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Giganten-WM-Boxkampf in Basel: Walujev verteidigt Titel

Pech für Herausforderer McCline (USA): In der 3. Runde gegen Walujev (links) sprang ihm die Kniescheibe heraus.

(Keystone)

Erstmals fand in der Schweiz ein Weltmeisterschafts-Kampf im Schwergewichts-Boxen statt. Am Samstagabend verteidigte Nikolai Walujev seinen Titel gegen Herausforderer Jameel McCline.

Dank des WM-Fights festigt sich der Ruf der dynamischen Rheinstadt Basel, Veranstaltungen von internationaler Bedeutung austragen zu können.

Der Russe Nikolai Walujev gegen den herausfordernden Amerikaner Jameel McCline: Am Samstagabend trafen wahrlich zwei Schwergewichte aufeinander. Die beiden Profiboxer brachten zusammen 275 Kilogramm auf die Waage.

Besonders eindrucksvoll ist die Statur des Russen aus Sankt Petersburg. Er ist 2,13 Meter gross und wiegt 150 Kilo. Walujev ist eine wahrhafte Boxmaschine und nicht zufällig seit 47 Kämpfen ungeschlagen.

Im Vorfeld ist damit gerechnet worden, dass er seinen Titel in dem WBA-Wettkampf verteidigen kann. Der Kampf gegen McCline in der Basler St.Jakob-Halle war in der 3. Runde beendet, als der Herausforderer aus den USA mit einer Knieverletzung aufgeben musste.

McCline rutschte bei der letzten Aktion in der 3. Runde aus. Dabei sprang ihm die linke Kniescheibe heraus. Der Amerikaner hatte Walujew zuvor erfolgreich Paroli bieten können. Walujew blieb damit auch in seinem 47. Profi-Kampf ungeschlagen.

Ausverkaufte Ränge

Boxen gehört sicherlich nicht zu den populären Sportarten in der Schweiz. Das Chaos in dieser Disziplin mit vier internationalen Verbänden und ebenso vielen Weltmeistern vereinfacht die Situation nicht.

Gleichwohl zog der Zweikampf von Basel viele Interessierte und Schaulustige an. Dies dürfte wohl vor allem an der Präsenz von Walujev liegen, einer der wenigen international bekannten Persönlichkeiten der aktuellen Boxszene.

Die Schweizer Medien überschlugen sich mit Berichten über das Ereignis und die Basler St.Jakobshalle war praktisch ausverkauft. Das Event wurde live von 60 TV-Stationen übertragen.

"Das ist zweifellos auch ein guter Deal für Basel: Der Name unserer Stadt geht um die Welt", jubelt Fabienne Repond von Basel Tourismus. "An diesem Wochenende haben wir schon dank des Fights 1000 Logiernächte registriert."

Warum eigentlich Basel?

Nach mehr als 30 Jahren ist so der internationale Boxsport wieder in die Schweiz zurück gekehrt. Der letzte grosse Kampf fand 1971 statt, als Muhammad Ali im völlig überfüllten Hallenstadion auftrat.

"Der Austragungsort Basel kam eher zufällig zustande", sagt Heiko Mallwitz von der deutschen Gesellschaft Sauerland, die das Ereignis organisiert hat. "Nach Amerika wollten wir unbedingt einen Boxkampf mit Walujew in Europa organisieren. Basel hat sich als beste Option angeboten."

Die Stadt am Rhein wurde auch dank ihrer Nähe zu Deutschland gewählt, das in den letzten Jahren zu einem der weltweit wichtigsten Länder für den Boxsport geworden ist. Dazu kommt die hervorragende Infrastruktur in Basel, vor allem in der St. Jakobshalle.

"Für ein solches Event brauchen wir eine sehr grosse Halle. 90% der Hallen in Deutschland sind zu klein und kommen a priori nicht in Frage", sagt Mallowitz.

Eine Stadt der grossen Events

In Basel ist man froh, dank des Matchs einmal mehr im internationalen Rampenlicht des Sports zu stehen. Bekannt sind auch die Schweizer Indoor Meisterschaften im Tennis sowie die Champions-League-Spiele im Fussball.

Doch Basel ist aber auch für seine Musen bekannt sowie für zwei Messen von Weltruf – die Art Basel für zeitgenössische Kunst, und die Schmuck- und Uhrenmesse.

"Es stimmt, dass wir ein Ort für Veranstaltungen von internationalem Rang sind", freut sich Fabienne Repond. "Dies dank unseren eigenen Anstrengungen sowie der Leidenschaft unserer Partner, aber auch unseren guten Infrastrukturen."

"Auf Grund der guten Voraussetzungen hat Basel Tourismus sein Marketing im Bereich Kongresse, Messen und Sportanlässe intensiviert. Sie sind unsere Spezialität geworden", meint Repond.

swissinfo, Marzio Pescia
(Aus dem Italienischen: Gerhard Lob)

"One night of Passion"

Vor dem WM-Fight zwischen Nikolai Walujev und Jameel McCline hat es eine ganze Reihe von weniger bedeutenden Schaukämpfen gegeben. Die Veranstaltung hiess "One night of Passion" (Eine Nacht der Leidenschaft) und fand in der St.Jakobshalle von Basel statt.

Der Preis für die Tickets variierten je nach Kategorie. Sie Spannweite reichte von 50 bis 1100 Franken.

Walujev (33 Jahre, 2,13 Meter, 150 Kilo) hat nun insgesamt 47 Kämpfe ausgetragen und bleibt ungeschlagen. (46 Siege, 33 durch KO, 1 Match ohne Sieger).

McCline (36 Jahre, 1,98 Meter, 125 Kilo) kann auf 38 Siege zurückblicken (davon 23 KO), musste aber inklusive Samstag 7 Niederlagen einstecken. 3 Fights endeten unentschieden.

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4 Internationale Verbände

Im internationalen Boxsport herrscht zur Zeit Chaos. Es gib vier internationale Verbände.

Jeder Verband ruft einen eigenen Weltmeister aus.

Beim WBA (World Boxing Association) ist der Russe Nikolai Walujev Weltmeister in der Kategorie Schwergewicht.

Bei der International Boxing Federation (IBF) darf sich Wladimir Klitschko mit dem Titel des Boxweltmeisters schmücken .

Beim World Boxing Council (WBC) ist der Kasache Oleg Makaev Champion, bei der World Boxing Organisation (WBO) ist der Amerikaner Shannon Briggs die Nummer eins.

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