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Frühlingsbeginn, auch für die Konsumenten

Besonders der Detailhandel spürt die verbesserte Konsumneigung der Bevölkerung.

(Keystone)

Die Konsumenten spüren den Frühling und sind so ausgabefreudig wie seit fünf Jahren nicht mehr. Im 2. Quartal in Folge sass ihnen der Geldbeutel noch lockerer.

Ende letztes Jahr überwog bei den Konsumenten noch die Skepsis. Der nun eingesetzte Meinungsumschwung wird durch die Beschäftigungslage positiv beeinflusst.

Der Index der Konsumenten-Stimmung stieg bis April mit plus 7 Punkten auf den höchsten Stand seit Juli 2001, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) am Donnerstag mitteilte.

In den Boomjahren 2000 und 2001 war der Index zwar bei ganzen 25 Punkten im Plus gelegen. Der Gesamtindex ist zur Zeit jedoch klar über seinem langjährigen Durchschnittsniveau.

Das seco führt vierteljährlich eine Umfrage bei rund 1100 Haushalten zur Konsumentenstimmung durch: Die jüngste vom April folgt auf jene im Januar.

Gute Konjunktur färbt ab

Diese sei sehr eng verbunden mit der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, sagte Bruno Parnisari vom seco. Und die Konjunkturlage beginne, den Arbeitsmarkt positiv zu beeinflussen.

"Die Konsumenten spüren das in ihrer Familie und Umgebung, sie kennen Leute, die wieder Arbeit gefunden haben", sagte er.

Dies unterstreichen auch die jüngsten Arbeitslosenzahlen: Im April ging die Arbeitslosenquote von 3,6 auf 3,5% zurück. "Die Konsumenten reagieren sehr schnell", so Parnisari.

Erwerbstätige spüren Wirtschaftslage über Geschäftslage

Auch Erwerbstätige spürten im eigenen Betrieb, ob die Geschäftslage gut und ob Stellen gefährdet seien. So schätzten die Befragten die Wirtschaftslage der vergangenen zwölf Monate erneut deutlich günstiger ein.

Gegenüber der Januar- Umfrage stieg dieser Unterindex von 0 auf plus 15 Punkte. Die Einschätzungen über die individuelle finanzielle Lage der vergangenen wie auch der kommenden zwölf Monate blieben hingegen unverändert.

Weniger unsicher bezüglich Arbeitsplatz

Von den nicht in den Gesamtindex einfliessenden Indikatoren hat sich die mit dem Arbeitsplatz verbundene Unsicherheit erneut deutlich reduziert. Der Index verbesserte sich von minus 88 auf minus 72 Punkte.

Bereits im Januar hatte sich diese Beurteilung aufgehellt, das erste Mal seit Ende 2002. Das Niveau ist aber immer noch bescheiden. Von Arbeitsplatz-Sicherheit spricht man laut Parnisari erst ab einem Durchschnittswert von minus 53 Punkten.

Die Beurteilung der erwarteten allgemeinen Wirtschaftslage verschlechterte sich indes leicht von plus 25 auf plus 19 Punkte. Nach seco-Angaben kann sie jedoch nach wie vor als optimistisch bezeichnet werden.

Ersparnisse: Weniger günstig

Auch die Möglichkeit, Ersparnisse zu bilden, wurde etwas weniger günstig bewertet. Wie im Januar beurteilen die befragten Haushalte die Preisentwicklung der vergangenen zwölf Monate als moderat und erwarten weiterhin einen mässigen Preisanstieg.

Eine wesentliche Verbesserung bei der Bewertung des Zeitpunkts für grössere Anschaffungen zeichnet sich noch nicht ab.

swissinfo und Agenturen

In Kürze

Die Konsumausgaben im Inland sind neben den Exporten ein wichtiger Motor des Wachstums des Bruttosozialprodukts.

Oft ziehen innerhalb eines Konjunkturzyklus in der Schweiz zuerst die Exporte an, da die Weltwirtschaft schneller reagiert als das Inland.

Über die Löhne in den Exportbranchen pflanzt sich der positive Effekt fort ins Inland, wo in der Folge die Konsumneigung zunimmt.

Das Staatssekretariat für Wirtschaft (seco) führt vierteljährliche Umfrage bei rund 1100 Haushalten durch, um die Konsumenten-Stimmung zu erspüren.

Die vorliegende April-Umfrage ist die zweite in diesem Jahr.

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