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Gegen den Verlust an Kulturpflanzen

Am Verschwinden: Wilde Bananen in Indien.

(Keystone)

Die Schweiz ist eines von 40 Ländern, die an der 1. Weltkonferenz über genetische Ressourcen teilnehmen. Ziel ist eine nachhaltige Landwirtschaft, um den Schwund an Kulturpflanzen aufzuhalten.

Gemäss der Landwirtschafts-Organisation der UNO hängt die Zukunft der Landwirtschaft von der Zusammenarbeit und dem offenen Austausch von pflanzengenetischen Ressourcen ab.

Seit Jahrzehnten bauen die Landwirte weltweit immer weniger lokale Sorten an. Die Mehrheit dieser Sorten existiert heute nur noch in Genbanken.

Die Konferenz in Madrid hat zum Ziel, eine standardisierte Materialübertragungs-Vereinbarung zu verabschieden, die den weltweiten Austausch von pflanzengenetischen Ressourcen zwischen Forschern und Züchtern erleichtert.

"Es gibt zwei Hindernisse, welche wir in Madrid diskutieren müssen", sagte Manfred Bötsch, Direktor des Bundesamtes für Landwirtschaft und Leiter der Schweizer Delegation gegenüber swissinfo.

"Das erste ist die Materialübertragungs-Vereinbarung und das zweite ist die Finanzierung. Bei beiden Themen bestehen immer noch Differenzen."

Die Finanzierung soll über einen Fonds geschehen, an dessen Einrichtung die Schweiz mitgearbeitet hat. Dieser soll sicherstellen, dass die Entwicklungsländer möglichst schnell über die nötigen finanziellen Mittel verfügen.

Gewinn für beide Seiten

Die Vereinbarung würde laut Bötsch für alle Seiten einen Gewinn bringen. "Von einer grossen Artenvielfalt in den Entwicklungsländern profitieren auch die Firmen in den entwickelten Ländern."

Der internationale Vertrag über pflanzengenetische Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft wurde im November von der Landwirtschafts-Organisation der UNO verabschiedet. Er ist im Juni 2004 in Kraft getreten. 40 Länder haben ihn ratifiziert, darunter auch die Schweiz.

"Wir werden alles daran setzen, um in Madrid Lösungen zu finden, das heisst, die verschiedenen Standpunkte zu überbrücken", so Bötsch.

Die Schweiz verfügt überdies seit 1998 über einen nationalen Aktionsplan für die Inventarisierung, Erhaltung und die nachhaltige Nutzung einheimischer Kulturpflanzen.

swissinfo

In Kürze

Biodiversität bezeichnet die Vielfalt der Lebewesen, Pflanzen und Mikroorganismen in einem Ökosystem.

Die Verstädterung und die intensive Landwirtschaft haben dazu geführt, dass die Artenvielfalt abgenommen hat.

Wissenschafter gehen davon aus, dass es auf der Welt zwischen 10 und 100 Millionen Pflanzen- und Tierarten gibt.

Jährlich verschwinden weltweit 27'000 Arten. 24% der Säugetierarten und 12% der Vogelarten gelten als gefährdet.

Die Schweiz hat die UNO-Konvention zur Erhaltung der Biodiversität 1994 unterzeichnet.

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