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Hacker-Angriff: WEF reicht Klage ein

Ex-Präsident Bill Clinton sei während seines letztjährigen Auftritts am WEF nicht Opfer des Hacker-Angriffs geworden.

(Keystone)

Das Weltwirtschafts-Forum hat am Montag (05.02.) wegen des Hackerangriffs bei der Genfer Staatsanwaltschaft Klage gegen Unbekannt eingereicht. Die Bundesanwaltschaft wird sich in die Ermittlungen nicht einschalten.

"Wir haben in Genf Klage gegen Unbekannt eingereicht, weil wir nicht wissen, wer für das Eindringen auf unsere Datenbank verantwortlich sind", sagte der Sprecher des WEF, Charles MacLean. Das WEF behalte sich aber weitere juristische Schritte vor.

Erste vorläufige Abklärungen beim WEF in Cologny (GE) ergaben, dass der Hackerangriff weit schlimmere Folgen hätte haben können. Die Hacker seien in eine Datenbank eingedrungen, auf der Informationen von Teilnehmern an kleineren WEF-Meetings gespeichert gewesen seien, sagte MacLean. Scheinbar hätten sich die Hacker weder Daten vom Computer in der WEF-Zentrale beschafft noch vom Computer mit den Daten für das Davoser Forum. MacLean dementierte damit Gerüchte, dass bei dem Hacker-Angriff auch private Informationen von Ex-US-Präsident Bill Clinton entwendet worden sind.

Bundesanwaltschaft nicht zuständig

Abklärungen im Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) ergaben, dass der Hackerangriff nicht in die Zuständigkeit der Bundesanwaltschaft fällt, da es sich dabei um keine Verletzung der Rechte von völkerrechtlich geschützten Personen handelte.

Dagegen wurde der Eidgenössische Datenschutzbeauftragte, Odilo Guntern, beim WEF vorstellig. "Wir haben vom WEF verlangt, die Datensicherheit zu überprüfen und gegebenenfalls Massnahmen einzuleiten", sagte Guntern.

Mit der Überprüfung der Sicherheitsmassnahmen für die geschützten Daten seien externe Spezialisten beauftragt worden, sagte WEF-Sprecher MacLean. Auch sei ein E-Mail an alle ihre Mitglieder geschickt worden, in dem über den Vorfall informiert wurde. Reaktionen von WEF-Teilnehmern, die von dem Hackerangriff betroffen sind, seien bisher noch keine eingegangen.

Missbräuche bis jetzt ausgeblieben

Offenbar keine Folgen hatte der Hackerangriff für die betroffenen Kreditkartenbesitzer. Es seien keine Missbräuche gemeldet worden, sagte Jean-Marc Hentsch, Mediensprecher der Swisscard-Gruppe, welche die grossen Kreditkarteninstitute in der Schweiz vertritt. Die Kreditkartennummern blieben gesperrt.

Die "SonntagsZeitung" hatte am Sonntag (04.02.) von dem Coup der Globalisierungsgegner berichtet, die Informationen und Daten über 27'000 WEF-Teilnehmer aus dem WEF-Computer geklaut hatten. Darunter befanden sich private Daten wie Heim- und E-Mail-Adressen sowie Telefon-, Fax-, Pass- und Handynummern von WEF-Teilnehmern wie PLO-Chef Yassir Arafat, Ex-US-Aussenministerin Madeleine Albright oder Südafrikas Präsident Thabo Mbeki sowie knapp 1'500 Kreditkartennummern.

swissinfo und Agenturen

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