Navigation

Gewerkschaft fordert frühere Rente für Bauarbeiter

Bauarbeiter sind unverhältnismässig höheren Todes- und Invaliditätsrisiken ausgesetzt als andere Berufssparten. Die Gewerkschaft Bau und Industrie (GBI) fordert deshalb die volle Rente ab Alter 62 beziehungsweise 40 Berufsjahren.

Dieser Inhalt wurde am 28. August 2000 - 13:43 publiziert

Die Chance, zwischen dem 45. und dem 65. Altersjahr zu sterben, ist bei Bau- und Hilfsarbeitern, Putzmännern und Strassenarbeitern mit 28 Prozent dreimal so hoch wie bei Lehrern und Wissenschaftern, wie GBI-Präsident Vasco Pedrina am Montag (28.08.)an einer Pressekonferenz in Bern darlegte. Er stützte sich auf eine Studie des Genfer Arbeitsinspektorats.

Das Invaliditätsrisiko im gleichen Altersbereich sei für Bauarbeiter mit 40 Prozent sieben Mal grösser als bei Direktoren und Technikern. In vielen Berufen des Bausektors scheine es, als ob die Bauarbeiter ab Alter 55 von einer Epidemie hinweggerafft würden. Nur gerade ein Fünftel der Arbeitergeneration bleibe zwischen 55 und 65 Jahren aktiv im angestammten Beruf.

Angesichts dieses "brutalen Befundes" und der krassen Ungleichheit vor Tod und Invalidität sei eine gesellschaftliche Lösung unabdingbar, sagte Pedrina. Er forderte ab Alter 62 das garantierte Recht auf eine ungekürzte Rente für alle nach dem Muster der beiden Ruhestands-Initiativen. Alle jenen, die schon besonders lange gearbeitet hätten, müsse zudem ab 40 Berufsjahren ebenfalls eine ungekürzte Rente zustehen.

Pedrina sprach im weiteren die langen Arbeitszeiten auf dem Bau an, wo Zehn-Stunden-Tage und 50-Stunden-Wochen keine Seltenheit seien. Dieser Raubbau am Körper sei geradezu ein Rückfall ins letzte Jahrhundert.

"Doppelzüngler der SVP"

Der GBI-Zentralpräsident kritisierte in diesem Zusammenhang die "Doppelzüngler der SVP". Es handle sich dabei um jene Gewerbler, die auf der politischen Bühne die Erhöhung des AHV-Rentenalters zur Diskussion stellten, den "Missbrauch" der IV beklagten und gleichzeitig die ältere Arbeitnehmerschaft ausmusterten. "Die von den Bürgerlichen angestrebte Erhöhung des Rentenalters wäre ein Schlag ins Gesicht von Hunderttausenden hart arbeitender Menschen. Weitere Zehntausende würden die AHV gar nie mehr erleben", sagte Pedrina.

Inakzeptabel sei aber auch der Vorschlag der 11. AHV-Revision, die bei einer Pensionierung mit 62 Jahren eine lebenslange Renteneinbusse von zehn bis 17 Prozent vorsehe.

swissinfo und Agenturen

Artikel in dieser Story

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Webseite importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@swissinfo.ch

Diskutieren Sie mit!

Diesen Artikel teilen

Diskutieren Sie mit!

Mit einem SWI-Account erhalten Sie die Möglichkeit, Kommentare auf unserer Webseite sowie in der SWI plus App zu erfassen.

Login oder registrieren Sie sich hier.