Gewaltsame Landreform betrifft auch Schweizer

Präsident Robert Mugabe stürzt mit seiner Landreform Simbabwe in die totale Krise. Keystone

In Simbabwe hat die Polizei mehr als 130 weisse Farmer festgenommen. Sie hatten sich geweigert, ihre Höfe zu verlassen.

Dieser Inhalt wurde am 18. August 2002 - 16:11 publiziert

Vom Vertreibungs-Beschluss Präsident Robert Mugabes sind auch Schweizer Farmer betroffen.

Den weissen Farmern werde Verstoss gegen das umstrittene Gesetz zur Landreform vorgeworfen, sagte Jenni Williams, Sprecherin des Bauernverbandes JAG. Die offizielle Frist zur Räumung der Anwesen war letzten Donnerstag abgelaufen.

Die meisten Farmer wurden am Samstag verhaftet. Williams sagte, unter den landesweit Festgenommenen seien mehrere ältere und gesundheitlich angeschlagene Farmer, die zum Teil an Krebs oder Herzerkrankungen litten.

38 der über 130 festgenommenen Farmer wurden vorläufig auf freien Fuss gesetzt, wie der Bauernverband am Sonntag berichtete.

13 Schweizer betroffen

Auch etwa 13 Schweizer Farmer hatten den Räumungsbefehl erhalten, drei davon für den 8. August. Nach Angaben des Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) verliess bis zum Wochenende nur einer der betroffenen Schweizer Farmer seinen Hof. Die anderen wollen auf ihrem Grund und Boden verharren.

Zusätzliche Informationen gebe es zurzeit nicht, doch man stehe in engem Kontakt mit dem Schweizer Geschäftsträger vor Ort, sagte EDA-Sprecher Livio Zanolari am Sonntag.

Brutale Übergriffe

Der simbabwische Bauernverband bemüht sich nach eigenen Angaben insbesondere um die Freilassung eines Farmers, der brutal zusammengeschlagen worden sei. Er habe ein gebrochenes Bein sowie Kopfverletzungen.

Einige der Festgenommenen wurden dem Gericht vorgeführt und nach Zahlung einer Kaution wieder auf freien Fuss gesetzt. Die nächste Anhörung soll am 30. August stattfinden. Bis dahin dürfen sie nicht auf ihre Farmen zurückkehren.

Akute Hungersnot

Nach Schätzungen sind nur 40% der betroffenen 2900 weissen Farmer dem Vertreibungs-Beschluss gefolgt. Nach der Landreform von Präsident Robert Mugabe sollen die weissen Farmer ihren Besitz für rund 350'000 Schwarze räumen.

Die vor zweieinhalb Jahren gestartete chaotische Reform hat das afrikanische Land in die internationale Isolation sowie die schlimmste politische und wirtschaftliche Krise seiner Geschichte manövriert. Simbabwe ist jetzt von einer akuten Hungersnot bedroht.

swissinfo und Agenturen

Fakten

Räumungsbefehl für etwa 13 Schweizer Farmer
Nur ein Schweizer folgte bisher der Anordnung
Nur rund 40% der betroffenen 2900 weissen Farmer haben ihren Hof verlassen
Der Besitz der weissen Farmer soll an rund 350'000 Schwarze übergehen

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In Kürze

Simbabwes Präsident Robert Mugabe setzt seine Landreform mit Gewalt um. Weisse Farmer, die sich weigern, ihre Höfe zu verlassen, wurden festgenommen.

Betroffen von der gewaltsamen Landreform sind auch etwa 13 Schweizer. Bisher hat nur einer von ihnen seinen Besitz verlassen. Die anderen wollen verharren.

Mit seiner chaotischen Landreform hat Mugabe Simbabwe in die internationale Isolation getrieben. Das Land ist jetzt von einer Hungersnot bedroht.

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