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Geschichte Warum am 1. Mai demonstrieren?

Schild an einer 1. Mai-Demo

Am 1. Mai 2018 versammelten sich rund 2000 Menschen in Genf, um mehr soziale Gerechtigkeit zu fordern.

(© Keystone / Salvatore Di Nolfi)

Seit 130 Jahren werden am Tag der Arbeit die Arbeiterbewegung und soziale Errungenschaften gefeiert. Die Zeiten haben sich geändert, aber Forderungen gibt es noch immer.

Worum geht es?

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Der 1. Mai wird in vielen Ländern der Welt als Tag der Arbeit angesehen. Dieser Tag ist geprägt von zahlreichen Demonstrationen, die von den Gewerkschaften organisiert werden, um die Aufrechterhaltung und Stärkung sozialer Leistungen zu fordern. In der ganzen Schweiz sind Versammlungen geplant.

Was ist neu?

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  • 1. Mai 2019: Die Gewerkschaften organisieren mehr als 60 Veranstaltungenexterner Link in der ganzen Schweiz. Auf dem Programm: Prozessionen, Reden, Debatten, Filmvorführungen, Mahlzeiten oder Konzerte. Der diesjährige Slogan lautet "Mehr zum Lebenexterner Link", dank höherer Löhne, Gleichstellung von Frauen und Männern und Begrenzung der Krankenkassenprämien.
  • 1. Mai 2018: Tausende von Menschen demonstrierten in der Schweiz, damit die Gleichstellung von Frauen und Männern endlich Realität wird. Die grösste Versammlung fand in Zürich mit 13'000 Teilnehmern statt.


Graben wir ein wenig tiefer

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  • Was ist der Ursprung der 1. Mai-Demonstrationen?

Man muss bis zu den Arbeiterunruhen Ende des 19. Jahrhunderts gehen. Am 1. Mai 1886 begannen Zehntausende von Arbeitnehmern in den Vereinigten Staaten einen Streik, um eine Begrenzung der Arbeitszeit zu fordern. Dieses Datum wurde von der American Federation of Labor gewählt, weil in den USA damals an diesem Tag das Geschäftsjahr anfing. Am 3. Mai eröffnete die Polizei das Feuer auf eine Gruppe von Demonstranten in den McCormick-Fabriken in Chicago und tötete drei Menschen. Am nächsten Tag fand eine Protestkundgebung statt. Eine Bombe explodierte inmitten der Polizisten, die daraufhin auf die Menge schossen. Die Bilanz: Dutzende Menschen wurden getötet und Hunderte verwundet. Acht Personen, die als Anarchisten galten, wurden verhaftet und vier von ihnen gehängt. Aber die wahren Täter der Bombenlegung wurden nie überführt.

Radio

Radio

SRF, Tageschronik, 01.05.2017.

Der 1889 in Paris abgehaltene Internationale Sozialistische Kongress erklärte den 1. Mai zum Internationalen Tag der Arbeiter, um an dieses Ereignis zu erinnern.

  • Seit wann wird der 1. Mai in der Schweiz gefeiert?

Seit 1890externer Link. Die Schweiz ist eines der wenigen europäischen Länder, die diese Tradition nie unterbrochen haben. Ursprünglich marschierten die Arbeiter zu Marschklängen durch die Gemeinden und hielten Banner mit ihren Forderungen. Es folgte ein offizieller Teil mit Reden und manchmal die Verabschiedung von Resolutionen, und anschliessend ein reiner Freizeitteil.

  • Ist der 1. Mai ein Feiertag?

In der Schweiz gilt der 1. Mai auf nationaler Ebene nicht als Feiertag. Doch mehrere Kantoneexterner Link haben einen freien Tag eingeführt, um den  "Tag der Arbeit" zu feiern: Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Jura, Neuenburg, Tessin, Solothurn (ab Mittag), Schaffhausen, Aargau, Thurgau, Zürich.

Der 1. Mai wird von der Europäischen Union und einer grossen Mehrheit ihrer Mitgliedsländer als offizieller Feiertag angesehen. Der Internationale Tag der Arbeitnehmer wird in vielen Ländern auf allen Kontinenten gefeiert.

  • Was ist der Zweck des 1. Mai?

Der Kampf der Arbeiter auf der ganzen Welt seit dem 19. Jahrhundert hat zu vielen sozialen Errungenschaften geführt: Begrenzung der täglichen und wöchentlichen Arbeitszeit, obligatorische Ruhetage, bezahlter Urlaub, Rentenansprüche, Arbeitslosenversicherung usw. Der 1. Mai ist die Gelegenheit, an die Geschichte dieser Arbeiter zu erinnern, Missstände anzuprangern und Verbesserungen zu fordern. Die heutigen Forderungenexterner Link umfassen gleichen Lohn für Männer und Frauen, Rentensicherung und Lohnschutz.


(Übertragung aus dem Französischen: Sibilla Bondolfi)

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