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Auch Schweizer fühlen sich als Rassismusopfer

Nicht nur Einwanderer, auch Schweizer fühlen sich als Opfer rassistischer Diskriminierung. Dies geht aus dem zweiten Bericht über "Rassismusvorfälle in der Beratungspraxis 2009" hervor, wie die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) mitteilte.

In diesem Bericht wurden 162 Fälle von Rassismus ausgewertet, mehr als doppelt so viele wie 2008 (87). Diese Zahl sage aber nichts über eine Zunahme des Rassismus aus, hält EKR-Präsident Georg Kreis im Vorwort fest.

Ursache könnte auch eine verstärkte Sensibilisierung für das Problem Rassismus sein. Zahlreiche Fälle seien 2009 nicht durch direkt Betroffene, sondern durch Familienangehörige, Zeugen oder andere Drittpersonen gemeldet worden, heisst es in der Studie.

Bei den meisten 2009 gemeldeten Fällen spiegelt sich das politische Klima des vergangenen Jahres wieder. So riefen die Äusserungen des damaligen deutschen Finanzministers Steinbrück im Zusammenhang mit dem Steuerstreit eine Welle von empörten Meldungen an die Rassismus-Beratungsstellen hervor. Viele Schweizerinnen und Schweizer fühlten sich durch Steinbrücks "Kavallerie gegen Indianer"-Vergleich beleidigt.

Andererseits habe die Volksinitiative "Gegen den Bau von Minaretten" vom vergangenen November eine allgemein muslimfeindliche Haltung begünstigt, heisst es in dem Bericht.

Diese äusserte sich beispielsweise in Mails oder auf Blogs und wurde von Menschen, die sich als Opfer fühlten, gemeldet. Aber auch Forderungen nach einem Verbot des Korans wurden erhoben, weil darin rassistische Äusserungen zu finden seien.

Insgesamt würden Menschen aus Mitteleuropa und Afrika, mit oder ohne Schweizer Pass, vermehrt Opfer von Rassismus. Rassistische Diskriminierung fand in den unterschiedlichsten Lebensbereichen statt, besonders stark in der Arbeitswelt und in der Öffentlichkeit.

swissinfo.ch und Agenturen


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