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Genentech: 470 Millionen

Das vom Basler Roche-Konzern kontrollierte US-Biotech-Unternehmen muss an ein Krebszentrum Schadenersatz wegen unbezahlter Lizenz-Gebühren bei der Medikamenten-Herstellung zahlen.

Die Roche-Tochter Genentech ist von einem Gericht in Los Angeles zur Zahlung von 300,1 Mio. Dollar Schadenersatz verurteilt worden. Der Biotechnologie-Konzern habe sein Versprechen für die Bezahlung von Lizenzgebühren gebrochen, befanden die Richter.

Das Geschworenengericht hiess in dem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Urteil die Klage des kalifornischen City of Hope National Medical Centers gut, in der das Medizinalzentrum eine Verletzung des Lizenzabkommens aus dem Jahre 1976 für verschiedene Medikamente geltend gemacht hatte.

Milliarden-Umsätze

Dabei geht es um Protein-Produkte wie zum Beispiel Hepatitis-Impfstoffe, mit denen Genentech während 15 Jahren einen Umsatz von 16,7 Mrd. Dollar gemacht haben soll.

Nach dem Urteil des US-Gerichts wird an den Märkten am Dienstag mit einem kräftigen Kursrutsch der Unternehmensaktie um bis zu 10 Prozent gerechnet, wodurch auch andere Biotechnologie-Titel unter Druck geraten könnten.

Wie das zuständige US-Gericht weiter mitteilte, soll das nun noch ausstehende strafrechtliche Verfahren am Montag kommender Woche beginnen.

Berufung wahrscheinlich

"Wir sind enttäuscht vom Urteil", sagte Sean Johnston, der als Vizepräsident bei Genentech zuständig für Urheberschutz ist. Es wird erwartet, dass das Unternehmen in Berufung geht. Der Konzern wollte das weitere Vorgehen vorerst nicht kommentieren.

"Wir sind begeistert"

"Natürlich sind wir begeistert", sagte Glenn Krinsky, Anwalt des gemeinnützigen Krebszentrums. Man rechne zwar mit einem Berufungsverfahren, hoffe aber letztlich auf einen positiven Entscheid.

Genentech rechnet mit 500 Mio. Dollar

Genentech hatte die Investoren nach Ansicht von Analysten für das gesamte Verfahren auf maximale Zahlungen von insgesamt 500 Mio. Dollar vorbereitet. Bis zum "Worst-Case"-Szenarium bleibe Genentech nach dem Urteil vom Montag daher nur noch ein Spielraum von 200 Mio. Dollar, sagte Jonathan Aschoff, Analyst bei Friedman Billings Ramsey.

Der Konzern könne sich glücklich schätzen, sollte Genentech nach dem strafrechtlichen Verfahren insgesamt nur 500 Mio. zahlen müssen.

Durchbruch in der Biotechnologie

Die Forscher Arthur Riggs und Keiichi Itakura entwickelten 1978 eine Methode, um mit Bakterien menschliches Protein zu produzieren. Die Entdeckung galt als ein Durchbruch in der Biotechnologie.

Genentech hatte seinerzeit mehrere Millionen Dollar in Laboratorien des Krebszentrums investiert und den Forschern einen 2-Prozent-Anteil an künftigen Einnahmen aus Medikamentenverkäufen zugesichert. Im Gegenzug erhielt das Unternehmen die Patentrechte aus der Forschung von Riggs und Itakura.

Strittig war dabei aber die Frage, ob sich die Patent-Regelung auch auf Medikamente erstreckt, die andere Unternehmen in Genentech- Lizenz herstellten.

Das Krebszentrum warf Genentech vor, 27 von 29 Lizenz- Vereinbarungen mit anderen Konzernen, die auf den betroffenen Patenten beruhen, verheimlicht zu haben.

swissinfo und Agenturen


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