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Grossbank Credit Suisse baut 5300 Stellen ab

Auch die Credit Suisse gerät immer stärker in den Strudel der Finanzkrise.

(Keystone)

Die Finanzkrise belastet auch die zweite Schweizer Grossbank Credit Suisse immer stärker. Bis Mitte nächsten Jahres will sie nun 5300 Stellen abbauen, davon 650 in der Schweiz. Das entspricht 11% des Personalbestands der Grossbank.

Betroffen ist vor allem das in New York und London ansässige Investment Banking, wie die CS am Donnerstag mitteilte. Die Sparte zählte Ende September noch rund 21'000 Angestellte, seit Ausbruch der Finanzkrise wurden im Investment Banking bereits fast 2000 Stellen abgebaut.

In der Schweiz sollen 650 Arbeitsplätze gestrichen werden, wie Konzernsprecherin Esther Gerster erklärte. Damit fallen rund 3% der gut 20'000 Schweizer Stellen weg.

Welche Bereiche in der Schweiz betroffen sind, liess die CS offen. Gerster betonte, dass nicht alle Betroffenen entlassen würden. Denn bei der Credit Suisse seien derzeit mehrere hundert Stellen offen.

Genutzt werden solle auch die natürliche Fluktuation, die normalerweise im hohen einstelligen Prozentbereich liege. Freigesetzten Mitarbeitern werde ein Massnahmenkatalog geboten, der von der Vermittlung interner oder externer Stellen über Beratungen bis zu Umschulungen reiche.

Einsparungen in Milliardenhöhe

Der Abbau sowie weitere Massnahmen zur Senkung des Personal- und Sachaufwands sollen konzernweit zu Einsparungen in Höhe von rund 2 Mrd. Franken führen. Das entspricht etwa 9% des Geschäftsaufwands des laufenden Jahres.

Im vierten Quartal bis Ende November hat die CS einen Nettoverlust von rund 3 Mrd. Franken erlitten, vor allem im Investment Banking, wie der Konzern weiter mitteilte. Gründe seien die direkten Auswirkungen der Finanzkrise sowie Kosten für den Abbau von Risiken.

Im Verlust noch nicht enthalten sind die Kosten für den geplanten Stellenabbau, die auf rund 900 Mio. Franken veranschlagt werden und mehrheitlich dem vierten Quartal belastet werden sollen.

Im November allein habe die Credit Suisse einen kleinen Nettogewinn verbucht. Das Private Banking arbeite weiterhin erfolgreich und verzeichne "ansprechende Neugeldzuflüsse." Die Grossbank erwarte für Ende 2008 eine Kernkapitalquote von rund 13%.

Keine Boni für Topkader

Auf Grund des zu erwartenden Jahresergebnisses 2008 wollen Verwaltungsratspräsident Walter Kielholz, Konzernchef Brady Dougan und der Investment-Bank-Chef Paul Calello auf einen Bonus verzichten.

Für die ersten neun Monate 2008 hatte die CS einen Verlust von 2,194 Mrd. Franken ausgewiesen. Allein im dritten Quartal betrug das Minus 1,261 Mrd. Franken. Die Investmentbank schrieb einen Verlust von 3,2 Mrd. Franken, der vom Vermögensverwaltungsgeschäft teilweise aufgefangen werden konnte.

Die Risiken im Investment Banking sollen weiter markant reduziert werden. Die vergleichbaren risikogewichteten Aktiven sollen von 193 Mrd. Dollar (zum Ende des dritten Quartals) auf 170 Mrd. (per Ende 2008) und auf rund 135 Mrd. Dollar (per Ende 2009) heruntergefahren werden. Dies entspricht einem Abbau von 43% zwischen Ende 2007 und Ende 2009.

"Gute Ausgangslage für 2009"

Konzernchef Dougan erklärte, mit den Massnahmen schaffe die Credit Suisse eine gute Ausgangslage für 2009 bezüglich Risikoprofil, Kostenstruktur, Ertragsaussichten und Kapitalausstattung.

Die Gruppe wolle weiterhin "angemessen" in den Ausbau der Vermögensverwaltung (Private Banking) und des Schweizer Geschäfts investieren. Alleine im Wealth Management seien in diesem Jahr bis Ende November 370 zusätzliche Kundenberater eingestellt worden.

swissinfo und Agenturen

Sicherheitspuffer für Grossbanken

Die Eidgenössische Bankenkommission (EBK) hat sich mit den beiden Schweizer Grossbanken UBS und CS auf höhere Eigenmittelanforderungen geeinigt. Zudem soll eine Leverage Ratio eingeführt werden, ein vorgegebenes Minimalverhältnis zwischen Kernkapital und Bilanzsumme.

Dieses soll auf Konzernebene minimal 3% und auf Ebene der Einzelinstitute minimal 4% betragen, wie die EBK am Donnerstag mitteilte.

Angesichts der anhaltenden Finanzkrise lässt die EBK den Grossbanken bis 2013 Zeit, die Vorgaben zu erfüllen.

Für die übrigen Banken in der Schweiz ist keine Änderung geplant.

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