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Für 42-Stunden-Woche

Der Ruf nach der 36-Stunden-Woche liegt auch für den Ständerat quer in der Landschaft. Mit 35 gegen 4 Stimmen der Linken hat die kleine Kammer am Dienstag als Zweitrat die Initiative der Gewerkschaften "für eine kürzere Arbeitszeit" abgelehnt.

Dieser Inhalt wurde am 19. Juni 2001 - 10:15 publiziert

Die 36-Stunden-Woche schaffe keine Arbeitsplätze, sagten Kommissionspräsident Franz Wicki (CVP/LU) und Wirtschaftsminister Pascal Couchepin. Sie treibe die Kosten in die Höhe und fördere die Schwarzarbeit. Die Arbeitszeit müsse im Interesse des Werkplatzes Schweiz Sache der Sozialpartner bleiben, die der Konkurrenz und den Bedürfnissen der Branchen Rechnung tragen könnten.

Laut Helen Leumann (FDP/LU) müssten die unter Spezialistenmangel leidenden KMU die Zeche bezahlen. "Die Schweizer Wirtschaft kann keine Arbeitnehmer gebrauchen, die mit der Stoppuhr in der Hand herumlaufen", sagte This Jenny (SVP/GL). Das Problem sei nicht ein Mangel an Freizeit, sondern ein zu tiefes Einkommen. Bei einer Arbeitszeitverkürzung gingen die Löhne zurück.

Der Gesetzgeber als Besenwagen

Der Gewerkschafter Ernst Leuenberger (SP/SO) wehrte sich vergeblich für die Initiative. Neben Sozialpartner-Regelungen brauche es auch gesetzliche Höchstarbeitszeiten. "Wie der Besenwagen beim Velorennen hat der Gesetzgeber immer wieder die Nachzügler mitnehmen müssen." Die Schweiz liege punkto Arbeitszeiten weit vorne.

Vor allem bei Schichtbetrieb könnten kürzere Arbeitszeiten sehr wohl Arbeitsplätze schaffen, sagte Leuenberger. Mehr Freizeit heisse mehr Lebensqualität, mehr Gesundheit und mehr Gleichstellung der Geschlechter in Erziehung und Hausarbeit. Christiane Brunner (SP/GE) rühmte an der Initiative insbesondere das Verbot, die Teilzeitarbeit zu diskriminieren.

Weniger arbeiten zum gleichen Lohn

Das im November 1999 vom Schweizerischen Gewerkschaftsbund (SGB) eingereichte Volksbegehren fordert eine maximale Jahresarbeitszeit von 1'872 Stunden, was einer mittleren wöchentlichen Arbeitszeit von 36 gegenüber heute 42 Stunden entspricht. Inklusive Überzeit dürfte die Arbeitszeit in keiner Woche 48 Stunden überschreiten.

Jedes Jahr soll die Jahresarbeitszeit um 52 Stunden reduziert werden, so dass das Ziel gegen 2010 erreicht wäre. Löhne unter derzeit 7'600 Franken würden nicht gekürzt. Betriebe, die bei der Arbeitszeitreduktion rascher vorangehen, soll der Bund finanziell unterstützen.

swissinfo und Agenturen

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