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Genf und Schanghai für die Lebensqualität

Shopping auf der Nanjing-Strasse in der Fussgängerzone von Schanghai.

(Keystone)

Genf organisiert ein internationales Forum über die Lebensqualität im städtischen Umfeld. Dieses Thema steht auch im Zentrum der Weltausstellung von Schanghai 2010.

Vertreter der chinesischen Millionenstadt und von etwa 100 weiteren Städten aus der ganzen Welt beteiligen sich an der Weltausstellung.

"Die Entscheidung zugunsten von Schanghai als Ort der Weltausstellung 2010 ist mitten in unsere Vorbereitungen des Forums gefallen", sagt Sami Kanaan, Adjunkt des Bürgermeisters von Genf.

"Aber es ist ein besonders glücklicher Zufall", ergänzt der Organisator des Genfer Forums. "Das von Schanghai gewählte Ausstellungsthema – bessere Stadt, besseres Leben – ist letztlich das gleiche wie das unserer Konferenz."

Mit dem Ergebnis, dass die Chinesen das Genfer Forum als Ausgangspunkt nehmen für ihre Überlegungen zum Thema der Weltausstellung und insbesondere für ihren Städtepavillon, der rund zehn Hektaren gross sein wird.

Aber das ist noch nicht alles. "Die chinesischen Städte, die sich schwindelerregend entwickeln, brennen auf einen Erfahrungsaustausch bezüglich städtischer Planung", sagt Kanaan.

Von Lausanne nach Dakar

Das Genfer Forum will laut Organisatoren "eine Plattform sein, wo man Strategien, Mittel und Dienstleistungen überdenkt und dabei der Lebensqualität bei der Planung in der urbanen Welt höchste Priorität einräumt".

Zu den Debatten haben die Stadt Genf und ihr Bürgermeister Manuel Tornare städtische Verantwortliche aus rund 100 Städten eingeladen, Experten ebenso wie Prominente, insgesamt rund 600 Personen.

Neben Schanghai sind auch Hongkong und weitere chinesische Städte vertreten. Aus Europa Manchester, Saragossa, Lyon und Paris, aus Afrika Dakar und Ouagadougou.

Der Beginn eines Prozesses

Neben Genf sind als weitere Schweizer Städte Zürich, Basel, Bern, Lausanne, Neuenburg und Sitten in Genf präsent. Ausgewählte Spezialisten werden ihre Erfahrungen zu Themen wie städtische Wohnungseinrichtungen, Energie oder Raumplanung austauschen.

"Dieses Forum ist der Beginn eines Prozesses", unterstreicht Kanaan. "Wir vertreten eine unkonventionelle Vision der Stadtplanung und zeigen beispielsweise, wie die Kulturpolitik einen Einfluss auf die soziale Ausgrenzung haben kann."

Förderung der nachhaltigen Entwicklung

Unter dem Stichwort "Lebensqualität" suchen die Verantwortlichen nach Wegen, wie eine dauerhafte Entwicklung der Städte gefördert werden kann. Etwa durch eine Planung, die Umweltschutz mit wirtschaftlichem Wachstum verbindet.

Ein Grund für Pascal Lamy, am Forum teilzunehmen. Der Chef der Welthandels-Organisation (WTO) will die wichtige Rolle der Städte im Umgang mit der Globalisierung unterstreichen. Dieselbe Haltung vertritt auch der Star-Ökonom Jeremy Rifkin.

Doch was verbindet eigentlich Schanghai, Sitten und Ouagadougou? Sami Kanaan gibt ein Beispiel: "Die Städte des Nordens müssen mit weniger Mittel immer mehr leisten. Diese Situation kennen die Städte des Südens seit langem. Sie wollen die Effizienz ihrer Verwaltung verbessern und nehmen sich dafür die Städte des Nordens zum Vorbild."

swissinfo, Frédéric Burnand, Genf
(Übertragung aus dem Französischen: Susanne Schanda)

In Kürze

Genf organisiert vom 18. bis 20. Mai das Forum "Städte und Lebensqualität".

Gegen 600 Teilnehmer werden an 12 runden Tischen debattieren, zu Themen wie kluge Städte, Künstler als Sozialarbeiter oder Umwandlung von Städten zu Grossereignissen.

Das Forum hat unter anderem zum Ziel, ein Label zu definieren und zu lancieren, das erstmals, anlässlich der Weltausstellung 2010, an Schanghai vergeben wird.

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