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Fehlerfreie Partie von Urs Meier

Die Performance des Schweizer Schiedsrichters Urs Meier im WM-Halbfinal Deutschland-Südkorea stiess auf Lob.

(Keystone)

Er war um die Aufgabe nicht unbedingt zu beneiden, doch der Schweizer FIFA-Schiedsrichter Urs Meier hat den heiklen Job mit Bravour erledigt.

Urs Meiers Leistung im Halbfinal zwischen Deutschland und Südkorea (1:0) in Seoul am Dienstag war fehlerfrei. Der Schweizer erntete verdientes Lob von allen Seiten.

Die Vorgeschichte ist bekannt: Zum Teil krasse Fehlentscheide der Unparteiischen hatten mitgeholfen, Südkorea den sensationellen Halbfinal-Einzug zu ermöglichen.

Verschwörungs-Theorien und ideale Entschuldigungen

Zuvor waren im Achtelfinal Italien und im Viertelfinal Spanien benachteiligt worden. Beide Länder verstiegen sich danach in Konspirationsvorwürfe gegen alle und jeden und fanden damit eine ideale Entschuldigung für ihr vorzeitiges Ausscheiden.

Für den Halbfinal musste also ein fähiger Mann gefunden werden, der dem Druck des euphorischen Publikums standhalten könnte. Im Schweizer Meier glaubte die FIFA, den richtigen Spielleiter gefunden zu haben - nicht zu Unrecht, wie sich nun zeigte. Schliesslich hatte der Aargauer zuvor bereits den politisch heiklen Match zwischen Südkorea und der USA ohne Probleme über die Bühne gebracht.

Lob und Jubel

Und auch im Champions- League-Final zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen war der Schweizer im Mai derart souverän gewesen, dass auch die Deutschen nichts an seiner Selektion auszusetzen hatten.

"Die Wahl von Urs Meier war ein Glücksgriff", jubelte die deutsche Presse schon kurz nach dem 1:0-Erfolg über das Sensationsteam aus Südkorea. Auch wenn der Schweizer den Deutschen Torschützen Michael Ballack mit einer Gelben Karte bestraft und damit indirekt "Schuld" trägt am Fehlen des deutschen Superstars im Final am Sonntag.

Höchtes Lob erhielt Meier auch von FIFA-Präsident Joseph Blatter, der ihm noch vor Spielbeginn auf dem Platz viel Glück gewünscht hatte: "Eine ausgezeichnete Leistung. Da waren drei Profis am Werk, die das Spiel hervorragend geleitet haben." Ins gleiche Horn stiess UEFA-Präsident Lennart Johansson: "Über diese Leistung darf sich niemand beschweren, sie war einfach sehr gut."

Sehr aufmerksam

Meier war der Partie ein äusserst aufmerksamer Begleiter, ohne irgendwann im Mittelpunkt zu stehen. Diskret agierend, hatte er die Begegnung stets im Griff und musste erst in der 71. Minute zur ersten Gelben Karte greifen. Dass es ausgerechnet Ballack traf, musste ihm egal sein.

So gleichgültig, wie Meier auch in der 85. Minute keine Sekunde zögerte, um den "Halb-Schweizer" Oliver Neuville für eine Schwalbe ebenfalls zu verwarnen. In diesem Falle hat die Verwarnung jedoch keine Folgen.

Dem ehemaligen Servette-Spieler war unmittelbar vor Spielbeginn die gegen die USA erhaltene Verwarnung gestrichen worden. Er war im Viertelfinal irrtümlich an Stelle von Jens Jeremies verwarnt worden.

Guter Abgang

Meier ist es damit gelungen, sich mit einer makellosen Darbietung von der Fussball-WM zu verabschieden. Es war seine letzte WM nach dem Einstand vor vier Jahren in Frankreich.

Aus Altersgründen kann der Schweizer im Jahr 2006 in Deutschland nicht mehr dabei sein. Die Europameisterschaft in zwei Jahren in Portugal dürfte seine Abschiedsvorstellung von der internationalen Bühne werden.

swissinfo und René Baumann (si), Seoul

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