Timea Bacsinszky im Kommen

Bacsinszkys Comeback nach einer Reihe von Verletzungen. Keystone

Timea Bacsinszky, Schweizer Tennisspielerin Nummer 2, hat kürzlich in Luxemburg ihren ersten Turniersieg errungen. Und schon denkt die Waadtländerin an den nächsten Match.

Dieser Inhalt wurde am 28. Oktober 2009 - 08:13 publiziert

Die zwanzigjährige Timea Bacsinszky aus Lausanne erzählt swissinfo.ch, wie sie seit ihrem Durchbruch im Zurich Open 2006 ihr Spiel verbessern konnte. Für 2010 ist sie in Zürich wieder gesetzt.

Sehr klar sieht die Sportlerin auch ihre Grenzen. "Nie" würde sie die nächste Martina Hingis abgeben, meint sie.

Am vergangenen Sonntag gewann Bacsinszky im WTA-Turnier Luxemburg gegen die gleichaltrige Deutsche Sabine Lisicki im Finale 6-2, 7-5 (WTA: Women's Tennis Association). Es war ihr vierter Sieg innert einer Woche gegen eine höher klassierte Gegnerin und der bisher grösste Erfolg in ihrer Karriere.

Bacsinszky, Tochter von ungarisch-stämmigen Eltern, betrat den Tennisplatz erstmals als Dreijährige. Mitte Oktober 2008 erreichte sie mit Rang 48 ihre bisher beste Klassierung.

Nach einem Jahr Ankämpfen gegen verschiedene Verletzungen hat ihr das gute Abschneiden in Luxemburg eine Verbesserung ihrer Klassierung von Rang 70 auf 55 gebracht.

Die beste Schweizerin, die 30-jährige Patty Schnyder, rutscht langsam in ihrer Klassierung nach unten, zur Zeit hält sie die Position 41.

swissinfo.ch: Haben Sie in Luxemburg anders oder einfach besser gespielt?

Timea Bacsinszky: Eigentlich fühlte ich mich bei Turnierbeginn nicht sonderlich gut. Ich war die letzte bei der Auslosung. So musste ich am Freitag zuerst Qualifizierungs-Runden absolvieren. Dann gab eine Spielerin wegen einer Verletzung auf, und ich hatte das Glück, nachzurutschen.

Doch spielte ich jeden Tag besser, und schliesslich kam ich durch. Es war mein erstes Final und ich siegte.

swissinfo.ch: Worin besteht Ihr Fortschritt seit Ihrem Durchbruch im Zurich Open 2006?

T.B.: Jedes Jahr wurde ich besser, obschon ich ständig irgendwelche Verletzungen hatte, die mich zurückhielten. Dieses Jahr, nach Roland Garros, spielte ich einfach gut und war auch körperlich fit, so dass gute Resultate herauskamen.

Ich legte ein Konstanz hin. Ich denke, nächstes Jahr werde ich noch etwas besser spielen und hoffentlich auch das übernächste Jahr.

swissinfo.ch: Ihr Vater ist Tennis-Coach, Ihre Mutter hat sie als Dreijährige ins Tennis eingeführt. Liegt Tennis in Ihrem Blut?

T.B.: Irgendwie schon. Jedermann in der Familie spielte Tennis, was mir natürlich sehr geholfen hat.

swissinfo.ch: Haben Sie andere Interessen, oder konzentrieren Sie sich ausschliesslich aufs Tennis?

T.B.: Ich liebe es, viele Dinge zu tun, wie andere junge Leute in meinem Alter. So gehe ich gerne ins Kino und mit Freunden an Parties. Neben dem Tennis betreibe ich noch andere Sportarten, Snowboarden beispielsweise. Nur darf ich da nicht zu aktiv werden, um mich nicht zu verletzen.

swissinfo.ch: Ihr Background ist vielfältig. Ungarische Abstammung, in der Schweiz geboren, fünfsprachig. Fühlen Sie sich schweizerisch oder international?

T.B.: Natürlich fühle ich mich als Schweizerin. Hier bin ich ja aufgewachsen, und meine Freunde sind Lausanner. Gleichzeitig fühle ich mich auch sehr ungarisch, wegen meiner Familie und weil wir zuhause ungarisch sprechen.

So bin ich eben zwar international und doch stolz auf meine Wurzeln. Als Schweizerin spreche ich auch andere Sprachen, speziell Deutsch und Italienisch. Ich hoffe, noch eine weitere Sprache zu lernen.

swissinfo.ch: Welches sind denn Ihre Tennis-Stars?

T.B.: Eigentlich Monica Seles und bei den Männern natürlich Roger Federer. Auch Seles hat ungarische Wurzeln. Wir haben in Roland Garros miteinander gesprochen, als ich bei den Junioren mitmachte, während sie zum letzten Mal in Paris spielte.

Es war lustig, mit ihr auf ungarisch zu sprechen. Ich liebe ihren Kampfgeist - ähnlich wie meiner, wenn ich gut drauf bin.

swissinfo.ch: Kürzlich sagten Sie, Sie würden nie ein Roger Federer oder eine Martina Hingis werden. Warum nicht?

T.B.: Ich glaube, jeder hat seine eigene Art, erfolgreich zu werden. Ich werde nie die Hand von Hingis oder von Federer haben. Also werde ich von mir kaum verlangen, Weltbeste zu werden.

Was ich möchte, ist gesund bleiben, weiterhin beim Tennisspielen mein Vergnügen zu haben und meine eigene Karriere einzuschlagen.

swissinfo.ch: Was haben Sie sich für 2010 vorgenommen?

T.B.: Das erste Turnier im kommenden Jahr wird im Januar in Brisbane stattfinden. Es folgen Sydney und Melbourne. Natürlich möchte ich dort gut abschneiden.

Körperlich werde ich mich diesen Winter gut vorbereiten, um fit für diese Turniere zu sein. Was die weiteren Ziele betrifft: Ich will, dass das Tennisspielen ein Vergnügen für mich bleibt, und wünsche mir, meinen Platz in der Rangliste zu verbessern.

Jessica Dacey, swissinfo.ch
(Übertragung aus dem Englischen: Alexander Künzle)

Fakten

Coach: Erfan Djahangiri während 5 Jahren. Vorher Heinz Günthardt (langjähriger Coach von Steffi Graf)
Club: Tennis Club Stade Lausanne
Lieblings-Turniere: Zurich Open und Roland Garros
Spielhand: Rechts, beidhändige Rückhand
Status: Profi seit Oktober 2004
Essen: Sushi und Italienisch, manchmal auch Raclette und Fondue, obschon "dies nicht die optimale Nahrung für eine Sportlerin ist"
Sprachen: Französisch, Deutsch, Italienisch, Ungarisch, Englisch

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Grand-Slam-Ränge

Australian Open: 2. Runde 2008

French Open: 2. Runde 2007, 2008, 2009

Wimbledon: 1. Runde in 2007, 2. Runde in 2008 und 2009

US Open: 1. Runde in 2007, 3. Runde in 2008, 2. Runde in 2009

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