führen. Die Finanzierung könne weitgehend durch Umlagerungen gesteuert werden. Als Umsetzungshilfe für die neue Familienpolitik gibt der Arbeitgeberverband die Broschüre "Tipps für Arbeitgeber" heraus.

swissinfo und Agenturen


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