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Geld für Brückenschlag zwischen Fahrenden und Behörden

Fahrender Korbflechter demonstriert sein Handwerk.

(Keystone Archive)

Die Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" vermittelt zwischen Fahrenden und Behörden. Hauptproblem sind die fehlenden Stand- und Durchgangs-Plätze. Die Schweizer Regierung beantragt beim Parlament 750'000 Franken zu Gunsten der Stiftung.

In der durchorganisierten Schweiz gibt es wenig Platz für Fahrende. Nach wie vor verursacht die Suche nach geeigneten Plätzen, auf denen die Fahrenden sich niederlassen können, Reibungen mit den Gemeinden. Die Kommunen-Vertreter hätten oft diffuse Ängste und Vorurteile, weiss der Geschäftsführer der Stiftung, Urs Glaus. So fürchte man, dass die Fahrenden Sozialhilfe reklamieren würden oder unerwartet viele Kinder in die Schule schicken möchten.

Noch immer Vorurteile gegenüber Fahrenden

Um diese und andere Bedenken auszuräumen und um die Platzbedürfnisse der Fahrenden zu eruieren, hat die Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" ein Gutachten in Auftrag gegeben. "So schaffen wir eine solide Basis mit Fakten, Daten und Erkenntnissen, auf der dann weiter aufgebaut werden kann", erhofft sich Rechtsanwalt Glaus.

Kantone und Gemeinden in die Pflicht nehmen

Mit dem Geldbetrag des Bundes von dreiviertel Million Franken für die Jahre 2002 bis 2006 sind keine grossen Sprünge möglich. Urs Glaus fordert darum, dass Kantone und Gemeinden ihren Verpflichtungen nachkommen sollten: "Die Schweiz kann nicht die Europäische Konvention über den Schutz der Minderheiten unterzeichnen und nachher nichts für sie tun".

Um längerfristig in der Schweiz genügend Stand- und Durchgangsplätze für Fahrende bereitzustellen, wären laut Glaus zwischen 20 und 25 Mio. Fr. nötig. "Ein kleiner Betrag - im schweizerischen Kontext gesehen".

Vom Bund eingesetzter Brückenbauer

Vorderhand ist eine solche Mittelaufstockung mehr Wunsch als Realität. Die 1997 vom Bund gegründete Stiftung beschränkt sich auf ihre Vermittlerrolle zwischen Fahrenden und Behörden.

So können die Lebensbedingungen der Fahrenden längerfristig verbessert und ein Beitrag zur Wahrung ihrer kulturellen Identität geleistet werden. Die Fahrenden sind eine Minderheit, die in der Schweiz lange Zeit verfolgt und diskriminiert wurde und teils immer noch wird.

Dotiert ist die Stiftung "Zukunft für Schweizer Fahrende" mit einem Kapital von einer Million Franken. Für die ersten fünf Jahre erhielt sie vom Bund einen Rahmenkredit von 750'000 Franken. Die gleiche Summe - das heisst jährliche Betriebsbeiträge von 150'000 Franken - beantragt die Landesregierung den eidgenössischen Räten nun auch für die Jahre 2002 bis 2006.

Ruth Bossart


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