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Für den Frieden in Kolumbien

In Kolumbien ist die Sprache der Waffen nicht verlernt worden.

(Keystone Archive)

In Kolumbien scheinen die Friedensgespräche gescheitert - und ein Schweizer Friedensprojekt in der Region gewinnt an Bedeutung.

Rund drei Jahre sassen die kolumbianische Regierung unter Präsident Andres Pastrana und die linksgerichteten revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) am Verhandlungstisch, um den mittlerweile fast 38 Jahre andauernden Bürgerkrieg beizulegen. Der Krieg fordert jährlich rund 3500 Menschenleben.

Gesprächsabbruch

Am Mittwochabend hatte die kolumbianische Regierung die Friedensgespräche mit der FARC für gescheitert erklärt und die Gruppierung aufgefordert, ihre von der Regierung zugestandene Sicherheitszone im Süden des lateinamerikanischen Landes innert Tagen zu verlassen. Alle Bereiche der Streitkräfte wurden in höchste Alarmbereitschaft versetzt, wie ein Armeesprecher erklärte. Panzer fuhren durch die Strassen der Hauptstadt Bogota.

FARC-Sprecher Raul Reyes hatte zuvor bestritten, dass die Guerilleros den Verhandlungstisch verlassen hätten und entsprechende Darstellungen von Seiten der Regierung als Lügen bezeichnet.

Schweiz bleibt bei ihren Vermittlungsbemühungen

Die Schweiz gehört mit zehn anderen Ländern zu einem Vermittlungs-Ausschuss der darum bemüht ist, den Dialog zwischen der FARC und der Regierung wieder in Gang zu bringen. Bei einem Treffen von Präsident Andrés Pastrana mit FARC-Vertretern und dem Vermittlungskomitee wurde der Wille zur Wiederaufnahme von Gesprächen zum Ausdruck gebracht.

Auch die Schweiz habe dabei den Willen bekräftigt, die Vermittlungsbemühungen fortsetzen, sagte der Schweizer Botschafter in Bogotá, Viktor Christen. Die Frage stelle sich aber, wie die Verhandlungen weiter gehen könnten, wenn die entmilitarisierte Zone tatsächlich aufgehoben werde.

Die ganze Welt sei erstaunt über die negative Entwicklung der letzten Tage, präzisierte Christen. Sollte die Regierung Pastrana die entmilitarisierte Zone wirklich aufheben, würde die Weiterführung der Verhandlung erschwert, meinte Christen. "Ich hoffe, wir finden in letzter Minute noch eine Lösung. Im Augenblick liegt unsere Hauptsorge aber beim Schutz der Zivilbevölkerung."

Eine Schweizer Initiative

Die Eskalation des Konflikts stellt auch SUIPPCOL auf die Probe, einen Schweizer Friedensvorstoss für Kolumbien. SUIPPCOL wurde im vergangenen November ins Leben gerufen und setzt sich zum Ziel, in Kolumbien die vom Krieg gebeutelte Zivilbevölkerung zu unterstützen.

Laut Peter Stirnimann, Chefkoordinator von SUIPPCOL, engagiert sich die Schweiz in Kolumbien bereits seit längerem für den Frieden: mit den Mitteln der offiziellen Diplomatie und mit Projekten der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Das noch junge Programm SUIPPCOL versteht sich als Ergänzung. Indem es auf die Zivilbevölkerung abzielt, unterstützt es jenen Teil der Bevölkerung, der den bewaffneten Kräften mehr oder minder wehrlos gegenüber steht. Die Zivilbevölkerung geht zudem bei Friedensbemühungen oft vergessen, da sich diese in der Regel auf die kriegführenden Parteien beschränken.

Ein Projekt der Schweizer Hilfswerke

SUIPPCOL steht unter der Koordination der Arbeitsgemeinschaft von fünf Schweizer Hilfswerken: Swissaid, Fastenopfer, Brot für alle, Helvetas und Caritas.

An SUIPPCOL sind zudem verschiedene Nichtregierungs-Organisationen (NGO) beteiligt, die seit Jahren Entwicklungs-Projekte in Kolumbien unterstützen: unter ihnen die Arbeitsgruppe Schweiz-Kolumbien, das HEKS oder die Schweizer Sektion von Amnesty International. Auch das Ehtnologische Institut der Universität Bern ist beteiligt.

Ungewöhnliche Wege

Während die Schweizer Regierung auf diplomatischem Weg auf die kriegführenden Parteien einzuwirken versucht, verfolgt SUIPPCOL einen alternativen Ansatz, um zum Frieden beizutragen. Im Vordergrund steht die Bemühung, den Dialog für Frieden am Leben zu erhalten, das Bewusstsein für die Menschenrechte und sozialpolitische Reformen zu fördern, soziale und demokratische Rechte in der Verfassung zu verankern und damit zu einer neuen Kultur des Friedens beizutragen.

Die Bestrebungen von SUIPPCOL sind angesichts der derzeitigen Eskalation im Innern Kolumbiens von fundamentaler Bedeutung - zu einem Zeitpunkt, da laut Experten Kolumbien einen der kritischsten Momente seiner Geschichte erreicht hat.

swissinfo und Agenturen

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