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Gute Erfinder - schlechte Vermarkter

Charles Kleiber, Staatssekretär für Wissenschaft und Bildung.

(Keystone Archive)

Die Schweiz muss im Hinblick auf die Vermarktung ihrer Technologie noch eine Menge lernen. Dies findet Charles Kleiber, Staatssekretär für Wissenschaft.

Seine Äusserungen machte Kleiber im Zusammenhang mit einer Tournee von Schweizer Wissenschaftlern und Geschäftsleuten durch die USA.

Auf dem Programm stehen Diskussionen über den Transfer des Know-hows von den Forschungs-Institutionen zu den Firmen, welche im Bereich Nanotechnologie tätig sind, einer Technologie, die sich mit Objekten in der Grösse eines Millionstel-Millimeters befasst.

Unter anderem will man während der einwöchigen Reise studieren, wie die USA mit ihren wissenschaftlichen Entdeckungen so schnell profitable Geschäfte machen kann.

"Die Schweiz hat eine starke Tradition der wissenschaftlichen Kreativität, doch hat man hierzulande Probleme, diese Fähigkeiten in vermarktbare Produkte umzuwandeln", meint Kleiber.

Marktforschung

"Die Frage ist, ob wir fähig sind, dieses Wissen auf Produkte mit Marktchancen zu übertragen, daraus Profit zu ziehen und Firmen zu gründen. Aber darin sind wir nicht besonders gut. Wir müssen lernen, neue Bedingungen zu schaffen, damit die Forschung und die Universitäten in diesem Bereich dynamischer werden können."

Laut Kleiber sind die USA ausserordentlich stark in der schnellen Umsetzung wissenschaftlicher Errungenschaften.

"Wir können von den USA eine Menge lernen. Erstens sind deren Hochschulen sehr flexibel und können sich an sehr rasche Entwicklungen in diesem Bereich anpassen. Schweizer Universitäten sind etwas starr, das erschwert die Anpassung.

Dann gibt es einen positiven Unternehmergeist, der an Schweizer Universitäten noch zu wenig ausgeprägt ist. Wir brauchen also eine andere Kultur, und da ist das Beispiel der amerikanischen Universitäten für uns sehr wichtig."

Internationales Modell

Immerhin ist ein Schweizer Modell auf internationales Interesse gestossen. Das Schweizer Zentrum für Elektronik und Mikrotechnologie (Centre for electronics and microtechnology - CSEM) in Neuenburg identifiziert technologische Marktbedürfnisse und konzentriert dann ihre Forschung darauf.

Marktrelevante Produkte werden in relativ kurzer Zeit geschaffen, und Spinoff-Firmen des CSEM vermarkten dann die Technologien, die produktreif sind. Sechs Firmen dieser Art wurden in den letzten sechs Jahren gegründet.

Mehrere Länder, darunter die USA, Grossbritannien und Indien, wollen ähnliche Modelle einführen.

"In der Schweiz ist ein Wandel im Gang", stellt Kleiber fest. "Wir haben nun einige Erfolgs-Geschichten wie das CSEM, mit denen wir den Weg aufzeigen können. Ich bin sicher, die jungen Leute sind immer stärker daran interessiert, ihre eigenen Start-ups zu gründen und als Brücke zwischen Forschung und Wirtschaft zu dienen."

Stärkere Zusammenarbeit

Die Schweiz fördert die Zusammenarbeit zwischen Forschung und Industrie über zwei nationale Forschungs-Programme: "Top Nano 21" und das "National Centre of Competence in Research (NCCR) in Nanoscience".

In Top Nano 21 definieren nationale Nanotechnologie-Forschungsinstitute ihr Know-how, während die Industrie die Problembereiche angibt, in denen sie eine Zusammenarbeit wünscht.

Letzten Sommer beteiligten sich 180 Forscherinnen und Forscher zusammen mit rund 100 Firmen an 110 Projekten. Die meisten wurden an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne oder Zürich durchgeführt.

Vincent Landon


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